Der Sportplatz in Mindersbach soll saniert und zu einem Kunstrasen ausgebaut werden. Die Stadt hofft auf Zuschüsse. Foto: Heiko Hofmann

Der Begriff „Sondervermögen“ mag ja das Unwort des Jahres sein. In Nagold freut man sich dennoch über den möglichen Geldsegen. Gleich zwei Kunstrasenplätze will man damit finanzieren.

In gewisser Weise tickt die aktuelle Bundesregierung ganz ähnlich wie die Stadt Nagold. Auch in Nagold will man antizyklisch handeln – und geht bei den Investitionen im Jahr 2026 in die Vollen.

 

Während der Bund für diese Mittel den Begriff vom „Sondervermögen“ geprägt hat, steht man in Nagold zu dem, was es wirklich ist: ein neuer Schuldenberg. Denn nur mit Neuverschuldungen in Rekordhöhe kann die Stadt ihr ehrgeiziges Investitionsbudget von rund 29 Millionen Euro in diesem Jahr stemmen.

Zurück zum Sondervermögen des Bundes: Die Stadt Nagold hofft nun mit dem Bau von zwei Kunstrasenplätzen in das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ (SKS) zu kommen.

Der Bund setzt eine Frist bis Mitte Januar

Dafür mussten allerdings noch rechtzeitig die Voraussetzungen geschaffen werden: Im Dezember stimmte der Gemeinderat offiziell zu, dass die Stadt ihr Interesse an einer Teilnahme am Förderprogramm bekundet. Der Bund wiederum setzte den Kommunen die Frist, bis Mitte Januar diese Interessensbekundung offiziell mit einer Planskizze einzureichen.

Die eigentliche Beantragung der Bundesförderung erfolgt dann in einem nächsten Schritt.

Bestehende Plätze sollen zu Kunstrasenplätzen werden

Drei Sportplatzprojekte stehen bei der Stadt Nagold in den nächsten Jahren an. Und zwei davon taugen wohl für das Bundesförderprogramm. Dabei geht es um die Sanierungen bestehender Rasenplätze zu Kunstrasenplätzen.

Beginnen will man in Nagold im Norden mit dem Sportplatz in Mindersbach. Dort soll das bestehende Spielfeld in einem Kunstrasenplatz umgewandelt werden. Die Rasenfläche vor dem Mindersbacher Sportheim ist in einem sehr schlechten Zustand, der Pflegeaufwand ist groß.

Der zweite Standort ist in Hochdorf der Bolzplatz

Nach Mindersbach soll auch Nagolds Süden einen Kunstrasenplatz bekommen. Der soll in Hochdorf auf dem bisherigen „Rasenausweichspielfeld“, also dem Bolzplatz entstehen.

Der Sportplatz in Mindersbach. Foto: Heiko Hofmann

Im aktuellen Haushaltsplan sind für die Kunstrasenplätze Nord und Süd in diesem Jahr 450.000 Euro eingeplant, und in den Jahren 2026 bis 2028 nach Angaben der Stadt 1,55 Millionen Euro.

Es locken bis zu 45 Prozent Förderung

Sollten die zwei Nagolder Kunstrasenprojekte in das Förderprogramm SKS aufgenommen werden, könnte sich der Bund mit bis zu 45 Prozent an den Kosten beteiligen.

In der Drucksache zu den Ratsbeschlüssen wird erläutert, dass mit dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ investive Projekte der Kommunen für Sportstätten mit „besonderer regionaler oder überregionaler Bedeutung“ ermöglicht werden sollen.

Sanierungspläne in Emmingen passen nicht in das Programm

Die Projekte sollen von „besonderer Bedeutung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die soziale Integration“ in der Kommune sein und auch Themen wie Nachhaltigkeit und Barrierefreiheit berücksichtigen.

Geplant ist mittelfristig auch die Sanierung des Rasenplatzes in Emmingen, doch nach Angaben der Stadt sei bei diesem Projekt keine Teilnahme an dem Förderprogramm möglich.