Strahlendes Trio: Daniela Maier, Sandra Naeslund und Fanny Smith (von links) bei der Siegerehrung in Arosa. Foto: Steffen Rometsch

Die Gefühle von Skicrosserin Daniela Maier nach ihrem bisher größten Saisonerfolg beim Night-Weltcup in Arosa. Die Furtwangerin freut sich: „Diesen Flow nehme ich jetzt mit.“

Platz zwei in der Gesamtwertung des Skicross-Weltcups, dazu die Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft in St. Moritz – hinter Daniela Maier (SC Urach) liegt die Saison ihres Lebens.

 

Was nicht heißt, dass man das Erreichte nicht noch einmal wiederholen oder gar steigern kann. Doch eine solche Erfolgssaison wie die vergangene weckt auch Erwartungen und steigert den Druck.

Selten äußerte sich Daniela Maier so emotional und zufrieden wie am Dienstagabend im schweizerischen Arosa: „Ich bin so erleichtertet, dass es sich jetzt ausgegangen ist. Das war ein richtig gutes Rennen und hat mega viel Freude gemacht. Ich bin unheimlich glücklich.“

Im dritten Rennen in der noch jungen Weltcup-Saison hatte die Furtwangerin erstmals ihren gewünschten Rhythmus gefunden und zugleich die erste Podestplatzierung für die deutschen Skicrosser eingefahren. Die Olympia-Dritte von 2022 raste beim Weltcup in Arosa auf Platz zwei.

Schneller war nur die schwedische Überfliegerin und Olympiasiegerin Sandra Näslund, die nach einem Schienbeinbruch und einer einjährigen Verletzungspause zurückgekehrt ist, als sei sie nie weg gewesen und im dritten Rennen ihren dritten Sieg feiert.

Spannung bis zur Ziellinie

Trotz zweitbester Qualifikationszeit drohte Maier zunächst auch in Arosa ein schnelles Aus. Auf der nur 480 Meter langen „ Sprintstrecke“ im schweizerischen Graubünden lag sie im Achtelfinale zur Halbzeit nur auf Rang drei, kämpfte sich dann aber doch noch als Zweite eine Runde weiter.

„Im Achtelfinale war der Start nicht gut, da war ich kurz vor dem Aus, das war kurz vor knapp“, analysierte die Furtwangerin Lauf. „Aber das war auch der Weckruf, den ich gebraucht habe. Jetzt ist wieder Feuer drin und ich kann attackieren – das heute war sehr wichtig.“

Der Hallo-Wach-Effekt verfehlte seine Wirkung nicht: Erste im Viertelfinale, Zweite im Halbfinale – fortan fuhr Daniela Maier in Arosa souverän. Im Finale bot sie Dominatorin Näslund bis zur Ziellinie Paroli, konnte der Schwedin den dritten Saisonerfolg auf der kurzen Strecke aber nicht mehr streitig machen. Dritte wurde die Schweizerin Fanny Smith.

Die Freude über ihren 18. Podestplatz ist bei der Schwarzwälderin dennoch groß. „Mir hat in Val Thorens ein bisschen der Mut gefehlt, in die engen Lücken reinzugehen und mich in den Windschatten nah dranzuhängen“, sagt die 29-Jährige. „ Das war wichtig, dass ich das hier in Arosa wieder hingekriegt habe und diesen Flow, dieses gute Gefühl nehme ich jetzt mit in die kommenden Rennen.“

Arosa war die zweite von zehn Weltcup-Stationen für die Skicrosser, insgesamt stehen für die Frauen wie für die Männer jeweils 18 Rennen auf dem Programm.

Die nächsten beiden finden ab Freitag im italienischen Innichen statt. Saisonhöhepunkt sind für alle Wintersportler in diesem Winter die Olympischen Spiele in Cortina d’Ampezzo. Die Skicross-Wettbewerbe werden dabei in Livigno ausgetragen.

Vorbereitung zahlt sich aus

Erstmals seit langem konnte sich Maier im Sommer völlig verletzungsfrei auf die neue Saison vorbereiten, zuletzt in Kanada. „Ich bin fit, das ist schön, das ist gut – man hat immer ein paar kleine Baustellen, aber das habe ich im Griff.“

Ob die Gedanken an Olympia sie in den ersten Rennen etwas gehemmt haben? „Vielleicht schwirrt im Hinterkopf schon ein bisschen Cortina, das kann ich nicht so beurteilen“, räumt Maier ein.

„Aber man muss eben zum Saisonstart erst wieder ins Rennbusiness reinkommen, das ist mir in Val Thorens leider noch nicht so gelungen. Wenn ich vorneweg fahre, ist es schon gut, aber das Hinterherfahren und dann reinschlängeln hat noch bisschen gefehlt, ist aber jetzt auch wieder da.“