Daniela Maier holte sich im kanadischen Whitehorse den Feinschliff für den olympischen Winter. Foto: Maier

Am 20. Februar 2026, einem Freitag, soll alles passen. Vier Jahre nach Bronze in Peking will Daniela Maier bei den Spielen in Italien den Olymp erklimmen. Neben Gold lockt Kristall.

Endlich beginnt am kommenden Freitag auch für die besten Skicrosserinnen und Skicrosser der Welt der olympische Winter. Am 12. und 13. Dezember geht es im französischen Val Thorens zum ersten Mal wieder um Punkte.

 

„Es wäre ein perfekter Start, wenn ich es gleich wieder auf das Podium schaffe“, denkt Daniela Maier sehr gerne ein Jahr zurück, als sie in Frankreich zum Skicross-Saisonstart gleich mit den Rängen zwei und drei aufhorchen ließ.

Die bisher beste Saison

Für die Olympiadritte von 2022 in Peking sollte es nach vielen Verletzungen (Knorpelverletzung und Kreuzbandriss im Knie, Syndesmoseriss im rechten Fuß) der bisher erfolgreichste Winter werden. Nach drei Weltcup-Siegen im italienischen Innichen (2) und zum Saisonabschluss in Idre Fjäll (Schweden) stand für die Furtwangerin der grandiose zweite Platz im Gesamtweltcup.

Nur die Schweizerin Fanny Smith hatte mehr Zähler eingeheimst.

Mit Smith hatte sich Maier (SC Urach) übrigens in Peking nach vielen Diskussionen, Einsprüchen und einem (salomonischen) Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs CAS Olympia-Bronze „geteilt.“

Apropos Bronze: Auch bei der jüngsten WM im Engadin sprang für die Schwarzwälderin der dritte Rang heraus.

Der olympische Traum

Eine Medaille bei den Spielen von Mailand und Cortina, genauer im Livigno Snow Park, wäre im Februar 2026 „gigantisch, das ist mein großer Traum. Erstes Ziel ist aber, dass ich gesund die ganze Saison fahren kann. Dann ist auch in Livigno vieles möglich“, hätte Maier nichts dagegen, wenn sie in ihrer Pokalvitrine Platz für weiteres Edelmetall, vielleicht sogar ja in einer anderen Farbe, schaffen muss.

Vielleicht glänzt im Frühjahr auch eine Kristallkugel im Trophäenschrank. „Die reizt mich natürlich sehr“, will die Schwarzwälderin im Kampf um den Gesamtweltcup nach Rang zwei wieder mitmischen. „Ich werde immer voll auf Angriff fahren. Wenn es einmal nicht klappt, was im Skicross schnell passieren kann, folgt eine Analyse und dann gilt die volle Konzentration dem nächsten Rennen“, betont die erneute Gewinnerin des Goldenen Ski des Deutschen Skiverbandes.

Weltcups und Konkurrenz

Doch zunächst muss auch Daniela Maier ihre „Hausaufgaben“ machen. Möglichst schon nach dem Auftakt in Val Thorens soll die deutsche Olympianorm eingetütet sein. „Das ist mein erstes Ziel. Dann kann ich die nächsten Rennen entspannter angehen“, geht es für die Skicross-Szene bis Weihnachten Schlag auf Schlag weiter.

Es folgen vor der Bescherung im heimischen Furtwangen die Weltcups von Arosa (Schweiz) und Innichen (Italien), wo sie vor einem Jahr mit einem Doppelsieg die komplette Weltelite düpierte. Sehr gespannt ist die 29-Jährige auf die Weltcup-Premiere im serbischen Kopaonik. „Da war ich noch nie.“

Daniela Maier will möglichst schon in Val Thorens die Olympianorm abhaken. Foto: DSV

Die Konkurrenz im olympischen Winter ist aber wohl noch stärker. Olympiasiegerin und Ex-Weltmeisterin Sandra Naeslund (Schweden) kehrt nach einer schweren Verletzung zurück. „Das freut mich sehr. Genauso, dass meine jungen Teamkolleginnen einen weiteren Schritt gemacht haben“, hat Maier aber für die ganz vorderen Ränge vor allem „alte Bekannte“ wie eben Fanny Smith, Sandra Naeslund, die Kanadierinnen um India Sherret, die Französinnen oder die Italienerin Jole Galli auf der Rechnung.

Kanada und Bayern

In einer Woche weiß Daniela Maier in Val Thorens, wo sie nach einer „guten Vorbereitung“ steht. Zuletzt holten sich die Schwarzwälderinnen und Co. den Race-Feinschliff in einem zweiwöchigen Trainingscamp im kanadischen Whitehorse.

„Es war extrem kalt“, musste sich die Gesamtweltcup-Zweite unweit vom Golf von Alaska erst an Temperaturen von bis zu minus 20 Grad „anfreunden“. Noch eisiger (-26 Grad), dafür umso beeindruckender war es, als Maier die Polarlichter („Das war wahnsinnig cool“) unter die Lupe nahm.

„Ich denke, dass ich bereit bin. Bisher hat alles gepasst“, wird sich Maier nun mit eher lockeren Einheiten im oberbayerischen Marquartstein, dort wohnt die Schwarzwälderin seit Jahren, auf den Saisonauftakt weiter einstimmen.

Die Weltcups 2025/26

11./12. Dezember: Val Thorens (Frankreich).

16. Dezember: Arosa (Schweiz).

21./22. Dezember: Innichen (Italien).

16. /17. Januar: Alleghe (Italien).

23./24. Januar: Veysonnaz (Schweiz).

30./31. Januar: San Pellegrino (Italien).

27. /28. Februar: Kopaonik (Serbien).

6./7. März: Gudauri (Georgen).

12. März: Montafon (Österreich).

21./22. März: Craigleith (Kanada).

28./29. März: Schweden – Ort noch offen.

Livigno Snow Park

Im Livigno Snow Park stehen vier Ski-Freestyle-Disziplinen im Mittelpunkt: Skicross, Halfpipe, Slopestyle und Big Air. „Der Livigno Snow Park zeichnet sich durch sein einzigartiges Design aus, bei dem fünf verschiedene Wettkampfbereiche in eine einzige Zielzone zusammenfließen. Diese Anordnung ermöglicht es den Zuschauerinnen und Zuschauern, mehrere Events gleichzeitig zu verfolgen und schafft ein unvergleichliches Erlebnis. Jeder Kurs wurde speziell entwickelt, um die Fähigkeiten der Athletinnen und Athleten zu betonen und eine unvergessliche Show zu bieten. Die Skicross-Strecke, die sich über 1100 Meter erstreckt, bietet geneigte Kurven, Sprünge und Bodenwellen, was ein packendes Rennen bis zum letzten Meter garantiert.“ So heißt es auf der offiziellen Olympia-Homepage.