Olympia kann auch für die strahlende Daniela Maier kommen: Seit Wochen befindet sich die Furtwanger Skicrosserin in einer überragenden Form. Foto: Keystone/dpa/Jean-Christophe Bott

Die erfolgreiche Skicrosserin Daniela Maier über ihre olympische Vorfreude, die Favoritenrollen, das Olympia-Flair in Livigno und ihre letzten Vorbereitungstage.

Besser konnte es nicht passen: Skicrosserin Daniela Maier (SC Urach) feierte exakt bei der Olympia-Generalprobe im italienischen Val di Fassa ihren nächsten Triumph. Am vergangenen Samstag gewann die 29-Jährige ihren sechsten Weltcup in ihrer Karriere. Die Form der Furtwangerin ist top. Am 20. Februar zählt sie im olympischen Rennen in Livigno zu den großen Anwärterinnen auf eine Medaille, auch wenn sie dies selbst nicht so sieht.

 

Wir sprachen mit der Furtwangerin über ihre letzten Vorbereitungen, warum sie es schade findet, an diesem Freitag nicht bei der Eröffnungsfeier dabei zu sein und wie es ihr gelang, exakt zu diesem Saisonzeitpunkt diese großartigen Leistungen abzurufen.

Daniela, Gratulation zum Weltcup-Sieg am Samstag. Wie haben Sie generell Ihre beiden Rennen in Val di Fassa gesehen?

Vielen Dank. Ich muss gestehen, dass ich im Vorfeld dieses Weltcups nervös war, denn meine Leistungen waren an diesem Ort vor einem Jahr nicht gerade glorreich. Es ist nicht einfach auf diesem Kurs, sich vorne abzusetzen. Es kommt oft auf die letzte Kurve an, da schieben sich die Heats noch einmal zusammen. Ich bin unglaublich damit zufrieden, wie es jetzt mit dem Sieg und mit Platz fünf am Freitag für mich gelaufen ist. Dass wir bei den Herren am Freitag gleich drei Teamkollegen auf dem Podest hatten, war unglaublich gut für unsere ganze Mannschaft. Dieser Dreifach-Triumph hat mich für Samstag noch einmal extra motiviert und mir noch einmal neue Kraft gegeben.

Was steht für Sie nun bis zum olympischen Rennen in Livigno am 20. Februar noch genau an?

Wir sind inzwischen in Livigno angekommen, haben an zwei Tagen jetzt Trainings- und Testläufe. Man spürt schon etwas von der olympischen Stimmung. Nach den beiden Tagen werde ich noch einmal nach Hause fahren. Es schließen sich dann weitere Skitests an, anschließend absolvieren wir ein Trainingscamp. Am 16. Februar reisen wir dann wieder nach Livigno und bereiten uns auf die Rennen vor.

Dies bedeutet wohl, dass Sie und Ihr Team bei der Eröffnungsfeier an diesem Freitag nicht in Mailand dabei sind?

Ja, das stimmt und ist schade. Aber es ist einfach vom Ablauf her zu schwierig, um in Mailand dabei zu sein. Auch bei der Schlussfeier werden wir nicht dabei sein, weil der nächste Weltcup dann schon in Serbien ansteht.

Wie groß ist die Vorfreude auf Olympia? Auf was freuen Sie sich am meisten?

Ich freue mich sehr darüber, dass die Olympischen Spiele dieses Mal praktisch ums Eck sind und wieder einmal in den Alpen stattfinden. Meine Familie und meine Freunde können somit dabei sein. Ich bin gespannt darauf, wie sich das olympische Flair hier in Livigno entwickelt.

Ihre Form ist seit Wochen überragend. Wie haben Sie es geschafft, exakt zu diesem Saison-Höhepunkt nun so eine starke Performance abzuliefern?

Insgesamt war mein ganzer Saisonplan beim Konditionstraining auf die Olympischen Spiele so ausgelegt. Außerdem wollte ich bei den Weltcup-Rennen im Dezember und im Januar immer weiter an meiner Form feilen. Ich wollte immer stabil sowie stark fahren und meine Konstanz zusammenbekommen. Wichtig war auch, dass meine Routinen und Abläufe funktionieren, egal auf welchem Kurs. Es war für mich wichtig, einen guten Fokus zu bekommen, meine maximale Leistung abzurufen und in den Weltcups entschlossen zu fahren. Dies ist mir im Verlauf der Saison immer besser gelungen. Meine Platzierungen und Siege haben meinen Weg bestätigt.

In dieser Form zählen Sie zu den Favoritinnen am 20. Februar in Livigno.

Nein, ich persönlich zähle mich nicht zu den Favoritinnen. Ich möchte mir den Schuh auch nicht anziehen und nicht diesen Druck auf meine Schultern laden. Definitiv aber bin ich in der Lage vorne mitzumischen. Ich freue mich extrem auf dieses olympisches Rennen und weiß, dass ich dann einen sehr guten Fokus haben werde. Und wenn alle Umstände passen und ich auch ein wenig Glück habe, kann ich vorne mitfahren. Beim Skicross kann alles passieren. Dies macht unseren Sport auch so schwierig.

Sie haben nun die ersten Testläufe in Livigno absolviert. Wie liegt Ihnen der olympische Kurs?

Im Moment ist es schwer zu beschreiben. Die Strecke war an diesem Montag sehr langsam. Grundsätzlich macht mir der Kurs viel Spaß. Es wird aber in den ersten Teilen im Rennen wohl schwierig sein, sich abzusetzen oder aufzuholen. Wir werden sehen, wie sich die Bedingungen bis zum 20. Februar noch verändern.