Trainer Daniel Miletic will mit dem FC Königsfeld den ganz großen Coup landen. Foto: Holger Rohde

Der FC Königsfeld hat die große Chance zum Aufstieg. Es wäre die Krönung einer ohnehin schon großartigen Saison. Die Vorfreude bei Trainer Daniel Miletic ist riesig.

Mit dem 2:1-Sieg am Pfingstmontag gegen den direkten Verfolger FC 03 Radolfzell hat sich der FC Königsfeld einen Platz in der Verbandsliga-Aufstiegsrunde gesichert. Start ist am kommenden Donnerstag, 4. Juni, um 18.30 Uhr im heimischen HSS Hydraulik-Sportpark gegen den SC Durbachtal.

 

Wir sprachen mit dem 47-jährigen Trainer Daniel Miletic über den Coup mit dem Kurortclub.

Hallo Daniel, mit ein paar Tagen Abstand, wie fühlt es sich nach so einem spannenden Spiel mit diesem Verlauf und der vorzeitigen Vizemeisterschaft an?

Natürlich prima. Es ist ein sehr gutes Gefühl. Denn ich bin der Meinung, über die ganze Saison hinweg haben wir uns dies verdient. Wenn mir dies jemand letzten Sommer gesagt hätte, als ich hier im Juli 2025 begonnen habe, dass wir zehn Monate später Zweiter sind und in die Verbandsliga aufsteigen können, hätte ich sicherlich ungläubig den Kopf geschüttelt.

Die Art und Weise des entscheidenden Tores hat ihre eigene Geschichte.

Ja, absolut. Wenn du in der 97. Minute mit der letzten Aktion den Siegtreffer erzielst, ist dies Wahnsinn. Ich freue mich für Sait Hamurcu, dass ausgerechnet ihm das 2:1 gelungen ist, weil es so typisch für unsere Saison war und ist.

Was ist da so typisch?

Na, drei eingewechselte Spieler sind an dem entscheidenden Tor beteiligt. Der Jubel danach vom ganzen Team und den Zuschauern waren Emotionen pur. Es zeigte die super Stimmung, die in unserem breiten Kader herrscht. Egal – wer auf dem Platz steht, wer eingewechselt wird, da können so viele Jungs entscheidende Dinge tun. Und jeder gönnt dem anderen solche Erfolgsmomente, jeder hilft jedem auch neben dem Platz. Die Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern passt perfekt.

Welche Stärken zeichnen den FCK 2026 aus?

Die Mannschaft ist charakterlich wundervoll. Die Jungs geben im Training viel, sie hauen sich im Spiel rein, unser Reifeprozess in dieser Saison war enorm. Sie nehmen Kritik an, wollen sich verbessern. Bei einigen Spielern war dies extrem gut, bei anderen in kleineren Schritten, in jedem Fall haben sich alle fußballerisch, läuferisch, taktisch weiterentwickelt. Wir sind durch den guten Kader unberechenbar für die Gegner und haben unzählige taktische Möglichkeiten vor einem Spiel, aber auch während einer Partie.

Ist dies die Philosophie von Mike Seidel und Ihnen?

Wenn ich für mich spreche, dann ist das genau mein Ding: Großer Kader, immer mal wieder rotieren, viele verschiedene Spieler einsetzen, natürlich mit unterschiedlichen Einsatzzeiten. Zu meinem Trainerkollegen Mike Seidel kann ich nur sagen: Der Hammer! Wir haben uns vor der Saison kennengelernt und ich freue mich besonders, dass wir eine fast gleiche Fußballsprache sprechen. Ich bin sehr ehrgeizig und akribisch, sicherlich der lautere Typ. Mike ist eher der ruhigere, in der Sache tauschen wir uns immer intensiv aus, kommen in 99 Prozent der Fälle immer zu gleichen Aufstellungen oder Umstellungen. Das ist eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Ich bin jetzt ein paar Jahre im Geschäft, aber sowas kannte ich als Trainer auch noch nicht. Ich kann ihm blind vertrauen, wenn er ein Training vorbereitet ist er brutal gewissenhaft. Er hat einfach Ahnung vom Fußball. Dies gilt für den ganzen Verein: Wie mich der FC Königsfeld von Anfang an aufgenommen hat und wie sich da so viele Leute engagieren, ist toll. Nicht zu vergessen unseren sportlichen Leiter Alexander Thumer. Den kenne ich fast 30 Jahre, seit ich damals aus der A-Jugend beim FC 08 Villingen gekommen bin. Er hat enorme Erfahrung, ein gutes Netzwerk, Ideen, nimmt mir Arbeit ab, die ich in der Vergangenheit immer selber erledigen musste. Wir telefonieren täglich und versuchen uns ständig zu verbessern.

Wie gehen Sie jetzt die Tage bis zum ersten großen Spiel gegen Durbachtal an, was ist möglich?

Möglich ist alles. Wir bleiben ruhig und fokussiert, drehen nicht durch. Wer mich kennt, weiß, dass ich beide Spiele gewinnen möchte. Dennoch haben wir keinen Druck. In Gottmadingen werden wir im letzten Spiel alle Spieler, die angeschlagen sind, und einige Leistungsträger schonen. Ein paar Akteure sind im Urlaub. Dies ist gut so: Die Köpfe frei bekommen, denn die letzten Wochen waren körperlich und mental anstrengend. Da heißt es, den Akku nochmal aufladen. Die, die wenig Spielzeit hatten, sollen und können sich mit Spielpraxis anbieten. Gegner Durbachtal kenne ich aus meiner Zeit beim FC 08 Villingen. Da werden Mike und ich unseren Plan machen, wir sind in jedem Fall gut vorbereitet. Die sind sehr offensivstark. Wir werden unsere Linie jedoch nicht verlassen, wollen mutig spielen. Vor der Kulisse am Donnerstag muss die Post abgehen. Darauf freuen wir uns, dafür haben wir die ganze Saison hart gearbeitet. Solche Highlightspiele wünscht sich jeder Fußballer. Relegation ist etwas besonderes. Für den ganzen Bezirk. Und unser Last-Minute-2:1 gegen Radolfzell war sozusagen der emotionale Türöffner.