Der Dampfzug bei seiner ersten Ankunft im Bad Wildbader Bahnhof. Foto: Heinz Ziegelbauer

Der historische Dampfzug der Ulmer Eisenbahnfreunde war einmal mehr zu Gast im Oberen Enztal. Eisenbahn-Enthusiasten müssen nun wieder eine lange Zeit auf den nächsten Besuch warten.

Wer es versäumt hat, die Dampflok der Baureihe 58 mit Baujahr 1921 am Samstag im Calmbacher und im Wildbader Bahnhof nicht nur zu sehen und zu bestaunen, sondern auch deren Führerstand zu besichtigen, muss jetzt ein Jahr darauf warten. Und zwar deshalb, weil diese Lok der Dampfnostalgie Karlsruhe unter dem Dach der Ulmer Eisenbahnfreunde die Strecke der Enztalbahn in diesem Jahr nur am vergangenen Samstag als einzigem Tag in diesem Jahr befahren hat.

 

Die rund 18,5 Meter lange Lokomotive der Baureihe 58 mit der Nummer 311 wurde im Jahr 1921 von der Maschinenbaugesellschaft Karlsruhe gebaut und im Jahr 1984 von den Ulmer Eisenbahnfreunden erworben. Stationiert ist sie seit Jahren bei der Dampfnostalgie Karlsruhe als einer Sektion der Ulmer Eisenbahnfreunde, deren Mitglieder sie auch ehrenamtlich betreiben.

Am Samstagmorgen kam der historische Zug mit zwei unterschiedlichen Wagentypen zum einen aus den 1930er- und zum anderen aus den 1960er-Jahren von Karlsruhe über Pforzheim nach Bad Wildbad. Beim Einfahren des Zuges im Bahnhof fragte ein Bad Wildbader Senior, ob die Bahn auch durch die Stadt bis zur Endhaltestelle der Enztalbahn im Kurpark fahre, was allerdings verneint werden musste.

Wasserkräne an Endstationen erhalten

Nach der Ankunft ging der Lokführer daran, die Lok umzusetzen und sie an den Wasserkran beim Gleis eins zu fahren und aufzutanken, um sie damit für die Rückfahrt nach Pforzheim zu rüsten. Dasselbe Vorgehen gab es beim Fahrtenpaar am Nachmittag. Im Gespräch mit unserer Redaktion erinnerte sich Hans-Peter Fantoli (Karlsruhe) als Zugführer an die Zusage des am 16. Juli 2020 verstorbenen AVG-Chefs Dieter Ludwig, trotz des elektrischen Betriebs der Stadtbahnen an allen Endstationen, die von der Dampfnostalgie Karlsruhe mit ihren Dampflokzügen angefahren werden, Wasserkräne zu erhalten.

Am Bad Wildbader Bahnhof fand sich auch Joachim Dietz als gebürtiger Calmbacher und Betreiber eines Elektronikgeschäfts auch mit Modellbahnen an der Hindenburgstraße in Höfen ein, der in früheren Jahren aus persönlicher Begeisterung für die Dampflok-Romantik Service-Mitarbeiter in dem vom Zug mitgeführten Speisewagen war und sich noch gerne an diese Zeit erinnert. Und sogar ein sich auf einer Urlaubsreise nach Wien befindliches französisches Paar aus Paris entdeckte den Nostalgiezug am Wildbader Bahnhof, wobei die Konversation zwischen ihm, Joachim Dietz und Zugführer Hans-Peter Fantoli in einem Mix aus Englisch und Französisch geführt wurde.

Schon bei der ersten Ankunft am Vormittag hatten sich zahlreiche Bahn-Nostalgiefans am Wildbader Bahnhof eingefunden. Den kleinen und großen Besuchern wurde sogar die Möglichkeit geboten, den Führerstand in der Lok zu besichtigen und von dort einen Blick auf die Schienen der Enztalbahn zu werfen.