Hans Kurt Rennig (rechts) und die Helfer der BUND-Ortsgruppe aus Schiltach bauen den Schutzzaun auf. Foto: Rennig

Der Weg über die Straße endet für Kröten nicht selten tödlich. Schutzzäune können ganze Populationen retten. Dass es einen solchen nun auch am Weiher am Etzenbühl bei Rötenberg gibt, ist Hans Kurt Rennig und weiteren Helfern zu verdanken.

Es war gegen halb zehn an einem Mittwochabend – der Schenkenzeller Hans Kurt Rennig fuhr gerade nach Hause, als er auf der Brandsteigstraße auf Höhe Etzenbühl plötzlich auf die Bremse trat. Das Scheinwerferlicht war auf etwa 25 Kröten gefallen, die sich auf der Straße befanden.

 

Im Gegensatz zu Rennig hatten andere Autofahrer offenbar nicht schnell genug reagiert –trotz eines Schildes, das auf die Krötenwanderung hinweist. „Zehn Kröten waren schon überfahren“, erinnert sich Rennig. Die Amphibien waren auf dem Weg zum Weiher, um dort zu laichen. „Wenn der Asphalt warm ist, bleiben sie auf der Straße sitzen“, schildert Rennig, der sich seit mehr als 50 Jahren im BUND engagiert.

Der Umweltschützer hatte genug tote Kröten gesehen – am nächsten Tag kontaktierte er den früheren Rötenberger Ortsvorsteher Stefan Wiedmann, der ihm seine Unterstützung zusicherte, und Bürgermeister Michael Lehrer, der zusagte, dass die Gemeinde die Rechnung für einen Krötenzaun übernehme. Dann fuhr Rennig nach Vöhringen und kaufte 50 Meter Zaun, den er gemeinsam mit einem Helferteam der BUND-Ortsgruppe aus Schiltach um Roland Moser aufbaute.

Die Kröten sind auf Wanderschaft. Foto: Rennig

Und Rennigs Aktion zeigt Wirkung: Etwa 120 Kröten sind innerhalb von nur drei Tagen in die Eimer geplumpst, die alle fünf Meter entlang des Zauns platziert sind. Die gesammelten Kröten werden nun jeden Morgen von Anwohnerin Ruth Raviol sicher über die Straße gebracht. Raviol führt auch Protokoll darüber, in welche Eimer die Kröten fallen, um herauszufinden, aus welchen Richtungen sie kommen.

Am Zaun werden die Kröten in Eimern gesammelt. Foto: Rennig

Werden es in den kommenden Wochen noch mehr Tiere, dann zeige sich, dass man jedes Jahr aktiv werden müsse, sagt Rennig. Es gebe auch Überquerungsgebiete, in denen es aufgrund der vielen Opfer durch den Straßenverkehr keine Krötenwanderung mehr gebe. Rennig geht es daher vor allem darum, Autofahrer zu sensibilisieren, wie er betont.

Warum sich keine Behörde um einen Krötenzaun gekümmert hat? Rennig lacht. Man könne versuchen, das bürokratische Wirrwarr zu entwirren – oder fünf Leute zusammentrommeln und selbst handeln.