Ein Großaufgebot war in der Tübinger Straße vor Ort, um den Großbrand in einem Dachstuhl zu löschen. Foto: Kreller

Unruhige Nacht für die Feuerwehr: In den frühen Morgenstunden mussten sie mit insgesamt 60 Einsatzkräften in die Tübinger Straße ausrücken, um dort einen Dachstuhlbrand zu löschen – dieses Jahr der größte Brand in Hechingen. Zur Stunde sind die Ermittler der Kripo vor Ort.

Hechingen - Gegen 3.14 Uhr hatte die Leitstelle die Feuerwehr alarmiert. Diese war mit einem Großaufgebot vor Ort: Rund 60 Feuerwehrleute und 12 Fahrzeuge machten sich umgehend daran, das Feuer zu löschen. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte stand bereits der Dachstuhl in Flammen. Alle Bewohner hatten das Wohnhaus zu diesem Zeitpunkt schon verlassen. Da nicht auszuschließen war, dass das Feuer auf ein Nebengebäude übergreift, mussten dort die Bewohner von der Polizei evakuiert werden.

Gebäude ist vorerst unbewohnbar

Schon nach gut einer Stunde hatte Feuerwehr die Lage unter Kontrolle. Das berichtet der stellvertretende Kommandant der Gesamtstadt-Feuerwehr, Frank Brecht, auf Nachfrage der Redaktion. Die Feuerwehr konnte durch das schnelle Eingreifen auch verhindern, dass die Flammen auf die Nachbargebäude überschlugen. Die Lösch- und Nachlöscharbeiten der Feuerwehr zogen sich bis in die Morgenstunden hin.

Während der Löscharbeiten musste die Feuerwehr zudem die direkt über das Haus führende Stromleitung unterbrechen. Zur Unterstützung wurde ein zweites Drehleiterfahrzeug der Feuerwehr Haigerloch angefordert. Im Einsatz waren darüber hinaus die Abteilungen Stadt, Bechtoldsweiler, Sickingen und Boll. Zumindest am Morgen aber hatten die direkten Nachbarn wieder Elektrizität.

Das Brandgebäude selbst dürfte nun unbewohnbar sein. Die Hausbewohner konnten bei Angehörigen untergebracht werden. In dem Gebäude soll ein größerer Familienverband gewohnt haben.

Auch untere Etagen sind betroffen

Den entstandenen Sachschaden schätzt die Polizei auf etwa 150.000 Euro. Verletzt wurde niemand. Das Dach ist abgedeckt, vom Dachstuhl stehen nur noch verkohlte Balken. Ein Nachbar berichtet, dass über längere Zeit viel Löschwasser in das Gebäude gespritzt wurde, sodass auch die unteren Etagen des dreistöckigen Hauses betroffen sind.

Wie Brecht sagt, sei der Brand in der Tübinger Straße der in diesem Jahr bislang größte, den die Feuerwehren in Hechingen zu bewältigen hatten. Mehrere Trupps seien gar ins Haus hineingegangen und hätten die Flammen von innen bekämpft. Besonders aufwendig an diesem Einsatz waren die Nachlöscharbeiten, bei denen die Feuerwehren gezielt die Dachisolierung entfernen, um dort versteckte Glutnester zu entdecken.

Ersten Erkenntnissen der Polizei zufolge könnte ein technischer Defekt die Ursache für den Brand gewesen sein. Das Polizeirevier Hechingen hat mit der Unterstützung von Kriminaltechnikern die Ermittlungen aufgenommen.