Neue Wege, Geländer, ein Panorama-Steg, ganz viele Pflanzen: Im Stadtgarten Calw hat sich vieles getan. Aber: Eines der meistgewünschten Projekte verzögert sich – um viele Monate.
Noch zwei Wochen, dann ist Weihnachten. Kaum jemand dürfte dieser Tage schon wieder an den Frühling denken – es sei denn, der Blick fällt auf den Calwer Stadtgarten. Denn der dürfte im kommenden Jahr im wahrsten Sinne des Wortes aufblühen.
Seit einigen Tagen sind dort Arbeiter dabei, zahlreiche Sträucher und Bäume frisch einzupflanzen. Bereits zuvor waren die dafür vorgesehenen Flächen mit Humus aufbereitet worden; auch Blumenwiesen soll es geben.
Es handelt sich dabei um eine der letzten Maßnahmen im Zuge des Großprojektes, das da „Aufwertung des Stadtgartens“ heißt.
So fing alles an
Gut zwei Jahre ist es her, dass dafür Ende 2023 die ersten Arbeiten begannen; im Frühjahr 2021 brachte ein Gemeinderatsbeschluss das Ganze auf den Weg. Anstoß und Ideen kamen damals von der Gruppe „Tourismus, Freizeit, Natur“ des Arbeitskreises Innenstadt.
1,5 Millionen Euro flossen und fließen insgesamt in das Projekt; 90 Prozent davon kommen aus einem Förderprogramm des Bundes zur Klimaanpassung. Und passiert ist einiges.
Das ist bereits erledigt
Ein großer Teil der Wege im Georgenäumsgarten etwa, zwischen Georgenäum und Schillerstraße, sind nun entsiegelt und gepflastert; Sitznischen mit Bänken und Trockenmauern laden zum Verweilen ein. Erstmal gibt es einen Weg, der hier komplett ohne Treppen bis auf den Wimberg führt.
Auch die Schillerstraße im Bereich der früher „Lehrerparkplätze“ genannten Stellflächen sieht jetzt ganz anders aus. Parkplätze gibt es keine mehr, dafür Pflastersteine statt Asphalt. Eine Maßnahme, die Abkühlung bringen soll – denn hier verläuft eine Kaltluftschneise ins Tal. Die kalte Luft wurde früher jedoch durch das aufgeheizte Blech der Autos auf den Stellflächen erwärmt.
Als einer der Höhepunkte der Umgestaltung dürfte indes der Panorama-Holzsteg gelten, der unterhalb der Altburger Straße am Hang entlang verläuft und seit Mitte Februar begehbar ist.
Neu ist zudem eine Sensortechnik zur Messung von Klimawerten, die das Jugendforschungszentrum hergestellt hat, und die an Straßenlaternen hängt. Diese zeichnet seit einiger Zeit Daten auf.
„Momentan wird noch nach einer Lösung gesucht, die Aufzeichnungen öffentlich abrufbar zu machen, vorzugsweise über das Bürger-GIS“, berichtet David Mogler, Persönlicher Referent des Oberbürgermeisters und Wirtschaftsbeauftragter.
Das ist noch zu tun
Ansonsten sind es fast nur noch Kleinigkeiten, die es zu erledigen gilt. Für die kleine „Theaterfläche“ etwa, in der Mulde beim Georgenäum, ist zwar der Unterbau fertig, allerdings fehlt die Holztribüne. Auch die Bestandsmöblierung soll noch renoviert werden.
All das, einschließlich der Pflanzarbeiten, soll jedoch bald erledigt sein. „Wir geben im Moment Vollgas beim Projekt“, sagt Mogler auf Anfrage unserer Redaktion. Und wie geplant und schon vor längerem angekündigt, sollen die Arbeiten im Stadtgarten bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Zumindest fast.
Und was ist mit den Rutschen?
Denn ein Projekt wird noch einige Monate auf sich warten lassen. Und zwar ausgerechnet eines, das bei einem Treffen des Bürgerforums zur Umgestaltung des Calwer Stadtgartens im Jahr 2022 den meisten Zuspruch bekommen hatte: die riesigen Rutschen, die als Abkürzungen dienen sollen.
Zwei sind geplant; eine zunächst angedachte dritte wurde aufgrund des zu großen Aufwands wieder verworfen.
Die längere Rutsche (32 Meter) soll am Weg oberhalb des Einstiegs des Panorama-Holzsteges starten, die kürzere (17 Meter) eine Wegbiegung darunter. Die Einstiegsbereiche dafür stehen bereits seit längerem – errichtet mit Sandsteinen vom Badischen Hof.
Die Rutschen selbst jedoch fehlen noch. Denn deren Umsetzung „gestaltet sich aufgrund der Topografie schwieriger als vermutet“, erklärt Mogler. Zumindest im Fall des kürzeren Exemplars.
Das Problem: „Der Hang ist für den ursprünglich geplanten Verlauf der Rutsche nicht steil genug.“ Wäre alles bei den ursprünglichen Plänen geblieben, hätte entweder die Einstiegskanzel deutlich höher als das „Straßenniveau“ ausfallen oder das Ganze in den Hang eingegraben werden müssen.
„Da beides für uns nicht in Frage kommt, wurde das Gelände nochmal in größerem Umfang vermessen und es wird nach einer Lösung gesucht, die Rutsche mit einem anderen Kurvenverlauf dem Gelände anzupassen“, führt Mogler aus.
Eine passende Planung sei vor Kurzem vorgestellt worden, die Werksplanung gehe in den nächsten Tagen ein. „Wir erwarten die Fertigstellung der Rutschen im Mai“, kündigt der Persönliche Referent an. Geplant war eigentlich eine Fertigstellung im Juni, dann im Juli dieses Jahres.
Wäre es nur um die obere Rutsche gegangen, hätte das womöglich auch geklappt. Die bereite nämlich keine Probleme. „Aber da es sich um einen Gesamtauftrag handelt und man Mehrkosten vermeiden möchte, müssen die beiden Rutschen gemeinsam eintreffen“, so Mogler.