Die CycloCross Bundesliga gastierte am Wochenende in Baiersbronn mit gleich zwei Renntagen. Das Event war zugleich eine doppelte Generalprobe.
Zum einen waren die Bundesliga-Wertungsläufe Nummer 15 und 16 in dieser Saison die beiden letzten Bundesliga-Wertungsrennen, vor es am 4. Januar 2026 bei den Deutschen Meisterschaften um die letzten Bundesligapunkte geht.
Zum anderen aber war das Doppelrennwochenende auch die Generalprobe für das bisher größte CycloCross-Event in Baiersbronn, den deutschen Meisterschaften im Januar 2027.
Und die heimischen CycloCross-Fahrer wussten zu liefern. Allen voran bei den Schülern U15 der Huzenbacher Hannes Sprenger im Trikot des SC Hausach. In beiden Rennen zeigte er einen tadellosen Soloritt vom Start weg und siegte sowohl am Samstag als auch am Sonntag mit über einen Minute Vorsprung vor der Konkurrenz.
Hannes Sprenger hat klare Ziele
Mit seinen Bundesliga-Siegen Nummer fünf und sechs in diesem Winter schnappte sich Hannes Sprenger zudem den vorzeitigen Bundesliga-Gesamtsieg. „Ich werde jetzt noch mal richtig trainieren und vielleicht noch am 28. Dezember in Darmstadt ein Rennen fahren, bevor es dann bei den Deutschen um Edelmetall geht“, so Sprenger nach seinem zweiten Sieg am Sonntag.
Ein weiterer Husarenritt
Den zweiten Husarenritt des Wochenendes im Tal-X lieferte Marcus Bangert bei den Masters2/Ü40. Zwar war Bangert als Cheforganisator schon seit Wochen gefordert und gefühlt unter Dauerstrom, aber für seine beiden Rennen hatte sich der größte Mann im Feld der Ü40-Fahrer viel vorgenommen.
Mutig angegangen und sogar kurzzeitig vor dem Vizeweltmeister, dem späterem Sieger Hannes Genze, musste Bangert allerdings früh nach einem Defekt das Rad wechseln und fiel auf Position fünf zurück.
Doch Bangert startete er eine grandiose Aufholjagd an Renntag eins. Eingangs des letzten Kilometers lag der Baiersbronner noch fünf Sekunden hinter dem starken Münchner Christian Eckart. Bangert riskierte aber alles auf dem letzten Wiesenstück und dem anschließenden Schräghang Richtung Zielgerade.
Tigersprung entscheidend
Meter um Meter holte er auf und saugte sich mit einem Tigersprung auf dem Zielstrich noch am Drittplatzierten Münchner vorbei. Genau mit 20 Hundertstel hatte Marcus Bangert im Ziel nach knapp vierzig Minuten Fahrzeit die Nase vorne und damit als Dritter seine erste Bundesliga-Podiumsplatzierung in über 20 Jahren Radrennsport herausgefahren.
Dahinter lieferte Christian Lenk als Bundesliga-Neuling auf Platz 14 ebenfalls einen großartigen Einstand ab.
So lief’s am Sonntag
Beim Sonntagsrennen dann war Marcus Bangert nochmals angetreten, um seine Vortags-Sensation zu wiederholen. Allerdings hatte Bangert erneut mit Defekten zu kämpfen, die ihn immer wieder zurückwarfen. Er beendete mit einem dennoch grandiosen fünften Rang sein Rennwochenende. Christian Lenk unterstrich ebenfalls als Fünfzehnter die Stärke der Baiersbronner CycloCrosser.
Benjamin Merkel überzeugt
Einen starken Auftritt an beiden Tagen bot auch Benjamin Merkel vom RMVS Langenbrand in den Rennen der Elite. Am Samstag fuhr Merkel auf Rang 16, und am Sonntag kam er noch besser mit dem anspruchsvollen, aber schnellen Kurs zurecht und fuhr auf Rang 11. Wie stark das Eliterennen besetzt war, zeigt die Tatsache, dass M30-Weltmeister Sascha Starker vom Team Recon am Samstag „nur“ Zweiter geworden war und Sonntag sogar gleich drei Fahrern den Vortritt lassen musste.
Spannend war auch das vereinsinterne Duell der beiden „TV-Baiersbronn-Fahrer“ David van Loo und Nico Juhasz bei den Masters3/Ü50. Am Ende hatte von Loo beide Male die Nase vorne, samstags auf Rang 22 und sonntags auf Rang 21, während Juhasz an beiden Tagen Rang 24 belegte.
Spannende Frauenrennen
Bei den Frauen war in den Bundesliga-Wertungsläufen keine Vertreterin der Region im Rennen, aber dafür waren große Namen am Start. Quereinsteigerin Tomke Winkelband (Stevens Racing Team Hamburg) sicherte sich samstags den Sieg der Damen vor Topfavoritin Lisa Heckmann vom VC Darmstadt 1899 und Stefanie Paul, ebenfalls vom Stevens Racing Team Hamburg.
Erst Uni – dann Sieg
Sonntags war dann Jule Märkl vom Frauen-Profi-Team Canyon/SRAM am Start und setzte sich gegen die Top3 des Vortags durch, nachdem sie am Samstag aufgrund Anwesenheitspflicht an der Uni nicht hatte starten können.
Einen tollen Eindruck hinterließen auch die Hobbyfahrer der Region. Der Dornstetter Roman Günther zeigte bei seinem Rennpremiere eine tolle Aufholjagd und schob sich im Laufe des 30 minütigen Rennens immer weiter nach vorne. Am Ende sprang für ihn Platz 12 heraus, noch vor dem erfahrenen Freudenstädter Gerd Braun, der auf Rang 15 einfuhr.
Lob von höchster Stelle für Marcus Bangert und sein Orga-Team
Der zweite Dornstetter CycloCross-Neuling im Rennen, Julius Braun, folgte auf Rang 20. Bei den Hobby-Damen fuhr Tanja Straub vom TV Baiersbronn als Dritte aufs Podium, Monika Weinläder aus Dornstetten folgte auf Rang vier.
Marcus Bangert und sein Orga-Team bekamen von Seiten des Deutschen Radsportverbandes „German Cycling“ großes Lob für die gelungene Veranstaltung und zeigten sich auch im Beschluss bekräftigt, die Deutschen Meisterschaften 2027 nach Baiersbronn vergeben zu haben.