Seit 40 Jahren betreibt Rita Pfau den Currywurstwagen auf dem Oberndorfer Schuhmarktplatz. Was sich in dieser Zeit verändert hat und welche Momente ihr in Erinnerung geblieben sind.
Wer Oberndorfs Innenstadt kennt, kennt auch sie: Rita Pfau. Normalerweise treffen ihre Kunden sie zwischen Würsten und Pommes hinter der Theke ihres Currywurstwagens auf dem Schuhmarktplatz an. Doch am vergangenen Freitag bekam sie einen Ehrenplatz.
Auf einem Plastikstuhl neben ihrem Wagen, mit einem Krönchen auf dem Kopf und einem Sektglas in der Hand ließ sie sich an diesem besonderen Tag feiern: Seit nunmehr 40 Jahren betreibt sie den Currywurstwagen bei Wind und Wetter, seit sie ihn damals 1986 von ihrem Vater übernahm.
Über die Jahre habe sie so eine treue Stammkundschaft aufgebaut, erzählt Pfau im Gespräch mit unserer Redaktion. Mittlerweile kämen bereits Enkel und Urenkel von ehemaligen Stammkunden an ihren Wagen, sowie viele Leute, die sie schon ewig kenne und „die wissen, dass ich hier bin“, so Pfau. Sollte sie doch einmal nicht da sein, sorge das auch schnell für Verwunderung unter ihrer Kundschaft.
Ein eingespieltes Team
Die Menschen – das sei es, was sie seit 40 Jahren motiviere, den Job weiterzumachen. „Es gibt auch viel zurück“, erklärt Pfau. So erinnere sie sich noch immer, wie sie in ihrem Briefkasten einst einen Brief von einem ihrer Kunden zusammen mit 30 Mark fand. Das Geld hatte ihr Team zuvor versehentlich zu viel herausgegeben. „Ich glaube, den Brief habe ich sogar noch“, erinnert sich Pfau.
Auch einige ihrer Helfer halten Pfau bereits seit 20 oder sogar 30 Jahren die Treue. An diesem besonderen Freitagmittag packt auch ihr Sohn „Timmy“ Pfau tatkräftig mit an, um jedem Kunden eine der – an diesem Tag vergünstigten – Oberndorfer Kultwürste zu sichern.
„Es hat immer Spaß gemacht“
Zwar sei ihr Wagen eigentlich immer recht gut besucht, doch das generelle Innenstadtsterben ist auch in Oberndorf spürbar. Gab es früher noch mehr Geschäfte und mehr Leben in der Fußgängerzone, so sei diese heute praktisch „tot“, wenn Pfau ihr Geschäft am Nachmittag schließt – nicht das einzige, was sich in 40 Jahren Currywurstgeschäft verändert hat.
Auch an Pfau selbst zieht die Zeit nicht spurlos vorbei. Sie werde älter, und das lange Stehen falle ihr zunehmend schwerer. Reiste sie mit ihrem Wagen früher noch zu verschiedenen Krämermärkten in der Region, so lässt die Oberndorfer Currywurstikone es heute ruhiger angehen. Nun beschränke sie sich freitags und samstags auf die hungrigen Kunden in Oberndorf.
Doch auch wenn die Jahre ihre Spuren hinterlassen haben: „Es hat immer Spaß gemacht“. Pfau ist sich sicher: „Ich würde es jederzeit wieder machen“.