Das mit Rückschlägen kämpfende Biotechunternehmen Curevac geht dem Konflikt über eine Betriebsratswahl aus dem Weg. Nur so finden die Tübinger aus dem Tief heraus, meint Matthias Schiermeyer.
Stuttgart - Jede neue positive Nachricht für den Konkurrenten Biontech muss auf Curevac wie ein weiterer Nackenschlag wirken. Beispielsweise ist der Mainzer Impfstoffhersteller an der Börse aktuell mehr als 100 Milliarden Dollar wert – derweil die Curevac-Aktie infolge der diversen Hiobsbotschaften schwer abgestürzt ist. Das Vertrauen sowohl der Anleger als auch der Politik in das mit so viel Vorschusslorbeeren bedachte Tübinger Biotechunternehmen ist weg und muss hart neu erarbeitet werden. Interne Auseinandersetzungen wären da kontraproduktiv.
Reifeprozess vom Start-up zum Aushängeschild der Biopharmabranche
Insofern will die Geschäftsführung der geplanten erstmaligen Betriebsratswahl trotz aller Skepsis nicht im Wege stehen. Gut so, der Reifeprozess vom Start-up zum Biopharmaunternehmen mit globaler Wirkung geht voran – und eine gewählte Mitarbeitervertretung gehört unbedingt dazu. Das muss auch Biontech erkennen, das mit Sozialpartnerschaft seinerseits fremdelt. Es mag sein, dass Arbeitnehmervertreter manchmal schnelle Entscheidungen behindern. Wer jedoch mit solch hohen Ansprüchen agiert wie Curevac und Biontech, der braucht topmotivierte Beschäftigte – die gibt es nur mit einer ehrlichen Kooperation auf Augenhöhe.