Bereits kurz nach der offiziellen Eröffnung war die Cult stark frequentiert. Schüler aus der gesamten Region informierten sich bei den Arbeitgebern. Foto: Michael Werndorff

Die zweitägige Lörracher Job- und Bildungsmesse „Cult“ ist am Freitag eröffnet worden. Zahlreiche Unternehmen aus dem Kreis Lörrach stellen sich den Messebesuchern vor.

Unternehmen suchen händeringend Fachkräfte und Auszubildende. Viele Ausbildungsstellen bleiben unbesetzt, und erfahrene Mitarbeiter gehen in den Ruhestand. Gleichzeitig verändert die Transformation der Industrie ganze Berufsbilder – schneller als es vor wenigen Jahren erwartet wurde. Das erklärte Markus Hug, Mitgründer der Job- und Bildungsmesse Cult, bei der Eröffnung am Freitagmorgen auf dem Gelände der Lörracher Regio-Messe. Mittlerweile hat seine Frau Martina Hug die Organisation der Messe für Berufsorientierung und Weiterbildung inne. Der Anlass hat sich längst als feste Größe im Dreiländereck etabliert – rund 130 Aussteller sind auf der diesjährigen Cult vertreten.

 

Fachkräfte sichern

Mittlerweile laute die Frage, wie man gemeinsam die Fachkräfte in der Region sichern könne, machte Markus Hug deutlich. „Denn eins ist klar –im Wettbewerb um Talente stehen heute nicht nur einzelne Unternehmen, sondern ganze Regionen.“ Hier setze die Cult an, so Hug weiter. „Sie bringt junge Menschen, Fachkräfte und Unternehmen zusammen, schafft Orientierung, macht Chancen sichtbar und sie zeigt, was unsere Region wirtschaftlich leisten kann.“ Die Cult sei aber weit mehr als eine Recruiting-Plattform. „Sie ist Begegnungsraum, Netzwerk und Zukunftswerkstatt zugleich“, so Hug, der die aktuellen Herausforderungen skizzierte.

Neues Format geplant

So stünden mehrere Fragen im Raum, unter anderem, wie sich junge Menschen für eine Ausbildung gewinnen und Beschäftigte für neue Berufsbilder qualifizieren ließen. Auch gehe es um die Schaffung von Arbeitsbedingungen, um Talente langfristig zu binden. Antworten auf diese Fragen würden im Netzwerk entstehen, so Hug weiter.

Eröffneten die Cult (v.l.): Markus Hug, Lörrachs OB Jörg Lutz und Alexander Maas, Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Südwest. Foto: Michael Werndorff

Er kündigte für das nächste Jahr ein neues Format namens „Zukunft HR“ an – ein Tag, der sich an Unternehmen, HR-Verantwortliche und Arbeitsmarktpartner richte – mit Beispielen aus der Wirtschaft, interaktiven Workshops und inspirierenden Vorträgen. „Ein Raum für Ideen, Austausch und konkrete Lösungsansätze rund um die Fachkräftesicherung. Mit Bettina Dietsche habe man bereits eine der profiliertesten HR-Gestalterinnen Deutschlands gewinnen können, kündigte Hug an. Dass Wissen und Bildung die einzigen Rohstoffe Deutschlands seien, erklärte Lörrachs Oberbürgermeister Jörg Lutz.

Wissen als Rohstoff

„Es ist wichtig, dass Sie dazu beitragen, den wichtigsten Rohstoff, den wir in Deutschland haben, zu heben“, sprach er die Aussteller an. Und weiter: „Wenn Sie neue Mitarbeiter finden, tun Sie Ihrem Unternehmen, den Mitarbeitern und der Gesellschaft etwas Gutes.“ Denn: Wohlstand falle nicht vom Himmel, er müsse jeden Tag aufs Neue erarbeitet werden, so der Rathauschef.

Als dritter Redner warf Alexander Maas, Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Südwest, ein Schlaglicht auf die Statistik der Agentur für Arbeit. Demnach sind 25 Prozent der Beschäftigten 55 Jahre und älter und werden in den nächsten zehn Jahren aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Dagegen seien nur 11,7 Prozent jünger als 25 Jahre, so Maas. Eine Lücke sei vorhanden. „Der demografische Wandel ist kein Konstrukt, sondern er wird auch den Arbeitsmarkt in unserer Region verändern.“ Zudem halte Künstliche Intelligenz vielerorts Einzug und verändere Berufsbilder und Ausbildungen. Auszubildende, Fachkräfte und Nachwuchs würden daher dringend benötigt.

Mittelständler und Global Player

Das Ausstellerfeld ist breit aufgestellt – verschiedenen Branchen sind anwesend, die Einblicke in Berufsalltag und Ausbildung gewähren. Neben Mittelständlern präsentieren sich auch Global Player wie Endress + Hauser.

So erklärte Denis Liske, der im Verlagshaus Jaumann als Trainee in der Mediaberatung tätig ist, welche Fähigkeiten angehende Mediaberater mitbringen müssen. „Es ist aufregend, mit vielen Kunden aus verschiedenen Branchen in Kontakt zu sein“, sagt der 25-Jährige. Verkaufsgespräche seien eine Herausforderung. Liske sei vergangenes Jahr über die Cult auf die Trainee-Stelle aufmerksam geworden. Am heutigen Samstag besteht erneut die Gelegenheit, sich über zahlreiche berufliche Möglichkeiten zu informieren. Infos finden Interessierte im Internet unter www.cult-loerrach.de.