Dieses Gerät erkennt Leckagen an Rohren und zeigt an, an welcher Stelle es sich befindet. Foto: Davydenko

CS-Instruments in Tannheim hat vom Land knapp eine halbe Million Euro Fördergelder für ein Projekt bekommen. Doch was macht diese Firma eigentlich und wofür wird das Geld verwendet?

VS-Tannheim - Der Geschäftsführer Wolfgang Blessing kommt selber auch aus Tannheim und dachte sich vor mehr als 20 Jahren: "Es ist eine gute Idee was in Tannheim zu bauen."

 

Bis heute sei er zufrieden mit seiner Entscheidung sich dort niederzulassen. Die Firma ist in der Zindelsteiner Straße in Tannheim.

Laut eigenen Worten ist die Firma ein "hidden champion", also ein Technologieführer einer fachspezifischen Nische.

Haupteinsatzgebiet der Messtechnik von CS-Instruments ist die Luft, die uns umgibt. Im Speziellen der Druckluft und deren Austreten an Rohren. "Wir schauen an den Stellen, an denen man früher großzügig war. Früher wurde über Luft hinweggesehen", erklärt Ralph Kondzilla, Projektleiter der Firma. Man solle sich eine Leckage wie einen tropfenden Wasserhahn vorstellen. Diesen würde man direkt reparieren, da sonst Geld und Energie verloren geht. Das Problem an Luft sei, dass man sie weder sieht noch riecht und solche undichten Stellen nicht auffallen.

"Kosten und Energieeinsparung wichtig"

Mit einem Messgerät, welches von der Firma entwickelt und produziert wurde, könne man austretende Luft an Rohren und Leitungen erkennen und somit Kosten und Energie einsparen. Nach eigenen Angaben sei diese Art von Gerät einzigartig. "Uns sind die Kosten und Energieeinsparung wichtig", betont Blessing an der Stelle.

Geruch an Tankstellen Gesundheits gefährdend

Auch die Gesundheit der Menschen sei der Firma wichtig. Nun wagen sie sich in ein neues Nischengebiet und starten ein Projekt, welches vom Wirtschaftsministerium bewilligt und gefördert wird. Bei diesem Projekt handelt es sich um eine Sensortechnik, die potenziell krebserregende Teilchen in der Luft erkennt. Solche aromatischen Kohlenwasserstoffatome spielen in unserem Leben eine untergeordnete Rolle, sind jedoch allgegenwärtig. Der Geruch an Tankstellen, den viele mögen, wird von solchen Atomen verursacht.

Forschung an hochsensiblen Sensoren

In der Industrie gibt es bestimmte Grenzwerte für die Luft. Es ist klar geregelt wie viele Teilchen von bestimmten Stoffen in der Luft sein dürfen, ohne gesundheitsgefährdend zu sein. Um diesen Wert genauer einhalten zu können, braucht es hochsensible Sensoren, die messen. Die Firma forscht in Zusammenarbeit mit dem Frauenhoferinstitut in Freiburg an solchen Techniken. Ziel sei es, die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeitenden zu wahren und zusätzlich die ökologische Belastung durch solche Stoffe in der Natur zu minimieren.

Projekt soll Gesellschaft weiterbringen

"Das Land ist der Meinung, dass diese Idee unsere Gesellschaft weiterbringt", stellt Blessing klar. Da das Projekt ein Risiko mit sich bringt, wäre es, laut Kondzilla und Blessing, nicht ohne die Fördergelder dazu gekommen. "Wir bekommen einen Vorschuss, um in die risikobehaftete Forschung einzusteigen", erklärt Kondzilla. Es sei noch unklar, ob so hochsensible Sensoren mit der derzeitigen Technik möglich wären.

Nur ein Teil des Geldes – rund 35 Prozent – bekommt die Firma. Der Rest wird in der Forschung des Frauenhoferinstituts verwendet. Von den Fördergeldern werden technisches Equipment, Testläufe und Arbeitszeiten der Mitarbeitenden bezahlt. "Wir wollen auch dem Umweltbundesamt die Technik bieten, um Messungen vornehmen zu können", führt Blessing aus. Die Forschungen laufen noch bis zum Dezember dieses Jahres.