Das Cross im Park-Jubiläum in Klosterreichenbach entwickelte sich zu einer wilden Schlammschlacht. Einige Lokalmatadoren holten sich zudem starke Platzierungen.
Die zehnte Auflage des Cyclo-Cross-Events „Cross im Park“ ging in Klosterreichenbach über die Bühne. Zahlreiche der besten deutschen Cyclo-Cross-Fahrerinnen und -fahrer hatten sich im neuen Kurpark eingefunden.
Bereits am Samstag waren einige Topnamen angereist, um sich den Rennparcours vorab anzuschauen. Auch der Württembergische Nachwuchskader nutzte diesen als Trainings-Lehrgang, bei dem vor allem Hannes Genze den jungen Talenten an den schwierig zu fahrenden Passagen Tipps der Elite gab.
Allerdings waren die Bedingungen am Sonntag komplett andere. Durch die starken Regenfälle über Nacht hatten sich die Wiesenpassagen in reinste Sumpfhindernisse verwandelt. Auch bei den ersten Rennen der Nachwuchsklassen und auch beim Hobbyrennen hatte es noch geregnet, sodass die Rennen zu wirklichen Schlammschlachten wurden.
Guter achter Platz
Nach dem zahlreichen Junioren- und Schülerrennen stand zuerst das Hobbyrennen der Erwachsenen aus lokaler Sicht im Fokus. Hier fand der frühere Mountainbike-Spezialist Gerd Braun aus Freudenstadt eine tolle Linie und fuhr auf den guten Rang acht. „Ich bin heute mein wohl bestes Cyclo-Cross-Rennen gefahren. Ich kam im Vergleich zur Konkurrenz deutlich besser durch den Schlamm, offensichtlich hatte ich mir eine sehr gute Fahrlinie rausgesucht,“ schmunzelte Braun.
In der Masters-Klasse starteten mit Rennorganisator Marcus Bangert und dem Dornstetter Christian Lenk bei den Masters 2 (Ü40) und David van Loo bei den Masters 3 (Ü50) gleich drei Lokalmatadoren vom TV Baiersbronn. Vor allem auf Cyclo-Cross-Spezialist Bangert ruhten die Hoffnungen auf einen vorderen Platz.
Allerdings hatte dieser mit starken Rückenproblemen zu kämpfen, sodass kaum wettkampfspezifisches Training im Vorfeld möglich war. Mit dem Startschuss waren allerdings die Blessuren vergessen, und wie erhofft setzte sich der Baiersbronner mit den beiden Topfavoriten Tobias Kurz (Radsport Rhein-Neckar) und Andreas Schröder (RV Pfeil Magstadt) vom Rest des Feldes ab.
Das Spitzentrio blieb allerdings nicht lange zusammen, denn sowohl Bangert als auch Schröder mussten den an diesem Tag übermächtigen Kurz bald ziehen lassen. Am Ende sicherte sich Marcus Bangert Rang drei mit knapp eineinhalb Minuten Rückstand auf Sieger Tobias Kurz und achtzehn Sekunden zum Zweitplatzierten Andreas Schröder.
Christian Lenk kam nicht mit den Bedingungen zurecht und musste mit Platz 12 vorliebnehmen. Bei den Masters 3 lag David van Loo lange aussichtsreich im Rennen, doch nach etwa Dreiviertel der Distanz löste sich sein geklebter Mantel von der hinteren Felge. Eigentlich wäre hier das Rennen zu Ende gewesen, doch Johannes Graef, Elitefahrer im Dress des RSC Nürtingen, lieh van Loo sein Crossrad, sodass dieser nun von hinten dem Feld nachjagen konnte. Trotz des Defekts mit einer halben Runde Fußmarsch bis zum Radwechsel belegte van Loo am Ende dennoch einen achtbaren 18. Rang.
Ohne regionale Beteiligung
Das anschließende Rennen der Damen-Elite fand ohne regionale Beteiligung statt. Hier siegte Katharina Sieger (Radsport Rhein-Neckar) vor Mountainbike-Profi Theresia Schwenk (RSV Heidelberg) und Lisa Heckmann (VC Darmstadt 1899). Wie stark auch das Frauenrennen besetzt war, zeigt der „nur“ achte Rang von Elsassmeisterin Estelle Petithory.
Das abschließende Elite-Rennen der Männer und der Junioren U19 entwickelte sich zur One-Man-Show eines Fahrers, der eigentlich in der Masters2-Klasse fährt und dort im vergangenen Jahr auch Deutscher Meister und Vizeweltmeister im Cyclo-Cross wurde. Die Rede ist von Hannes Genze vom RV Pfeil Magstadt. Der drehte nach der Hälfte auf und gewann am Ende mit knapp zwei Minuten vor Teamkollege Maximilian Vetter und Paul Hellberg, der damit den Dreifach-Triumph der Magstädter Crosser perfekt machte.
Der Murgtaler Mountainbike-Spezialist Benjamin Merkel aus Forbach musste, da er keine Ranglistenpunkte hat, aus der letzten Reihe im Elitefeld starten. Er schob sich im Laufe des Rennens mit einer tollen Aufholjagd noch bis auf Rang zehn. Johannes Graef aus Alpirsbach, im nächsten Jahr beim TV Baiersbronn, kam bei seinem ersten Cyclo-Cross-Rennen auf Rang 22.
U19-Hoffnung Fabian Braun lag nach einem guten Start auf Rang drei, musste aber mit Schaltproblemen Position um Position abgeben und dann mit komplettem Schaltungsdefekt das Rennen beenden.
Organisator ist begeistert
Rennorganisator Marcus Bangert zeigte sich nach dem Event begeistert. „Das war echt ein Hammer. Bedingungen, die den Teilnehmern alles abverlangten. Riesige Starterfelder und Topleistungen, es war ein Fest für den Cyclo-Cross-Sport. Mein großer Dank gilt allen Helfern, Baiersbronn und Klosterreichenbach sowie auch den zahlreichen Sponsoren, ohne die so ein Topevent unserer Sportart hier im Kurpark gar nicht realisierbar wäre.“
Großes Lob kam auch von den teil weither angereisten Sportlerinnen und Sportlern. „Ich danke Marcus (Bangert) und seinem Team, die hier Jahr für Jahr ein echt tolles Event auf die Beine stellen“, so Elite-Sieger Hannes Genze bei der Siegerehrung. „Heute war es CycloCross wie es sein soll. Der Kurs ist einfach genial und macht, egal unter welchen Bedingungen, einfach Spaß“, kommentierte ein sichtlich gezeichneter Alexander Nikolopolous, der noch vor zwei Wochen bei der Gravel-WM gestartet war und am Sonntag als Mitfavorit bei der Masters3 als Sechster sichtlich zu kämpfen hatte.