Der Läufer der LG farbtex Nordschwarzwald ärgert sich über eine Entscheidung des Verbands. Sein Sieg in Darmstadt hätte ihm eigentlich das Ticket für die Cross-Europameisterschaft eingebracht. Doch der Verband spart sich die Kosten.
Bei der dritten Station des Deutschen Cross-Cups 2024 in Darmstadt zeigten die Läuferinnen und Läufer der LG farbtex Nordschwarzwald erneut, dass sie im Crosslauf auf nationaler Ebene mit zu den besten zählen, die Deutschland zu bieten hat.
Den Anfang aus Nordschwarzwälder Sicht machten die U20-Läuferinnen über die 4300 Meter. Im gemeinsamen Lauf der weiblichen U18, U20, U23 und der Frauen-Hauptklasse waren mit Charlotte Skrzos und Joelle Bernhardt gleich zwei aussichtsreiche U20-Läuferinnen mit von der Partie. Eigentlich wäre auch Victoria Skrzos bei der U18 mit in diesem Lauf als Topfavoritin gewesen. Sie verzichtete aber nach Fußproblemen vorsichtshalber auf einen Start, um nicht den Start bei anstehenden Deutschen Crossmeisterschaften aufs Spiel zu setzen. Doch auch so gab es einen Nordschwarzwälder Sieg, denn Charlotte, die ältere der beiden Skrzos-Schwestern, lief bei der U20 zum Sieg und hinter der siegreichen Kenianerin Maurine Chebor auf Gesamtrang sechs im Lauf der Damen. Joelle Bernhardt komplettierte das tolle Abschneiden der kleinen, aber feinen Nordschwarzwälder U20-Delegation mit ihrem starken zehnten Gesamtrang, der ihr bei der U20 den tollen dritten Rang einbrachte.
Gelungene Generalprobe
Henri Hansert, der eigentlich über die 1800-Meter-Sprint-Distanz gemeldet hatte, entschied sich im Hinblick auf die deutlich längere Mittelstrecke bei den Deutschen Meisterschaften, auch in Darmstadt seine Form über die 4300 Meter zu testen. Das gelang dem 30-Jährigen auch in toller Manier, denn hinter dem äthiopischen Sieger Mamiyo Nuguse Hirsuato kam Hansert als drittbester Deutscher auf Rang fünf ins Ziel. Generalprobe für die Cross-DM geglückt.
Das Highlight sollten aber tatsächlich die 1800-Meter-Cross-Sprint werden. Um Jens Mergenthaler von der LG Nordschwarzwald hatte sich ein bärenstarkes Feld an Favoriten versammelt. Mergenthaler sich hielt sich erst taktisch clever im Windschatten. Der aktuelle Deutsche Crossmeister auf der Mittelstrecke setzt in der letzten der drei 600-Meter-Runden zur entscheidenden Attacke an. Der lange Spurt des Nordschwarzwälders zermürbte auch seinen letzten Verfolger und am Ende siegte Mergenthaler in in 5:20,2 Minuten vor Marc Tortell, der in 5:20,9 Minuten knapp dahinter folgte.
Keine Staffel bei den Cross-Europameisterschaften
Eigentlich galt das Rennen über die 1800 Meter bei den Männern und Frauen als Qualifikationsrennen für die Mixed-Staffel bei den Cross-Europameisterschaften am 8. Dezember im türkischen Antalya. Aber nachdem im Frauenfeld laut dem Deutschen Leichtathletik-Verband trotz der Teilnahme der deutschen 1500-Meter-Meisterin Vera Coutellier und weiterer Topläuferinnen angeblich die Klasse fehlte, wird man die Kosten für eine Staffel sparen und 2024 nicht melden, obwohl man hier mit Platz vier vor zwei Jahren, damals ebenfalls mit Jens Mergenthaler und dessen aktuell verletzter Teamkollegin Elena Burkard, bewies, dass man in Europa zu den besten Staffeln zählt. Jens Mergenthaler zeigte sich vom Verband zutiefst enttäuscht: „Ich könnt alles kaputt schlagen. Wofür trainieren wir Athleten überhaupt?“
Vielleicht kann Jens Mergenthaler seine Wut ja in Leistung ummünzen und am Wochenende seinen Deutschen Meistertitel auf der Mittelstrecke verteidigen.