Andy Kube gehört mit seiner Crêperie auf dem Marktplatz zu den Institutionen der Chrysanthema. Foto: Schabel

Die richtige Verpflegung gehört zur Blumenschau dazu. Wie läuft das Geschäft in diesem Jahr? Sind die Preise stabil geblieben? Wir haben uns umgehört.

In diesen Tagen zeigt sich der Herbst in Lahr von seiner strahlendsten Seite. Bestes Wetter also für die Chrysanthema. Auch das Publikum bestätigt diesen Eindruck. Trotz der zahlreichen Besucher herrscht keinerlei Hektik. Die Menschen flanieren sichtbar entspannt durch die Gassen der Innenstadt. An den Ständen ist noch wenig Betrieb, da die Mittagszeit noch nicht begonnen hat. Zeit also für ein Schwätzchen mit den Standbetreibern.

 

Der Kehler Christian Baumann ist mit seinem Stand am Marktplatz heimisch. Der Chef persönlich ist beim Besuch unserer Redaktion leider nicht anwesend, aber seine Mutter Nora und der Neffe Yannik. Auf die Frage nach dem Fazit für die diesjährige Chrysanthema sagt Nora Baumann: „Vergangenes Jahr war es besser, aber 2023 war schlechter. Also so mittendrin.“ Die Preise haben die Baumanns nicht verändert, auch das Sortiment ist geblieben: Würste, Burger, Pommes – auf dem Blumenfestival mag es das Publikum traditionell.

Neben Deftigem lockt der Marktplatz auch mit Süßspeisen: Da sind einmal die goldgelben Stribili von Oliver Deterding. Stribili sind eine alte badische Spezialität und es gibt sie eigentlich vor allem an der Fasent. Essen kann man sie aber natürlich an allen Tagen. In der Crêperie von Deterding ist alles handgemacht, das riecht man auch. Und nicht nur das Essen ist selbstgemacht: Auch seine liebevoll eingerichtete Bude hat Deterding einst eigenhändig gebaut.

Vor der Crêperie von Andy und Bianka Kubegibt’s eine Schlange

Der Lahrer ist eine Frohnatur und dementsprechend lautet sein Fazit: „Ich bin sehr zufrieden. Aber das war ich letztes Jahr und das Jahr davor auch.“ Man müsse es sich auch schön machen und im November dürfe es doch auch mal regnen. Er zwinkert und sagt: „Die Chrysanthema gibt’s nur einmal im Jahr. Wenn die Leute mal da sind, gehen sie auch nicht mehr, wenn’s mal tröpfelt.“ Neben dem Glücksgebäck Stribili gibt es bei ihm noch mehr Süßkram, dazu Glühwein. Sein Sortiment hält Deterding stabil, die Preise sind es in diesem Jahr auch.

Dagegen musste die Crêperie der Kippenheimer Bianka und Andy Kube die Preise etwas nach oben setzen. Die Kosten seien so stark gestiegen, auch durch die Verteuerung von Lebensmitteln wie Nutella oder Mehl, dass eine Preiserhöhung unumgänglich gewesen sei, sagt Bianka Kube. Ansonsten hat sie nur Positives zu berichten: Das Wetter sei toll, das Programm super, die Stadt als Ansprechpartner hilfsbereit wie immer. „Wir sind sehr zufrieden.“ Als unsere Redaktion vor Ort ist, stehen die Besucher vor ihrer Bude Schlange, ein gewohntes Bild.

Glühwein schmeckt auch bei scheinender Sonne

Wie viele andere Standbetreiber sind auch die Kippenheimer seit Jahrzehnten dabei. Ihr Stand ist etwas ganz Besonderes: Über den Köpfen der Betreiber dreht eine Modelleisenbahn ihre Runden und sorgt so für heimelige Gefühle. Das Blumenfest entspricht ganz dem Geschmack der Kubes: Sie schätzten besonders die ungezwungene Atmosphäre und die herzliche Stimmung und kämen aus diesem Grund immer wieder gerne nach Lahr, erzählt die Betreiberin.

Am Rathausplatz steht Christiane Hahn und schenkt Glühwein aus, wohlgemerkt vormittags um 11 Uhr. Warm ist es, bestimmt 16 Grad und mehr. Die Sonne scheint auch – schmeckt da der Glühwein überhaupt? „Offensichtlich“, sagt die Ottenheimerin und lacht. Auch sie und ihr Mann Theo sind Stammgäste bei der Chrysanthema: 22 Jahre sind sie schon dabei und bieten Sekt, Wein oder Bier an. „Aber am besten“, sagt Hahn, „läuft immer der Glühwein.“

Ein letztes Mal bummeln

Das Beste kommt noch: Das Chrysanthema-Wochenende geht am kommenden Sonntag, 9. November, mit einem verkaufsoffenen Sonntag und einem Familientag zu Ende. Dann haben auch die Bewirtungsbuden ein letztes Mal geöffnet.