Nach der Eröffnungsfeier konnte der Kubus besichtigt werden. Foto: Köncke

Auf dem Vorplatz der früheren Kindertagesstätte in Ettmannsweiler steht seit dieser Woche ein mobiler Bürocontainer. Ausgestattet ist das Provisorium mit drei Arbeitsplätzen, einem Highspeed-Internet und einer Teeküche. Ein Modellprojekt.

Die offene Arbeitsform bietet sich für Freiberufler, kleine Start-up-Unternehmen und digitale Nomaden an – aber auch für private Personengruppen.

Zur Eröffnung vor Ort hatten sich Vertreter des Betreibers „Gründerschiff UG“ aus Konstanz, die Wirtschaftsförderin des Landkreises Calw, drei Rathauschefs und interessierte Bürger eingefunden.

„Ist das ein Maischerz oder eine mutige Vision?“ rief Simmersfelds Bürgermeister Jochen Stoll den Umstehenden zu und beantwortete seine Frage selbst mit der Aussage, dass es für das Coworking-Space (auf deutsch: Zusammenarbeiten in einem Raum) durchaus einen Markt geben könnte – auch für Seminare, Unternehmerstammtische und als Besprechungsraum von Vereinsvorständen.

Stoll erinnerte an die Vorgeschichte: Nach dem Umzug des Kindergartens nach Simmersfeld seien die Räumlichkeiten in Ettmannsweiler leer gestanden und die Frage aufgekommen, wie sie in Zukunft genutzt werden könnten. Bei einer Vermietung an den Betreiber des Coworking werde sich das ändern.

Dem Vorurteil, dass der ländliche Raum nichts zu bieten habe, werde damit entgegengetreten, erklärte Wirtschaftsförderin Manuela Opel in ihrer Ansprache. Das Homeoffice während der Pandemie habe gezeigt, das Arbeiten in einer anderen Form möglich sei und man dafür nicht ein eigenes Büro brauche. „Zukunft durch Kooperation“ laute das Motto.

Dass das Modellprojekt vom baden-württembergischen Ministerium für Ernährung, ländlicher Raum und Verbraucherschutz, dem Landkreis Calw und der Gemeinde Simmersfeld gefördert werde, ließ sie nicht unerwähnt.

Das Coworking-Space könnte sich auch als Begegnungsstätte unterschiedlicher Privatgruppen aus der näheren und weiteren Umgebung sowie zum Austausch von Gedankenspielen und Planungen anbieten, meinte Moritz Meinert von der Beratungs-Projekt und Umsetzungsagentur in Konstanz.

Tageweise nutzbar

Der aufgestellte Cokubus diene als Probelauf für die Buchung von Terminen. Man könne den Arbeitsplatz in anderer Form tageweise, als Fünfer- oder Zehnerpaket oder für eine andere Nutzungszeit über www.coworkingland-bw.de buchen. Der Container bleibt bis zum 18. Juni in Ettmannsweiler, dann wird er auf einem Lastzug zum nächsten Standort, dem Kurpark in Bad Liebenzell gezogen, wandert am 21. Juli weiter zum Eingang des Kurparks in Bad Wildbad und steht ab dem 11. September bis zum 8. Oktober in freier Naturlandschaft zwischen Ebhausen und Ebershardt.

Die genauen Standorte konnten die erschienenen Bürgermeister Marco Gauger (Bad Wildbad) und Volker Schuler (Ebhausen) bereits bei der Eröffnungsfeier nennen. Zum Schluss schnitten Stoll, Opel und Meinert als symbolisches Startzeichen ein rotes Band durch. Inzwischen hatte der im Untergeschoss der früheren Kindertagesstätte beheimatete Verein „Moschdjear“ den Grill angeworfen und bewirtete die Gäste mit Würsten und Getränken.

Veranstaltungen geplant

Folgende Veranstaltungen sind bis jetzt geplant: Mittwoch, 24. Mai, Unternehmerstammtisch; Dienstag, 30. Mai, Freelancer-Tische, Montag, 5. Juni, Gründerberatungs-Versammlung und Donnerstag, 15. Juni, Abschluss und Bilanz. Erstes Treffen ist am 24. Mai um 19 Uhr ein Unternehmerstammtisch in Ettmannsweiler, Ortsstraße 16. Dazu sind alle ortsansässigen Unternehmer eingeladen, um sich ein Bild von dem Projekt zu machen und Chancen für die eigene Firma zu entdecken. Anmeldungen werden per Mail über katharina.uhlig@gruenderschiff.de oder telefonisch unter 0159/ 04 35 55 89 angenommen.