Die Versorgung von Quarantäne-Patienten ist sichergestellt. (Symbolfoto) Foto: Jimmy Tudeschi/ Shutterstock

Mitbürger zeigen Solidarität und helfen Patienten. Unterstützung auch durch Landratsämter.

Region - Viele Menschen sind bereits mit Covid-19 infiziert oder befinden sich vorsorglich in Quarantäne. Doch wie werden sie mit Medizin oder Nahrungsmitteln versorgt?

“Bei der Versorgung mit Lebensmitteln bitten Quarantäne-Patienten in der Regel Familienangehörige, Freunde oder Nachbarn um Hilfe, die die Lebensmittel einfach vor der Tür abstellen”, sagt Julia Wegner vom Gesundheitsamt im Zollernalbkreis. Die Landratsämter in Calw und Rottweil bestätigen diese Aussage.

Soziales Umfeld und Solidarität

Die Solidarität der Bürger über die sozialen Netzwerke sei aber ebenfalls spürbar, erklärt Rosemarie Ludwig vom Gesundheitsamt in Rottweil. Viele Freiwillige, wie zum Beispiel in Dornahn, böten ihre Hilfe bei der Versorgung von Quarantäne-Patienten mit Lebensmitteln und anderen Waren des täglichen Bedarfs an. 

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Dabei müssen sich Freunde, Familie und Freiwillige an die allgemeinen Vorschriften halten, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren. Die Lebensmittel werden meistens vor der Tür oder einem vereinbarten Ort abgestellt.

Gemeinden helfen im Notfall

Aber auch für den Fall, dass eine Versorgung über ein solches Umfeld nicht möglich ist, haben die Landratsämter in der Regel Strukturen eingerichtet, beispielsweise in Calw: “Sofern keine Versorgung über das jeweilige eigene Umfeld der betroffenen Person möglich ist, nimmt die Kreisverwaltung Kontakt zum Klinikverbund Südwest auf, in dessen Regie die Versorgung mit Lebensmitteln über die Krankenhaus-Service GmbH Schwarzwald koordiniert wird; die Auslieferung der Speisensets, also die Logistik, übernimmt das DRK”.

Auch im Zollernalbkreis empfiehlt das Gesundheitsamt sich an die Gemeindeverwaltung zu wenden, und das Landratsamt in Rottweil verweist auf die Nachbarschaftshilfen und die Gemeindeverwaltungen. 

Noch sei eine solche Versorgung nicht nötig gewesen. Zurzeit könnten alle Patienten über das soziale Umfeld versorgt werden.

Doch eine häusliche Versorgung ist nicht erst seit der Pandemie notwendig. Schon vor dem Coronavirus war es vielen Menschen nicht möglich selbst einzukaufen. Initiativen wie in Dornhan und eine Versorgungsstruktur aufbauen, können auch nach dem Überwinden von Covid-19 hilfreich sein und Helfer und Pflegepersonal entlasten. Die Organisation der Malteser in Villingen-Schwenningen bietet beispielsweise bereits einen Lieferdienst für betroffene Personengruppen an.