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Coronavirus Südwesten zieht die Notbremse

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Freiburg - So geht Stillstand: Die Stadt Freiburg und ihr Umland haben ein vorerst bis 20. April dauerndes Verbot von Veranstaltungen und Versammlungen mit mehr als 50 Teilnehmern erlassen. Mit den Maßnahmen soll die weitere Verbreitung des Coronavirus verlangsamt werden. Nach Angaben des Landratsamts in Freiburg sind allein in der Stadt Freiburg und im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald von Donnerstag auf Freitag die Fallzahlen der Corona-Infizierten um 100 Prozent auf 70 angestiegen.

Von dem Verbot betroffen sind in Freiburg städtische Einrichtungen wie Museen, Theater und Schwimmbäder, meinte Freiburgs erster Bürgermeister Ulrich von Kirchbach (SPD). Die Messe Freiburg kündigte eine Verschiebung der internationalen Industriemesse "Interbrush" im April an, und die Uni musste vermelden, dass ihre Bibliothek, nachdem dort eine Mitarbeiterin positiv auf das Coronavirus getestet worden ist, bis auf Weiteres geschlossen bleibt.

Newsblog zur Ausbreitung des Coronavirus in der Region

Wie die Uni mitteilte, bleiben die 60 Fachbereichsbibliotheken der Fakultäten vorerst weiterhin offen. Ob das so bleibe, wisse man derzeit nicht, erklärte ein Sprecher. Der Lehrbetrieb werde bis zum 19. April vorerst ebenfalls eingestellt. Nicht von Einschränkungen betroffen sind der Stadt zufolge hingegen Wochenmärkte, Supermärkte und – zumindest vorerst – auch die Freiburger Stadtbibliothek.

Auch Stuttgart zieht nun die Notbremse und fährt das öffentliche und gesellschaftliche Leben weitgehend auf null. Neben sämtlichen Veranstaltungen in Kultur, Sport und Freizeit werde "mit sofortiger Wirkung" auch der Betrieb von Clubs, Bars, Museen, Kinos und Bädern untersagt, teilte ein Sprecher der Landeshauptstadt am Freitag mit. Restaurants seien von dem Verbot ausgenommen. Alten- und Pflegeheime dürften nur noch in Ausnahmen besucht werden. Für Krankenhäuser war ein weitgehendes Besuchsverbot bereits erlassen worden.

Im größten und bedeutendsten Wintersportgebiet des Landes, dem Feldberg, wird die Skisaison wegen des Coronavirus vorzeitig beendet. An diesem Sonntag laufen die Lifte an dem 1493 Meter hohen Berg zum letzten Mal in dieser Saison, wie der Liftverbund Feldberg am Freitag mitteilte. Von Montag an seien die Skipisten geschlossen.

Freiburgs Ordnungsbürgermeister Stefan Breiter (CDU) sagte am Freitag, dass er froh sei, dass man eine gemeinsame Vorgehensweise der Landkreise Lörrach, Breisgau-Hochschwarzwald, Emmendingen und der Ortenau für die Rheinschiene gefunden habe. Bis Freitagnachmittag hatten allerdings außer der Stadt Freiburg lediglich die Kreise Breisgau-Hochschwarzwald und Lörrach die Einschränkungen in der vollen Reichweite ebenfalls übernommen. Er hoffe aber, so Breiter, dass die Freiburger Linie nach einem gemeinsamen Gespräch mit Regierungsvizepräsident Klemens Ficht mittelfristig für ganz Südbaden gelten werde.

Auch Oberbürgermeister Martin Horn (parteilos) sei auf seiner Delegationsreise in Nicaragua ständig in alle Entscheidungen eingebunden gewesen, sagte Breiter weiter. Mittlerweile habe Horn seine Reise, an der es zuletzt in der Stadt angesichts der Corona-Krise wiederholt Kritik gegeben hatte, vorzeitig abgebrochen und sei auf dem Nachhauseweg.

Man wolle mit den nun getroffenen Maßnahmen erreichen, dass die südbadische Rheinseite ähnlich restriktiv mit der Corona-Thematik umgeht wie das Elsass, das seit einer Woche aufgrund der massiven Ausbreitung als Risikogebiet gilt. Es gehe darum, "vor die Welle zu kommen", sagte von Kirchbach wörtlich.

Auch wenn die Region Südbaden kein offizielles Risikogebiet sei, werde man sie gleichwohl genauso behandeln und erwarte steigende Fallzahlen. Von Kirchbach sagte, dass ihm klar sei, dass der Erlass "ein schwerer Einschnitt" sei. Der Gesundheitsschutz gehe aber vor, und das Gesundheitssystem dürfe nicht überlastet werden. "Wir wollen nicht Risikogebiet werden wie Italien", ergänzte Breiter.

Landrätin Dorothea Störr-Ritter (CDU, Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) sagte außerdem, dass sie es begrüßen würde, wenn der Bund nun entscheide, dass die Grenzkontrollen in Deutschland verstärkt werden und Verdachtsfälle künftig ins jeweilige Herkunftsland zurückgeschickt werden können. Wie die Umsetzung vor Ort erfolgen solle sei aber noch unklar: Schon jetzt sei die Arbeitsbelastung der Gesundheitsbehörden ausgesprochen hoch, sagte die Landrätin.

Die Forderung nach strengeren Kontrollen an der Grenze scheint zumindest das Land erhört zu haben: Baden-Württemberg will die Grenze zu Frankreich strenger überwachen. "Es gehört jetzt auch dazu, dass wir dort, wo es notwendig ist, den internationalen Grenzverkehr stärker kontrollieren", sagte Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Freitag in Stuttgart. "Insbesondere an der Grenze zu Frankreich werden die Bundespolizei und die Landespolizei Baden-Württemberg die Grenzkontrollen verstärkt intensivieren." Es werde Einschränkungen im Grenzverkehr geben – das sei eine "zwingend notwendige Maßnahme".

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