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Coronavirus Sind Notrufe derzeit überlastet?

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Alle Notrufe im Kreis gehen in der integrierten Rettungsleitstelle ein, von wo aus alles weitere koordiniert wird. (Archivbild) Foto: Schütz

Region - Das Coronavirus verbreitet sich immer weiter in Deutschland und sorgt deshalb bei immer mehr Menschen für Unsicherheit oder sogar Panik. Auch in den Rettungsleitstellen des Deutschen Roten Kreuzes und der Polizeipräsidien ist diese Unsicherheit spürbar.

Beim Polizeipräsidium Pforzheim (Landkreise Calw und Freudenstadt) geht es ruhig zu, erklärte ein Sprecher. Es sei weder ein Anstieg in den Anruferzahlen, noch in den Einsätzen spürbar. Es gebe lediglich vereinzelt Fragen zur Verhaltenshinweise aufgrund der Allgemeinverfügungen. Außerdem erebitten die Menschen Informationen zu Ansprechpartnern. 

Anrufer melden Personengruppen im Freien

Im Polizeipräsidium Konstanz (Kreis Rottweil und Schwarzwald-Baar-Kreis) sieht die Lage hingegen anders aus. Wie der Leiter des Führungs- und Lagezentrums mitteilt, sei eine Häufung der Anrufe aufgrund des Coronavirus zu verzeichnen. Die Menschen beschäftige vor allem, was im "öffentlichen Raum" noch erlaubt ist und was nicht. "Häufig erreichen uns auch Fragen, ob Geschäfte noch geöffnet haben und was aktuell im Zusammenhang mit dem Grenzverkehr gilt." 

Vereinzelt würden sich auch Anrufer melden, die Personengruppen im Freien melden. Die Anrufer würden hierbei ihr Unverständnis äußern, dass sich diese Menschen offenbar nicht an die allgemein kommunizierten Verhaltenshinweise halten. Sollte es sich dabei um Verstöße gegen die Verordnung der Landesregierung handeln, würden "im Bedarfsfall Einsatzkräfte an die entsprechenden Örtlichkeiten" geschickt, heißt es bei der Polizei.

Eines haben alle Präsidien gemeinsam: Sollte sich ein Anrufer wegen des Coronavirus in den Notruf 110 verirren, würden die Disponenten die Menschen an die jeweiligen Hotlines der Kreise verweisen. Um einen Missbrauch des Notrufs handle es sich dabei jedoch nicht.

Apell der Polizei zur Ausgangssperre

Wie das Polizeipräsidium Reutlingen (Zollernalbkreis) am Freitagmittag mitteilt, sei es im Laufe des Morgens vermehrt zu Anfragen wegen einer möglichen Ausgangssperre gekommen. Die Bürger beschäftigt, was alles verboten wäre, oder welche Konsequenzen drohen.

Jeder und jede Einzelne könne dazu beitragen, eine Ausgangssperre abzuwenden, indem die am 18. März in Kraft getretene Verordnung der Landesregierung zum Infektionsschutz eingehalten wird, erklärt die Polizei. Dazu gehören unter anderem das Vermeiden unnötiger sozialer Kontakte, der Verzicht auf den Aufenthalt an frequentierten öffentlichen Orten sowie insbesondere das Fernbleiben von abgesperrten Plätzen. Aus aktuellem Anlass werde nachdrücklich darauf hingewiesen, dass Grillfeste und andere Feiern und Zusammenkünfte an öffentlichen Plätzen aufgrund des hohen Infektionsrisikos bis auf Weiteres zu unterlassen sind.

Derlei Fragen an die Polizei würden zudem den "Dienstbetrieb in nicht unerheblichem Maß belasten", denn "die Fragen können, solange eine entsprechende Ausgangssperre nicht verhängt worden ist, nicht beantwortet werden."

Rettungsleitstellen sind stärker betroffen

Bei den Rettungsleitstellen in der Region, sieht die Situation weniger entspannt aus.

"Aufgrund der aktuellen Lage verzeichnet die Integrierte Leitstelle (ILS) Rottweil ein erhöhtes Anruferaufkommen," heißt es von Pressesprecher Anton Graf. Wenn die Anrufer sich über die Notrufnummer 112 bei der  ILS melden, werden Sie an die Rufnummer 116 117 des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes oder das Bürgertelefon des Gesundheitsamtes verwiesen.

Auch im Zollernalbkreis sei die Zahl der Anrufer im Vergleich zum Normalbetrieb deutlich höher. Wie Kreisbereitschaftsleiter Dietmar Dieter mitteilt, habe der Zollernalbkreis aus diesem Grund tagsüber nun drei Disponenten im Einsatz, am Wochenende vier. Grund sei, dass das "Anrufkaufkommen über 116 117 große Personalressourcen bindet." Durch die Erhöhung der Disponenten könne weiterhin eine "schnelle und zügige Bearbeitung aller Hilfeersuchen" gewährleistet werden.

Das DRK Zollernalb empfiehlt aber, grundsätzliche Fragen an die Bürgerhotline (siehe weiter unten) zu stellen und nur bei tatsächlichen, lebensbedrohlichen Situationen den Notruf zu tätigen.

Doch auch in den Rettungsleitstellen ist man sich einig: Von einem Missbrauch des Notrufs kann hier nicht die Rede sein.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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