Die Biserica-Maranata-Glaubensgemeinschaft, hier der Eingang zum Gemeindesaal, hält in Sulz häufig zwei Gottesdienste wöchentlich ab, am Freitagabend und Sonntagvormittag. Foto: Schabel

Christlich-orthodoxe Glaubensgemeinschaft feiert mit bis zu 70 Menschen. Stadt bereitet Bußgeldverfahren vor.

Die Polizei hat am Sonntag in Sulz einen christlich-orthodoxen Gottesdienst aufgelöst, bei dem bis zu 70 Menschen mitgefeiert haben sollen. Viele Teilnehmer verstießen wohl gegen die Corona-Regeln.

Lahr-Sulz - Gottesdienste dürfen nach wie vor abgehalten werden, allerdings gelten dabei strenge Auflagen: Die Besucher müssen sich vorher anmelden, einen Abstand von zwei Metern einhalten und Masken tragen. Gemeinsamer Gesang ist ihnen untersagt.

Was ist passiert?

Die Teilnehmer des Gottesdienstes in in Sulz nahmen es mit den Corona-Regeln offenbar nicht so genau. Ihre Masken zogen viele wohl erst auf, als sie die drei Streifenbesatzungen kommen sahen. Zuvor hatten die Beamten einen Tipp erhalten, dass dort das Corona-Regelwerk gebrochen wird. Das sollte sich vor Ort dann bestätigen, laut Polizeibericht wurden "mehrere Verstöße" festgestellt, gegen die Abstandsregel, Maskenpflicht und die Pflicht zum Führen einer Kontaktliste. Daraufhin wurde der Gottesdienst beendet. Die Personalien der einzelnen Teilnehmer hat die Polizei nicht aufgenommen.

Wer hat dort gefeiert?

Die Maranata-Gemeinde mit Sitz in Sulz hat Mitglieder aus einem weiten Umkreis, auch aus dem Ausland. Das Wort Maranata ist aramäisch und heißt soviel wie "Unser Herr". Die Angehörigen der Glaubensgemeinschaft kommen aus Rumänien und Bulgarien. An der Tür zum Gemeindesaal in Sulz, ein ehemaliges Firmengebäude, hängen zwei Infoblätter, auf denen die Einhaltung der Corona-Regeln angemahnt wird. Das eine ist auf Deutsch, das andere auf Rumänisch. Die Gemeinde trifft sich dort regelmäßig, um Gottesdienste zu feiern, häufig zweimal wöchentlich, am Freitagabend und Sonntagvormittag.

Ist die Gemeinde schon mal negativ aufgefallen?

Zwei corona-bedingte Kontrollen wurden dort bisher ausgeführt, die aber zu keinen Beanstandungen führten, wie die Stadt auf Nachfrage mitteilt. Jedoch gab es schon Ärger mit Nachbarn, seit die Glaubensgemeinschaft sich vor zwei Jahren in einem früheren Firmengebäude in der Weingartenstraße in Sulz eingemietet hat. Es gibt immer wieder Klagen über Lärm und zugeparkte Wege. Auch die Polizei schreibt in ihrem Bericht, dass am Sonntag bereits auf dem Parkplatz Lautsprecherdurchsagen aus dem Inneren des Gebäudes zu hören waren. "Die Lobpreisung Gottes wird dort wortstark verkündet", sagt der Sulzer Ortsvorsteher Rolf Mauch nicht ohne Sarkasmus auf Nachfrage.

Die Stadtverwaltung bereitet zurzeit ein Bußgeldverfahren gegen die Religionsgemeinschaft vor, wie auf Nachfrage aus dem Rathaus zu hören ist. Der gesetzliche Rahmen ermögliche Bußgelder zwischen 50 und 2000 Euro gegen den Veranstalter, der Regelbetrag lieg bei 250 Euro, teilt die Stadt auf Nachfrage unserer Redaktion mit.

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