Tausende Corona-Tests wurden im Testzentrum Hinger in der Markthalle auf dem Flößerwasen gemacht. Doch nun ist damit Schluss. Mit dem endgültigen Ende der Testpflicht am 1. März gibt es keine Arbeitsgrundlage mehr.
Traurige Schicksale und der Kampf mit der Bürokratie, aber auch viel Dankbarkeit und Herzlichkeit – hinter Karin Hinger und ihrem Team liegen aufregende, arbeitsintensive und auch anstrengende Zeiten.
Am Dienstag war der letzte Tag im Testzentrum in der Horber Markthalle. „Jetzt wollen wir uns erst einmal erholen und uns auf unsere Gaststätte konzentrieren“, sagt Karin Hinger im Gespräch mit unserer Redaktion.
Testzentrum in der Markthalle startete im März 2021
Am 11. März 2021 hatte die Stadt das Testzentrum in der Markthalle eröffnet und die Verantwortung im Juni 2021 an Karin Hinger abgegeben. Die Gastronomin des nicht weit entfernten „Holzwurms“ wollte damals vor allem den Gastronomen in der Stadt helfen, die durch die Corona-Lage in große Schwierigkeit gerieten. „Die Möglichkeiten in Horb waren ja sehr begrenzt.“
Eine lange Schlange über den gesamten Parkplatz
Schnell wurde klar, dass ihr Einsatz nicht nur den Gastronomen half. „Wir hatten in Hochphasen täglich mehrere hundert Personen, die zum Test kamen“, berichtet Hinger.
Als ungeimpfte Arbeitnehmer einen Corona-Test nachweisen mussten, ging die Schlange teilweise über den ganzen Parkplatz. Und am Wochenende waren viele Angehörige von Pflegeheim-Bewohnern oder Krankenhaus-Patienten froh, in der Markthalle eine nahe Anlaufstelle zu haben.
Tragische Schicksale haben traurig gemacht
„Manchmal war es nicht einfach und wir mussten des Öfteren die Tränen unterdrücken. Todesfälle, Long-Covid-Fälle. Die Tests, die wir im Auto durchgeführt haben, weil die Person durch die laufende Chemotherapie geschwächt oder eine andere schwere Erkrankung hatte“, erzählt Hinger. Auch gab es schwierige Einzelfälle. „Es gab selten mal einen Querulanten, der Corona leugnete und Stress machte. Einmal mussten wir jemanden des Testzentrums verweisen, weil er nicht mit dem Rumschreien aufhören wollte und sich weigerte, eine Maske aufzusetzen.“ Doch das sei wirklich die Ausnahme gewesen.
„Trotz der Grundlage unserer Arbeit war es für uns auch eine schöne Zeit. Wir durften so viele netten Menschen kennenlernen, haben wunderbare Gespräche geführt“, erzählt die Betreiberin des Testzentrums. Täglich haben wir die Dankbarkeit derer gespürt, die einen Test benötigten, um ihre Angehörigen im Krankenhaus oder im Pflegeheim besuchen zu dürfen.
Hinger lobt die vielen Kooperationspartner, vor allem die Stadt Horb, für das Vertrauen in das Team Hinger. „Trotz der vielen Veranstaltungen in und um die Markthalle herum war für uns immer ein Plätzchen frei zum Testen.“
Hinger erzählt, was der größte Nervfaktor war
Und was der größte Nerv-Faktor? „Die Verordnungen, die kurzfristig abends reinkamen und die wir dann schon am nächsten Tag umsetzen mussten. Das war schon sehr nervig“, erzählt Hinger, die ihr Engagement trotzdem nicht bereut.
Es sei klar gewesen, dass das Ende des Testzentrums naht. Hinger sagt aber: „Es wäre sinnvoll gewesen, dass es noch vier Wochen länger gegangen wäre.“ Warum? „Aktuell gibt es nach der Fasnet so viele Coronafälle. Das ist schon heftig.“ In den vergangenen Monaten seien die Testzahlen allerdings deutlich zurückgegangen. „Man hat schon gemerkt, dass sich das Coronavirus abgeschwächt hat.“
Ihre wichtigste Erfahrung? „Nur wenn man selbst nicht so einen schweren Verlauf hatte, heißt das nicht, dass es bei demjenigen, den man angesteckt hat, auch so ist.“ Sie selbst habe oft mitbekommen, welche schlimmen Konsequenzen eine Corona-Infektion haben konnte.