Seit für vieles wieder ein 3g-Nachweis verlangt wird, sind auch die Testzahlen in St. Georgen gestiegen – aber nicht allerorts gleich stark. (Symbolfoto) Foto: Reinhardt

Egal ob Restaurant, Kino oder Friseur – für vieles brauchen Ungeimpfte mittlerweile wieder einen Schnelltest-Nachweis. Zu bekommen ist der etwa bei einer der St. Georgener Teststellen. Doch nicht überall ist die Nachfrage gleich groß. Und die Zukunft ist noch ungewiss.

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St. Georgen - Abstrich um Abstrich wird derzeit in den Räumen von Coronatest-im-Zentrum am Marktplatz genommen – die Nachfrage "zieht doch ziemlich rasant wieder an", sagt Betreiber Guido Eichenlaub. Kein Wunder: Seit gut zwei Wochen braucht man in Baden-Württemberg für zahlreiche Aktivitäten wieder einen 3G-Nachweis. Für alle, die weder geimpft noch genesen sind, bedeutet das wiederum, dass sie den Weg in eine Corona-Schnellteststelle wieder häufiger antreten müssen.

Das spürt das Team von Coronatest-im-Zentrum. Am vergangenen Wochenende seien beispielsweise alle Termine vergeben gewesen, berichtet Eichenlaub. Und zusätzlich zu denjenigen mit Termin kommen dann noch diejenigen hinzu, die ohne Termin bei der Teststelle vorbeikommen. "Das sind noch mal etwa doppelt so viele", schätzt Eichenlaub. "Aber wir können das stemmen." Weggeschickt werde keiner – egal ob mit oder ohne Termin.

Anteil der Kinder gestiegen

Ganz anders stellt sich die Situation bei der kommunalen Teststelle dar, welche von der hiesigen Ortsgruppe des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) betrieben wird. Hier seien die Besucherzahlen "sehr niedrig", wie Willi Hils im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten erklärt. Zwischen 20 und 25 Personen lassen sich pro Woche im DRK-Vereinsheim testen, wo die Teststelle an insgesamt drei Tagen geöffnet hat. Im Vergleich zu bis zu 110 Personen zu Hochzeiten im März und April ist das nur noch ein Bruchteil.

Die Wiedereinführung der drei G in vielen Bereichen habe man hier nur geringfügig gespürt. Vielmehr setzt sich bei Hils eine andere zentrale Erkenntnis durch, welche die nach wie vor recht geringe Nachfrage erklären könnte: "Scheinbar sind mittlerweile recht viele Leute in St. Georgen geimpft." Für einen Restaurantbesuch, den Termin beim Friseur oder Ähnliches brauchten diese das negative Schnelltestergebnis dann natürlich nicht mehr.

Denn – und diese Erkenntnis gilt für beide Teststellen gleichermaßen –, wer sich derzeit testen lässt, tut das vor allem weil er den entsprechenden Nachweis braucht. "Jeder, der sich bei uns testen lässt, hat einen Grund", berichtet etwa Eichenlaub. Besonders der Anteil der Kinder unter den Getesteten sei in den vergangenen Wochen gestiegen. Schließlich gebe es gerade für die ganz Jungen noch gar keine Impfmöglichkeit. Zur Erfüllung der drei G bleibt also nur der Schnelltest.

Im Gegensatz zum kommunalen Testzentrum der DRK-Ortsgruppe, das seit seiner Einrichtung durchgängig geöffnet war, hatte die Teststelle am Marktplatz kurzzeitig geschlossen und musste im Juli unter anderem auch umziehen. "Da haben wir uns schon gefragt, ob sich das überhaupt noch lohnt", berichtet Eichenlaub. Denn zwischenzeitlich sei die Nachfrage nach Corona-Tests stark abgesackt. Doch das habe sich als ein nur vorübergehender Zustand erwiesen.

Tests sollen künftig kosten

Und wie geht es weiter? Das müsse man "auf sich zukommen lassen", heißt es von beiden Teststellen. Denn wie sich die Situation in Zukunft entwickle, sei noch unklar. Ab 10. Oktober sollen die kostenlosen Bürgertests Geschichte sein. Wer sich dann testen lässt, müsste die Kosten selbst tragen. Weder Hils noch Eichenlaub können bislang abschätzen, wie sich das auf die Nachfrage vor Ort auswirken wird. "Aktuell werden wir noch gebraucht", betont Eichenlaub – wie das in ein paar Wochen oder Monaten aussehe, könne man erst dann wissen.