Teilnehmer bilden eine Menschenkette zur Unterstützung der Corona-Maßnahmen in der Rottweiler Innenstadt. Foto: Silas Stein/dpa

Mit einer Menschenkette haben rund 600 Teilnehmer am Montagabend verhindert, dass die so genannten Corona-Spaziergänger ein weiteres Mal durch die obere Hauptstraße ziehen konnten. Es blieb friedlich, wenngleich sich die Stimmung zwischenzeitlich aufheizte.

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Rottweil - Erneut trafen sich am Montagabend in Rottweil knapp 1300 sogenannte Corona-Spaziergänger, so die Schätzung der Polizei, in Rottweil, um gegen die Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung zu demonstrieren. Erstmals stellte sich ihnen dieses Mal eine Menschenkette entgegen. Rund 600 Teilnehmer, die sich ab 17.30 Uhr in der Fußgängerzone vor dem Alten Rathaus versammelten, waren dem Aufruf gefolgt. Und ihnen gelang es, gegen die "Spaziergänger" ein deutliches Zeichen zu setzen.

"Unser Wohnzimmer gehört wieder uns"

"Willkommen im Wohnzimmer Rottweils, das heute wieder uns gehört", zeigten sich die Organisatoren Peter Bruker und Elke Reichenbach mehr als zufrieden von der Resonanz und mit der breiten Unterstützung aus ganz unterschiedlichen Gruppierungen.

Auch die Stadtverwaltung zog am Montag eine erste positive Zwischenbilanz: Bereits 2500 Menschen hatte da die Unterschriftenaktion "Unser Rottweil: solidarisch – friedlich – vernünftig!" unterstützt. "Das ist ein deutliches Signal der Zivilgesellschaft in unserer Stadt. Ich danke allen Unterstützerinnen und Unterstützer, die bislang mitgemacht haben", so Rottweils Oberbürgermeister Ralf Broß. Der hat sich am Abend wie zahlreiche Stadträte auch in die Menschenkette eingereiht.

Barrikade der Menschen

Es dauerte dann zunächst etwas, bis gegen 18.30 Uhr am Friedrichsplatz die "Spaziergänger" auftauchten – und sich einer Barrikade der Menschen der Mahnwache gegenüber sahen. Zunächst setzten sie den Marsch Richtung Hochbrücke fort, machten dann aber Kehrt. So versammelte sich auf beiden Straßenseiten am Hauptstraßenkreuz schließlich eine große Menge. Mit Applaus quittierten die Corona-Spaziergänger zunächst, dass ihnen der Zutritt in die obere Hauptstraße verwehrt blieb. Es kam zu Pfiffen und Rufen.

Gegendemonstranten wie "Spaziergänger" wichen nicht. Keiner wollte als erster beigeben. So brachte gegen 19.20 Uhr schließlich die Polizei Bewegung in die verfahrene Situation. Als sich die Beamten anschickten, Personalien aufnehmen zu wollen, löste sich der Spaziergang auf.