In der Haiterbacher Burgschulhalle werden seit Beginn des Präsenzunterrichts die Schüler auf Corona getestet. Die Tests erfolgen weitestgehend anonym. Foto: Burgschule

Corona-Schnelltests auf freiwilliger Basis gehören an der Haiterbach Burgschule seit kurzem zum Alltag. Die Turnhalle wurde zum Testzentrum.

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Haiterbach - Am 15. März startete auch die Burgschule in Haiterbach mit den Klassen 1 bis 6 und der Abschlussklasse 9 in den kompletten Präsenzunterricht. "Dank großer Räume und kleiner Klassen in der Sekundarstufe können die Schüler einzeln an ihren Tischen mit genügend Abstand gemeinsam und ohne Wechselunterricht lernen", teilt Schulleiterin Sybille Rothe mit.

Mit Beginn des Präsenzunterrichts stellte die Stadt Haiterbach ihrer Schule Speichel-Selbsttests zur Testung auf das Coronavirus zur Verfügung. Zunächst wurden die Sekundarstufenschüler auf freiwilliger Basis und mit Einverständnis ihrer Eltern getestet. Ab dem 24. März wurde dieses Angebot auf die Grundschüler ausgeweitet.

Ohne Eltern wäre Testung nicht durchführbar

Dazu erarbeitete das Schulleitungsteam in Windeseile ein Organisationskonzept und verwandelte die Turnhalle in Eigenregie in ein Testzentrum.

Von Mittwoch bis Freitag wurden rund 120 Schüler von Schulleiterin Sybille Rothe, ihrem Kollegen Tobias Schneck, Schulsozialarbeiter Nils Dickmann und einer Mutter mit hohem Engagement getestet.

Mithilfe des ausgeklügelten Organisationskonzepts würden alle Hygienevorschriften eingehalten sowie auf den Datenschutz geachtet. Die Tests erfolgen für die Tester anonym. "Es gibt nur eine Person, die die Tests den Schülern zuordnen kann und im positiven Fall der Schulleitung diese sofort meldet." Nach den Osterferien sollen alle Schüler mit Einverständniserklärung sowie Lehrkräfte und schulisches Personal zweimal wöchentlich getestet werden.

"Ohne diese Eltern wäre die Testung unserer Schüler nicht durchführbar", erklärt Rothe. "Wir haben aktuell einen hohen Personalmangel und eine Vielzahl von Kindern, die noch nicht getestet werden möchten. Es ist unmöglich, dass Lehrkräfte diese Zusatzarbeit leisten. Sie sind in ihrem Unterricht unabkömmlich und müssen während der Testung ihrer Klasse die Nicht-Testkinder beaufsichtigen." Zwischenzeitlich seien alle Lehrkräfte und das schulische Erziehungspersonal in der Handhabung der Selbsttests unterwiesen worden. Für alle am Schulleben Beteiligten stehe zusätzlich ein kleiner Erklärfilm und eine Bild-Anleitung für die Jüngsten und Familien mit mangelnden Deutsch-Sprachkenntnissen auf der Online-Plattform zur Verfügung.

Sorgen bereitet der Rektorin allerdings, dass die Lehrkräfte zunehmend unter den besonderen schulischen Herausforderungen leiden. Der Unterricht in oftmals zwei Klassen bedeute ein erhöhtes Infektionsrisiko. Viele Kollegen gehörten zur Risikogruppe. Hinzu komme, dass parallel zum Präsenzunterricht einige Kollegen noch Fernunterricht in den höheren Klassen erteilen. Dieser könne nur am Nachmittag stattfinden. Für die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts blieben somit lediglich die Abende und das Wochenende.

"Eine sehr erfreuliche Bilanz"

"Die Kolleginnen und Kollegen fungieren nicht nur als Wissensvermittler, sondern auch als Begleiter, Ermutiger, Tröster, Moderator, Berater oder Unterstützer", zählt Schulleiterin Rothe auf.

"Die psychische Belastungsgrenze ist erreicht und viele Kollegen leiden bereits an Schlafstörungen. Doch wir halten bis zu den Osterferien durch und freuen uns dann auf die Verschnaufpause.“

Das außergewöhnliche Engagement des Burgschule-Teams gebe Kraft und macht Mut.

"Durch die konsequente Umsetzung des Hygienekonzepts, einer zielgerichteten Schulleitung mit Teamgeist sowie dem starken Zusammenhalt des Kollegiums und der schulischen Mitarbeiter, dem achtsamen Miteinander und vieler sehr verantwortungsbewusster Schüler und Eltern musste die Burgschule seit Pandemiebeginn im Frühjahr 2020 bisher weder Kollegen noch Klassen in Quarantäne schicken."

Dies sei "eine sehr erfreuliche Bilanz, die gerne so bleiben darf", schließt die Schulleiterin.

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