Nach jedem Patienten wechselten die ehrenamtlichen DRK-Mitglieder, wie hier der leitende Arzt Kurt Deckelnick, die Handschuhe und desinfizierten die Hände. Foto: DRK

Angebot des Roten Kreuzes. Untersuchte sollten trotz Corona mit Angehörigen feiern können.

Für die erste Corona-Schnelltest-Aktion des DRK-Kreisverbands Freudenstadt hatten sich mehr als 160 Bürger des Landkreises angemeldet. Gemeinsam stemmten die Helfer aus verschiedenen Ortsvereinen und Bereichen des Verbands diese Aufgabe.

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Freudenstadt - Wer an den beiden Testtagen das Gelände der DRK-Geschäftsstelle sah, entdeckte Zelte, Fahrzeuge und vor allem fleißige Helfer in Schutzausrüstung, teilt das DRK mit. Die Helfer des Roten Kreuzes hatten ein Ziel: Bewohner von Pflege- und Seniorenheimen sollten mit ihren Lieben trotz Corona Weihnachten feiern können.

An Weihnachten wolle keiner von seiner Familie getrennt sein, waren sich die Organisatoren rund um Kurt Deckelnick einig. Der Präsident des Kreisverbands staunte nicht schlecht, wie viele Helfer sich mit Elan bei der Aktion einbrachten. Die Abteilung Technik und Sicherheit stellte die Zelte auf und sorgte für die Stromversorgung.

Gemeinsam bauten die Helfer der Ortsvereine und der Rettungshundestaffel die Ausrüstung auf. Bereits Anfang vergangener Woche hatten sich mehr als 160 Interessierte telefonisch zum Corona-Test angemeldet. Dementsprechend wurde das ehrenamtliche Personal aus dem ganzen Landkreis eingeteilt. Alle Helfer machten einen Corona-Test, kleideten sich mit Schutzausrüstung ein und trugen neben einer FFP-2- oder FFP-3-Maske Schutzbrille und Haarnetze. Im Anmelde-Zelt, dem SG 30, prüften die DRK-Mitglieder die Körpertemperatur der Testkandidaten und fragten sie nach dem Wohlbefinden, denn nur gesunde Menschen durften an der Schnelltestaktion teilnehmen. Danach ging es über den Pavillon ins Testzelt weiter."Haben Sie schon einmal einen Abstrich machen lassen?", fragte Kurt Deckelnick. War dies nicht der Fall, klärte er über den Ablauf auf. "Wir machen das über die Nase, in den Nasen- und Rachenraum. Das ist ein bisschen unangenehm."

Bei einigen fließen auch Tränen

So mancher kniff die Augen zu und hielt das unangenehme Gefühl einige Sekunden durch. "Das war lockerer, als gedacht", erklärte eine Testperson, fügte aber hinzu: "Mir kamen schon ein paar Tränen." Ähnlich ging es Simon Brendle. "Aber das Gefühl geht schnell weg", sagte er.

Mit Holzhalterungen, die ein Ehrenamtlicher über Nacht gefertigt hatte, wurden die beschrifteten Testungen zur Auswertung ins Labor gebracht. Die Getesteten mussten aufgrund der Schutzmaßnahmen das Gelände verlassen und erhielten etwa 40 Minuten später am DRK-Gebäude das Testergebnis.

Neben den angemeldeten Personen nutzten einige Bürger spontan die Aktion. "Wir haben eine Anfrage eines Pfarrers erhalten, der an Weihnachten noch spontan ein Seniorenheim besucht. Das ist super, wenn man da helfen kann", erklärte ein Mitglied des DRK-Aufnahme-Teams.

Bei den meisten ein negatives Ergebnis

Die Test-Aktion wurde gut angenommen und verlief dank guter Planung zügig, so das DRK. Während am Mittwoch 125 Personen die Aktion aufsuchten, nahmen am Donnerstag 108 an der Schnelltest-Aktion teil. Bei den meisten zeigte er ein negatives Ergebnis an.

Alles sei hervorragend umgesetzt worden, sodass die Helfer zwischendrin sogar Luft hatten, lobte Kurt Deckelnick.

Acht Neuinfektionen meldete das Landratsamt Freudenstadt am Montag. Die Betroffenen wohnen in Bad Rippoldsau-Schapbach (plus eins), Eutingen (eins), Horb (drei), Loßburg (zwei) und Seewald (eins). Stand Montag gab es 206 (plus eins) bekannte, akut infizierte Personen im Kreis, die sich in Isolierung befinden. Seit Beginn der Pandemie wurden im Kreis insgesamt 2569 Personen positiv auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet. Die Zahl der aus der Isolierung Entlassenen beträgt 2293 (plus Sieben). Die Sieben-Tages-Inzidenz betrug laut Landesgesundheitsamts am Montag, Stand 17.45 Uhr, 142,9. Außerdem meldet das Amt sechs weitere Tote im Zusammenhang mit Corona.

Derweil sind den Behörden in Baden-Württemberg keine weiteren Fälle der mutierten Corona-Variante bekannt, damit bleibt es bei dem Nachweis aus Baiersbronn (wir berichteten).

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