Viele haben sich schon mehr als einmal mit dem Coronavirus infiziert Foto: imago//K. Schmitt

Viele hatten mittlerweile zwei Mal Corona. Doch Reinfektionen treffen nicht alle gleich stark, wie aktuelle Zahlen aus Baden-Württemberg zeigen.

Menschen zwischen 10 und 50 Jahren sind besonders häufig von Corona-Reinfektionen betroffen. Das ergeben Daten des Landesgesundheitsamts (LGA), die unserer Zeitung exklusiv vorliegen. Die Werte werden in Baden-Württemberg deutlich detaillierter erhoben als in den meisten anderen Bundesländern.

Der Anteil der Menschen in diesen Altersgruppen, die sich zwischen Januar und August mindestens zum zweiten Mal nachweislich mit dem Coronavirus infiziert haben, liegt über dem Landesschnitt von 3,8 Prozent. Am höchsten ist der Wert mit 5,1 Prozent bei den 10- bis 19-Jährigen.

138 000 Reinfektionen seit Januar

138 000 Reinfektionen wurden in Baden-Württemberg seit Januar gezählt, ihr Anteil steigt seither kontinuierlich. Die Omikronvariante sorgt seit ihrem Aufkommen Ende 2021 dafür, dass auch eine bereits durchgemachte Infektion nicht mehr zuverlässig vor einer neuerlichen Infektion schützt. Der Anteil der Reinfektionen steigt seit Jahresbeginn kontinuierlich, zuletzt aber nur noch langsam. Im August liegt er nach vorläufigen Daten des LGA bei gut 8 Prozent.

Die Behörde weist selbst darauf hin, „dass wir die Daten zur Reinfektion nur für eingeschränkt aussagekräftig halten, da die Erfassung von Reinfektionen während der Omikron-Welle weniger zuverlässig ist“. Schuld sei die hohe Anzahl von Fallmeldungen. Hinzu kommt eine vermutlich große Dunkelziffer, die sich unter anderem aus der stark zurückgegangenen Zahl von PCR-Tests ergibt. Vielfach werden positive Schnelltests nicht mehr mit einem PCR-Test abgeklärt.

Das macht Zahlen zur Pandemie insgesamt weniger zuverlässig, nicht nur jene zu Zweit- und Drittinfektionen. Der relativ hohe Anteil von Reinfektionen bei Schülern und jungen Erwachsenen ist dennoch relevant. Er weist darauf hin, dass mit dem Ende der Schul- und Semesterferien die Infektionszahlen im Herbst wieder deutlich steigen können, auch unter bereits Genesenen.