Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Corona-Regeln verschärft Sperrstunde für die Gastronomie im Kreis Rottweil

Von
Es gibt jetzt eine zentrale Abstrichstelle im Kreis. (Symbolfoto) Foto: Microgen – stock.adobe.com

Kreis Rottweil - Die Zahl an Neuinfektionen steigt weiter. Wegen versehentlicher Vorabmeldungen wohl nicht so stark, wie die am Freitag zunächst bekannt gegebene Zahl unterstellen würde. Anstatt der am Morgen gemeldeten 24 Infektionen seien es lediglich acht, so die Behörde. Ab Samstagabend gilt eine Sperrstunde.

Die Tendenz ist klar, bekräftigt der Erste Landesbeamte bei der Kreisbehörde, Hermann Kopp. Die Zahl der Neuinfektionen im Kreis Rottweil steigt weiter an. Jedoch noch linear, nicht exponentiell. Dennoch sei die Situation ernst zu nehmen.

Unklarheit herrscht am Freitag über die exakte Zahl an Neuinfektionen. Da offensichtlich am Donnerstag Fälle gemeldet worden waren, die erst am Freitag an das Landesgesundheitsamt (LGA) hätten weitergegeben werden sollen, sind es am Freitag nicht 24 neue Befunde, sondern lediglich acht.

Von 23 bis 6 Uhr Sperrstunde

Das hat Auswirkungen auf den Inzidenzwert. Rottweil reißt seit Mittwoch die kritische 50er-Grenze. Der Wert stieg am Donnerstag indes nicht so stark an, wie vom Landesgesundheitsamt (LGA) veröffentlicht. Anstatt bei 62,9 habe der Wert am Donnerstag bei 51,4 gelegen, wie die Landkreisverwaltung in dem Pressegespräch am Freitagnachmittag erläutert. Später gibt das LGA den Wert dann für Freitag bekannt. Er liegt bei 60,8.

Eine exakte und nicht nur für die Öffentlichkeit nachvollziehbare Datenerhebung und Darstellung wäre deswegen von Belang, da der Grenzwert von 50 die Pandemiestufe drei und damit weitere Beschränkungen des öffentlichen Lebens auslöst. Etwa diese: Ab Samstagabend gilt von 23 bis 6 Uhr für Gastrobetriebe eine Sperrstunde. Das hat das Sozialministerium am Freitag angeordnet. Kopp sagt, man hätte gerne mehr Spielraum gehabt, zumal sich im Kreis Rottweil bislang gezeigt habe, dass die Gastronomie nicht zu den Infektionsherden zähle. Dazu gehörten vielmehr private Feiern. Aber auch zu Hause, in den Familien, und beim Sport steckten sich die Menschen an. Die Einschränkung gilt erst einmal 14 Tage lang – außer der Kreis liegt an sieben aufeinanderfolgenden Tagen unter dem kritischen Wert von 50. Dann könne die Sperrstunde aufgehoben werden.

Verstärkt jüngere Menschen infiziert

Die jetzige Phase der Pandemie unterscheidet sich den Angaben von Petra Sostak, der stellvertretenden Leiterin des Gesundheitsamts, zufolge von der ersten im Frühjahr dadurch, dass nun verstärkt jüngere Menschen infiziert würden. In der ersten Phase seien es ältere, die Krankheitsverläufe seien entsprechend gravierend gewesen. Bei den Jüngeren zeige nur rund die Hälfte Symptome, sie hätten jedoch mehr Kontakte. Beides führe zu eine erhöhten Infektionsdynamik.

Sostak verweist auf die Corona-App, über die der Befund dem Betroffenen mitgeteilt würde. Sollte der App-Benutzer die Information über einen positiven Test erhalten, solle er sich sofort in häusliche Quarantäne begeben. Er solle seine Kontaktpersonen benachrichtigen, die sollten sich auch häuslich absondern. Das Gesundheitsamt werde mit allen in Verbindung treten. Im Verdachtsfall solle man den Hausarzt aufsuchen und so lange zu Hause bleiben, bis das Ergebnis vorliege. "Jeder hat viel Eigenverantwortung", so Sostak.

Im Monat Oktober hätten sich bislang bereits 150 Menschen neu mit dem Corona-Virus infiziert. 1700 Kontaktpersonen mussten informiert werden, 650 Personen im Kreis befinden sich zurzeit in Quarantäne. Um die Kontakte ermitteln zu können, erhält das Landratsamt Hilfe von der Bundeswehr. Acht Mitglieder der Truppe unterstützen die Kontaktermittlungsgruppe. "Die Nachverfolgung und das Einhalten der Hygieneregeln sind in dieser Phase das Faustpfand", betont Sostak.

Situation in den Kliniken noch überschaubar

Weil es (noch) nicht zu vermehrt starken Krankheitsverläufen komme, ist die Situation in den Kliniken noch überschaubar. In beiden Krankenhäusern im Kreis würden je sieben Corona-Patienten behandelt. Planbare Operationen würden wieder zurückgefahren.

Neben den neun Corona-Schwerpunktpraxen betreibt die Kreisärzteschaft zusammen mit der Kassenärztlichen Vereinigung seit Freitag eine zentrale Abstrichstelle auf dem Platz bei der Stadthalle in Rottweil. Sie ist drei Mal in der Woche geöffnet und nach Voranmeldung zugänglich.

Artikel bewerten
26
loading

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.