Michael Springmann, Mitarbeiter der Sparkasse Wolfach, mit einem der Selbsttest-Kits, mit denen sich die Mitarbeiter einemal wöchentlich zuhause selbst testen können. Foto: Beule

Kinzigtäler Unternehmen bieten Mitarbeitern Selbsttests an. Auch spätere Impfungen sind Thema.

Mittleres Kinzigtal - Die Politik macht Druck, aber viele Unternehmen in der Region sind schneller. Eine ganze Reihe von Betrieben bieten bereits Corona-Schnelltests für ihre Belegschaften an. Der Schwabo hat sich bei den Betrieben im Kinzigtal umgehört.

Mindestens einmal in der Woche sollen sich Mitarbeiter kostenlos auf Corona testen lassen können oder den Test selbst zuhause machen. Und viele Betriebe bereiten sich auch schon darauf vor, ihre Belegschaft impfen zu lassen – sobald es Impfstoff und entsprechende Freigaben gibt.

Leipold, Wolfach: Im März und April hat das Wolfacher Unternehmen am sogenannten Gurgeltest des Gesunden Kinzigtals mit einer Mitarbeitergruppe teilgenommen, informiert Anette Bocek aus der Personalabteilung. Ende April soll mit den Selbsttests gestartet werden, dann soll jedem Mitarbeiter ein Test pro Woche angeboten werden. "Der Gurgeltest wurde gut angenommen, die Motivation der teilnehmenden Mitarbeiter war hoch", schreibt sie.

Fensterbau Schillinger: Die Fensterbau-Firma Erich Schillinger in Oberwolfach bietet schon seit Monatsbeginn den Mitarbeitern an, sich wöchentlich im Betrieb auf Coronatesten zu lassen. Hierfür hat sich Mitarbeiterin Luisa Benz bei der IHK Freiburg speziell ausbilden lassen. Die Geschäftsführer, Edith Chrobok und Wilhelm Schillinger, sehen dieses Angebot als Schutz für die Mitarbeiter und Familien. Man will so einen wirksamen Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie leisten.

Sparkasse Wolfach: Auch die Sparkasse Wolfach stellt ihren Mitarbeitern ab sofort Corona-Selbsttests zur Verfügung, antwortet Alexander Thau, stellvertretender Vorstandsvorsitzender. Diese seien nun auch eingetroffen und die Mitarbeiter können sich einmal wöchentlich selbst testen. Die Sparkasse stehe zudem mit ihrem Betriebsarzt im engen Kontakt.

Volksbank Mittlerer Schwarzwald: Laut den beiden Vorständen Oliver Broghammer und Martin Heinzmann hat die Volksbank Mittlerer Schwarzwald bereits im März beschlossen, ihren Mitarbeitern Corona-Schnelltests anzubieten. Mitarbeiter, die zumindest anteilig in Präsenz arbeiten haben so die Möglichkeit, einmal wöchentlich einen Selbsttest durchzuführen. Und wie sieht es mit den Impfungen aus? "Aktuell begrüßen wir die Möglichkeit, sich beim Hausarzt impfen lassen zu können. Hier sind unsere Mitarbeiter rundum in allen Gesundheitsfragen gut betreut", heißt es. Und weiter: "Insofern haben wir Impfungen im Betrieb aktuell nicht ins Auge gefasst."

Duravit, Hornberg: Die Duravit arbeitet seit Frühjahr 2020 eng mit den Ärzten am Bärenplatz, aber auch mit "Gesundes Kinzigtal" zusammen, teilt Pressesprecherin Leonie Wöhrle mit. Mitarbeiter mit höherer Kontaktfrequenz werden über PCR-Speicheltests regelmäßig abgesichert, Mitarbeitern, die in Präsenz arbeiten, werden zweimal wöchentlich Selbsttests zur Verfügung gestellt. Die Tests würden von den Mitarbeitern sehr gut angenommen und bilden eine wichtige Säule in der Strategie "Identifizieren, Abgrenzen, Austesten". "Leider ist derzeit kein Impfstoff verfügbar. Wir haben uns diesbezüglich an den Ministerpräsidenten Wilfried Kretschmann gewandt und unsere Bereitschaft bekundet", so Wöhrle.

Tekfor, Hausach: "Wir werden – wie bisher auch – die geltenden Bestimmungen zum Schutz unserer Mitarbeiter vor Corona-Infektionen im Betrieb umsetzen. Das gilt selbstverständlich auch für die Testpflicht", heißt es von Seiten der Hausacher Firma. Insgesamt hätten die von Tekfor im Betrieb getroffenen Vorkehrungen bislang mit dazu beigetragen, dass dort lediglich einzelne Fälle von Corona-Infektionen verzeichnet werden mussten.

Sparkasse Kinzigtal: Die Sparkasse Kinzigtal agiert laut Vorstandsvorsitzendem Martin Seidel aktiv und wartet nicht erst auf entsprechende Verordnungen. Der Krisenstab sei seit Beginn der Corona-Pandemie in ständigem Austausch. "Wir haben schon früh begonnen, anlassbezogene Corona-Tests durchführen zu lassen", so Seidel. Seit Ende März stehen darüber hinaus allen 260 Mitarbeitern wöchentlich kostenlose Corona-Selbsttests zur Verfügung. "Es ist uns wichtig, eine entsprechende Infrastruktur in der Corona-Pandemie zu schaffen. Da gehören auch die Selbsttests dazu."

Stadtwerke Haslach: Den Mitarbeitern der Stadtwerke werden bereits seit Anfang Februar Corona-Tests angeboten. Dabei handelt es sich nicht um Schnelltests, sondern um PCR-Tests, die in einem Labor analysiert werden, konkretisiert Ralf Rösch, Technischer Werkleiter. Die Tests erfolgen demnach in Kooperation mit "Gesundes Kinzigtal". Die Kooperation habe sich bislang sehr gut bewährt. Auch von der Belegschaft werden die Test gut angenommen. "Bei unseren Tests handelt es sich um Gurgel-Tests, die in der Handhabung relativ einfach sind und angenehmer, als die bekannten Tests im Rachen und der Nase. Bislang gab es glücklicherweise noch keinen positiven Corona-Fall", so Rösch.

Auf die Frage, ob sie (spätere) Impfungen im Betrieb in Betracht ziehen, antworten die meisten Unternehmen unisono, dass derzeit noch zu wenig Impfstoff vorhanden sei. Jedoch seien etwa die Firma Leipold und die Sparkasse Wolfach in engem Kontakt mit dem Betriebsarzt und rechnen damit, ihren Mitarbeitern bald ein Angebot machen zu können. Duravit geht sogar noch weiter: "Wir haben uns diesbezüglich an den Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann gewandt und unsere Bereitschaft bekundet", heißt es aus Hornberg. Laut Impfreihenfolge der Bundesregierung sind Unternehmen der kritischen Infrastruktur, wie etwa die Stadtwerke Haslach, in der Gruppe 3 (Erhöhte Priorität) eingestuft. "Sollte die zum Zuge kommen, würden wir schnellstmöglich davon Gebrauch machen", so Ralf Rösch.

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