Die Gemeinde Enzklösterle hofft auf mehr Urlauber in diesem Jahr. (Archivfoto) Foto: Fritsch

"Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen", kommentierte Bürgermeister Sascha Dengler den von Hannah Winz als Leiterin Touristik bei der jüngsten Gemeinderatssitzung vorgestellten Bericht über die Tourismusentwicklung im Jahr 2020.

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Enzklösterle - Mit einem gegenüber dem Vorjahr coronabedingten Rückgang der Zahl der Gästeankünfte um 38,25 Prozent und der Übernachtungszahlen um 36,45 Prozent hatte der Tourismus in Enzklösterle im vergangenen Jahr zu kämpfen. Für das Jahr 2019 hatte der Bericht der Tourist-Info gegenüber dem Vorjahr 2018 noch Steigerungen bei den Gästeankünften um 3,3 Prozent auf 20 134 und bei den Übernachtungen um 5,9 Prozent auf rund 73 930 ausgewiesen.

In absoluten Zahlen verringerten sich die Zahlen der Gästeankünfte von 20 134 im Jahr 2019 auf noch 12 432 und die Übernachtungszahlen von 73 930 auf noch 46 981. Die meisten Übernachtungen erfolgten mit 24 568 in den Hotels, gefolgt vom Campingplatz mit 8674. Angestiegen ist die Zahl der Übernachtungen in Ferienwohnungen und Ferienhäusern um 16,05 Prozent auf insgesamt 5545. Registriert wurden von der Tourist-Info (in Klammern die Vorjahreszahlen) nach Betriebsarten die Zahlen der Ankünfte in Ferienwohnungen und Ferienhäusern mit 1125 (1054), in Pensionen mit 715 (1540), in Gasthöfen mit 838 (1179), in Hotels Garni mit 341 (725), in Hotels mit 7161 (11765), im Erholungsheim mit 13 (231) und auf dem Campingplatz mit 2239 (3640). Diese 12 432 Gästeankünfte erbrachten im Jahr 2020 folgende Übernachtungen: In Ferienhäusern beziehungsweise Ferienwohnungen 5545 (2019: 4778), in Pensionen 4356 (2019: 10 614), in Gasthöfen 2347 (2019: 3611), in Hotels Garni 1327 (2019: 2902), in Hotels 24 568 (2019: 39 643), in Erholungsheimen 164 (2019: 613) und auf dem Campingplatz 8674 (2019: 11 769). Im Vergleich der Jahre von 2015 bis 2020 wurde bei den Gästeankünften der Spitzenwert im Jahr 2017 mit 20 663 und bei den Übernachtungen ein solcher mit 75 922 im Jahr 2015 ermittelt. Recht unterschiedlich waren wegen der Corona-Pandemie und der dabei angeordneten Schließungen der Betriebe die Gästeankünfte mit dem Minimalwert von zwei im April und dem Maximum von 2395 im August. Bei den monatlichen Übernachtungen lag die Bandbreite zwischen drei im April und 9274 im August. Eine so positive Entwicklung für die Ferienmonate hatte schon im Juni Gemeinderat und Hotelier Steffen Frey prognostiziert.

Die meisten Gäste kommen aus den Niederlanden

Abgesehen von den durchschnittlichen Aufenthaltstagen in Erholungsheimen von im Jahr 2020 außergewöhnlichen 12,62 Tagen haben sich diese gegenüber dem Vorjahr in Hotels mit 3,4 Tagen, auf dem Campingplatz mit 3,9 Tagen, in Gasthöfen mit 2,8 Tagen und in Pensionen mit 6,1 Tagen nicht wesentlich verändert. Im Gesamtdurchschnitt aller Betriebsarten haben sich bei der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer 3,8 Tage ergeben.

Ein Plus von sechs Prozent hat sich den Informationen von Hannah Winz zufolge gegenüber dem Vorjahr mit der Herkunft der Gäste mit Hauptwohnsitz in Deutschland ergeben. Zugenommen hat die Zahl der Gäste aus den Niederlanden um 15 Prozent. In dieser Höhe lag in den Vorjahren die Zahl der Ankünfte aus Großbritannien, die sich auf nur noch drei Prozent der Auslandsankünfte reduzierte. An der Spitze liegen damit bei den ausländischen Gästeankünften die Niederlande mit 40 Prozent, gefolgt von Frankreich mit 19 Prozent, von Luxemburg mit elf Prozent, von der Schweiz mit gut zehn Prozent und aus Belgien mit knapp neun Prozent. Gleich geblieben ist etwa der Anteil von Besuchern aus der Region und aus den deutschen Bundesländern. Ganz vorne liegt hier Baden-Württemberg mit 49 Prozent. Knapp 15 Prozent kommen aus Rheinland-Pfalz und etwa zwölf Prozent aus Nordrhein-Westfalen sowie knapp zehn Prozent aus Hessen. Dabei kamen 40 Prozent der baden-württembergischen Gäste aus dem Postleitzahlengebiet sieben und 27 Prozent aus dem Postleitzahlen-Gebiet sechs. Gleich geblieben gegenüber dem Vorjahr ist die Gruppe der 56- bis 65-Jährigen als stärkste Altersgruppe. Gewechselt hat auf Platz zwei die bisherige Gruppe der 71- bis 80-Jährigen in die Gruppe der 46 bis 55-Jährigen, womit eine gewisse Verjüngung der Gäste eingetreten ist. Wohl der Pandemie mit ihren Auslandsaufenthalts-Beschränkungen geschuldet ist eine Erhöhung des prozentualen Anteils der Gäste im Alter zwischen 18 und 55 Jahren gegenüber dem Vorjahr.

"Aufgrund der weiterhin unsicheren Situation rund um die Corona-Pandemie sind für das Jahr 2021 nochmals deutliche Rückgänge der Gäste-zahlen zu erwarten. Auf längere Sicht gesehen stellt die Pandemie jedoch auch eine Chance für den Deutschland- und vor allem für den Schwarzwaldurlaub dar. Deshalb wird langfristig wieder mit einer positiven Entwicklung der Tourismuszahlen in Enzklösterle gerechnet", so Winz in ihrem Resümee zur touristischen Entwicklung des Enztal-Kurortes.

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