Dürfen die Baumärkte im Südwesten ihre Gartencenter öffnen? (Symbolfoto) Foto: Sven Hoppe/dpa

Baumärkte dürfen in Bayern am Montag für Privatkunden öffnen. Und auch in Baden-Württemberg könnten die Märkte aufmachen - allerdings nur teilweise. 

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Oberndorf - Am Dienstag entschied die baden-württembergische Landesregierung, dass Gärtnereien, Gartenmärkte und Blumenläden ab 1. März wieder öffnen dürfen. Eine reguläre Öffnung der Baumärkte ist hingegen wohl nicht vorgesehen. Und das, obwohl die Filialen im Nachbar-Bundesland Bayern in den Lockerungsmaßnahmen mit eingeschlossen sind. 

Nun könnten die Baumärkte im Südwesten allerdings ausschließlich ihre Gartencenter öffnen - so wird es in einigen anderen Bundesländern gehandhabt. Ob eine solche Teil-Öffnung auch in Baden-Württemberg erlaubt sein wird, ist unklar: Die Corona-Verordnung über die März-Lockerungen liegt bislang nicht vor. 

Hornbach will Zutritt im Auge behalten

Hornbach-Pressesprecher Florian Preuß geht davon aus, dass Blumen, Pflanzen, Dünger und Co. ab März auch in den baden-württembergischen Filialen verkauft werden dürfen. "Darauf bereiten wir uns vor", so der Sprecher. Baden-Württemberg sei da nur eines von vielen Bundesländern, in denen die Gartencenter wieder öffnen dürften. "Der Garten ist jetzt im Frühjahr der Hauptanziehungspunkt", berichtet Preuß. Es sei von allen Seiten gewünscht, dass Menschen derzeit viel Zeit zu Hause verbringen, führt er aus. Da sei Gartenarbeit doch eine gute und wichtige Beschäftigung. Und im Frühjahr steige die Nachfrage der Kunden so stark an, dass sie nicht allein über Click&Collect bedient werden könne, ist er überzeugt. Deshalb freue sich Hornbach, wenn zumindest die Gartencenter aufmachen dürften: "Das ist wirtschaftlich eine Perspektive, wenn zumindest Teilbereiche öffnen", so Preuß.

Indes wolle Hornbach in seinen Filialen den Zutritt genau beobachten. An den Eingängen würden Mitarbeiter zum Zählen der Kunden in Stellung gehen. Bei großem Andrang könne es dann beim Einlass schon mal zu Wartezeiten kommen. Dahingehend sei es wünschenswert, wenn Kunden nicht in großen Gruppen kommen und ihren Einkauf zielgerichtet angehen würden, bemerkt der Hornbach-Sprecher. 

Bauhaus wartet auf behördliche Vorgaben

Auch die Baumarkt-Kette Bauhaus bereitet sich bundesweit auf mögliche (Teil-)Öffnungen der Niederlassungen beziehungsweise der sogenannten "Stadtgärten" vor. So heißt der Gartenbereich der Kette. Die Vorbereitungen werden laut Bauhaus unter strikter Einhaltung und Berücksichtigung lokaler Vorgaben getroffen. Allerdings seien die behördlichen Vorgaben, an denen sich das Unternehmen orientieren könne, für noch kein Bundesland verbindlich verbrieft beziehungsweise veröffentlicht worden, so ein Sprecher.

Bauzentrum Haisch fände komplette Öffnung sinnvoller

Im Bauzentrum Haisch in Dornstetten blickt man indes nicht mit Neid auf die Lockerungen in Bayern. In dem Nachbar-Bundesland habe die Schließung schon viel länger angedauert, erinnert sich Geschäftsführer Bernd Haisch. Haisch würde sich zwar freuen, wenn das Gartencenter seines Baumarkts am Montag aufmachen darf. Eine komplette Öffnung fände Haisch allerdings sinnvoller. Ansonsten müssten wieder Teile des Geschäfts abgesperrt und draußen eine extra Kasse eingerichtet werden. "Das ist ein Wahnsinns-Aufwand, das so zu organisieren, wie die Regierung das möchte", sagt er. Haisch hält eine Teil-Öffnung ferner für schwer vermittelbar: Für Kunden sei es kaum nachvollziehbar, warum eine Gartenpflanze vor Ort im Center gekauft werden könne, eine Gasflasche jedoch nur über Click&Collect.

Efinger Baumarkt hält Abtrennung für schwierig 

Ein anderes Problem mit Blick auf die mögliche Teil-Öffnung sieht der Geschäftsführer vom Efinger Baumarkt in Trossingen. Durch den Aufbau des Trossinger Marktes sei es organisatorisch äußerst schwierig, Bereiche abzutrennen, sodass Kunden nur in das erlaubte Gartenabteil gelangten. Das sei fast nicht möglich, so Michael Kohn. Gleichzeitig sei die Erwartungshaltung der Kunden groß, dass bei einer Erlaubnis geöffnet werde, berichtet der Geschäftsführer. Auch Kohn würde sich wünschen, dass die Baumärkte regulär und komplett öffnen dürfen. Die aktuell niedrigen Inzidenzen machten ein sicheres Einkaufen im Baumarkt möglich, ist er überzeugt.

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