Als Gesundheitsclown bringt Marlene Kohl-Strobel Menschen zum Lachen. Doch seit Corona darf sie das nicht mehr. Dafür hat sie als Lachyoga-Leiterin ein paar Ratschläge zur Gemütsaufheiterung für alle, die unter den Pandemie-Beschränkungen leiden.
Rangendingen - Eigentlich braucht man es nicht zu betonen: Corona hat das Zeug zum absoluten Stimmungskiller, erst recht, seit mit dem Aufbranden der "dritten Welle" neuerliche Verschärfungen der Pandemie-Beschränkungen und sogar ein weiterer Lockdown vor der Tür stehen. Zum Lachen ist da wirklich den wenigsten zu Mute. Und dies, obwohl doch eigentlich jeder weiß und schon am eigenen Leib verspürt hat, wie gesund das Lachen ist.
Das weiß natürlich auch Marlene Kohl-Strobel aus Rangendingen. Umso schlimmer findet sie, dass die Erwachsenen das Lachen ja fast schon verlernt hätten, ja "geradezu abtrainiert haben wir uns das", meint sie. Wer viel und oft lache, werde in unserer leistungsorientierten Gesellschaft rasch als albern angesehen und selbst ausgelacht.
Gleichwohl ist Marlene Kohl-Strobel überzeugt: "Lachend geht es sich viel leichter durchs Leben." Was dann aber nicht gleich wieder bedeute, dass man deshalb kein ernster und vor allem tiefsinniger Mensch sein könne. Schließlich könne man ja sogar mit jemandem lachen "bis die Tränen kommen" oder sich gar "totlachen". Freud und Leid, sagt sie, lägen also gar nicht so weit auseinander.
Doch was soll man machen, wenn man – derzeit vielleicht wegen Corona – gar nichts zum Lachen hat? Dann muss man es eben trainieren, empfiehlt die Lachyoga-Leiterin. Was sich im ersten Gedanken etwas widersinnig anhört, sei mit etwas Übung durchaus möglich, klärt Kohl-Strobel auf. Vom künstlichen Lachen, oder wie Kohl-Strobel lieber sagt, vom kindlichen Lachen, sei es oft nur ein ganz kurzer Weg bis man ins echte, emotionale Lachen rutsche. Außerdem sei der Grund für das Lachen ganz egal. Beim Lachen auf Befehl würden beinahe dieselben Botenstoffe freigesetzt, wie wenn man herzhaft lachen müsse.
Lachen ist so wichtig wie körperliche Bewegung
Für Marlene Kohl-Strobel ist häufiges Lachen gerade jetzt in der teils schwermütigen Corona-Stimmung so wichtig wie körperliche Bewegung. So wie man Muskeln und Gelenke in Schwung bringe, sollten "wir auch unsere Seele beweglich halten", ist sie überzeugt. Schon ein paar Minuten am Tag würden ihrer Meinung nach einen wirksamen Schutz vor Verstimmung und Depression bringen, was bekanntermaßen den ganzen Menschen krank machen könne.
Es sei überhaupt nicht schwer, selbst etwas für seine Gesundheit und sein Wohlbefinden zu tun. Lachyoga als "Selbstversuch, der nicht weh tut", empfiehlt Kohl-Strobel dafür. Man müsse nur über seinen Schatten springen, um frühmorgens präventiv eine viertel Stunde mit sich selbst im Spiegel zu lachen, wie es Lachyoga-Pionier Madan Kataria vorschlage.
Lachyoga, das sei "Lachen, Bewegung und Atemübungen in einem – bereichernd und stimmungsaufhellend für den gesamten Menschen", erklärt Kohl-Strobel. Sie selbst hat im Rangendinger Heimatmuseum vor einigen Jahren bereits Kurse dazu angeboten. Wegen Corona sei in dieser Richtung aber derzeit gar nichts möglich. Deshalb empfiehlt die Kursleiterin den immer mittwochs zwischen 13 Uhr und 13.30 Uhr stattfindenden "Lachyoga-Mittagstisch" im Internet, an welchem jedermann kostenlos über einen entsprechenden Link teilnehmen könne.
Jungbrunnen und Anker zugleich
Verschiedene Lachyoga-Lehrer aus ganz Deutschland würden in diesen Beiträgen die unterschiedlichen Ansätze ihres Lachtrainings vorstellen und erklären – inklusive Lachübungen zur Begrüßung und zum Abschied. Die Lach-Trainer kämen aus den unterschiedlichsten Branchen, erzählt sie. Da seien ehemalige Banker dabei, Kunsttherapeuten, Clowns, Humortrainer, Manager und auch Comedians.
Für sie selbst sei Lachyoga ein "Jungbrunnen" und gleichzeitig wie ein Anker, der bei regelmäßiger Anwendung helfe, besser aus schwierigen Lebenssituationen herauszukommen, erklärt die Lachyoga-Leiterin. Sie selbst habe schon als Kind viel und gern gelacht, erzählt sie. Bei ihren eigenen längeren Krankenhausaufenthalten als Kind habe sie für andere kranke Kinder den Clown gespielt.
Etwas, das sie auch heute als Gesundheits-Clown gerne wieder machen würde – auf Kinderstationen, in Seniorenheimen, im Kindergarten, in der Bücherei oder auch mal im Gottesdienst oder bei einer Geburtstagsfeier. Doch da herrsche im Moment "Totenstille". Dabei würden sich doch gerade die Menschen dort über einen Grund zum Lachen sehr freuen.