Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Corona-Lockdown Gastronomie: Gemischte Reaktionen in Rottweil

Von
Andrea Brylla möchte während des Lockdowns im "SoLuna" einen Abholservice für Tapas anbieten. Foto: Meene

Rottweil - Am Mittwochabend wurde ein erneuter Lockdown für alle Gastronomiebetriebe beschlossen. Wir haben mit Lokalbetreibern aus Rottweil gesprochen, die Meinungen zu den jüngsten Verordnungen spalten sich. Weiteres lesen Sie in unserem (SB+)-Artikel.

Nicht einmal seit einer Woche war die Sperrstunde in Rottweil eingeführt, als am Mittwochabend ein erneuter Lockdown für Gastronomiebetriebe beschlossen wurde. Die Rottweiler Lokalbetreiber haben gemischte Meinungen zu den jüngsten Verordnungen.

Lesen Sie auch: Ordnungsamt kontrolliert Sperrzeit in Rottweil

Bereits in der vergangenen Woche hatte der Kreis Rottweil die Inzidenzmarke von über 50 Neuinfektionen innerhalb der letzten sieben Tage auf 100.000 Einwohner überschritten. Während des Lockdowns im Frühjahr waren Bars und Restaurants bereits komplett geschlossen, seit Samstagabend galt auch in Rottweil ab 23 Uhr bis 6 Uhr eine Sperrstunde, mit einhergehendem Abgabeverbot von alkoholischen Getränken.

Am Mittwoch wurde dann in neuer Runde durch Angela Merkel und die Ministerpräsidenten über verschärfte Maßnahmen beraten: Unter anderem wurde für Gastronomiebetriebe ein erneuter Lockdown beschlossen.

Gäste fühlen sich sicher

Die Sperrstunde habe bereits in den letzten Tagen starke finanzielle Auswirkungen auf die Lokalbetreiber gehabt, erklärt Holger Schmid von der Café Bar Ziz. Ein erneuter Lockdown der Gastronomie ist für die Bar ein "immenser Einschnitt in finanzieller Hinsicht", so der Gastwirt. Seit Mitte März hatte die Bar bis auf weiteres geschlossen, erst vor kurzem, seit dem 16. Oktober wurde der Betrieb wieder aufgenommen. Die jüngst eingeführten Verordnungen kommen für den Wirt eine Woche nach der Wiedereröffnung äußerst ungelegen.

Außerdem bezweifelt Schmid die Sinnhaftigkeit dieses erneuten Lockdowns. Er befürchte, dass die Leute durch diese Maßnahme wieder vermehrt private Partys veranstalten. "Die Leute sind bei uns sicherer als auf privaten Feiern ohne Maßnahmen", versichert der Wirt. In der Bar sei Corona-konform bestuhlt, dies habe er vom Ordnungsamt kontrollieren lassen. Auch alle anderen Maßnahmen würden demnach ordnungsgemäß eingehalten. Diese Verordnungen seien im privaten Raum kaum kontrollierbar, ist sich der Gastwirt sicher. Auch von Kunden habe er bereits die Rückmeldung erhalten, dass sie sich bei ihm wesentlich sicherer fühlen, als beispielsweise bei Feiern im privaten Raum oder bei der Arbeit.

Andrea Brylla, Inhaberin des Restaurants "SoLuna", fühlt sich gegen die neuen Verordnungen machtlos. "Gut finden tun wir es alle nicht. Aber man kann leider sowieso nichts dagegen tun." Die Sperrstunde seit Samstag habe sie bisher noch nicht getroffen, da die spanische Tapas-Bar ohnehin nur donnerstags und freitags länger als 23 Uhr geöffnet hätte. Da die Restaurants und Bars nun komplett geschlossen bleiben müssen, möchte die Gastronomin "Tapas to go" anbieten, um die kommenden Wochen der Zwangsschließung überwinden zu können.

"Die Gastronomie ist nun mal nicht systemrelevant"

Auch Altfrid Weber, Betreiber des Restaurants im Badhaus findet "jammern hilft nicht". Das Wohl der Kundschaft sei für ihn wichtiger, als die finanzielle Katastrophe, die durch die Schließung auf die Gastronomen zukommt. Die acht Mitarbeiter des familiengeführten Betriebs werden während der Zeit des Lockdowns in Kurzarbeit geschickt, wie es bereits Anfang des Jahres der Fall war. Die betriebsfreie Zeit möchte die Familie für Reparaturen und Renovierungsarbeiten an dem historischen Gebäude nutzen. "Unsere Kunden kommen hauptsächlich zu uns wegen dem Ambiente", erklärt der Sohn des Inhabers, Moritz Weber-Jänichen. Deshalb käme ein Lieferservice für das Restaurant im Badhaus nicht in Frage. Weber bedauert vor allem, dass die Konzerte und Auftritte von Gastkünstlern, durch die am Mittwoch beschlossenen Verordnungen abgesagt werden müssen.

"Wir stehen hinter der Maßnahme", so auch seine Frau Christina Jänichen. "Die Gastronomie ist nun mal nicht systemrelevant", ist sie sich bewusst. Aktuell stehe laut ihr die gesellschaftliche Solidarität im Vordergrund, auch wenn dadurch einzelne Berufsgruppen wie die Gastronomen darunter leiden müssen. Jänichen ist sich sicher: "Die Leute kommen wieder".

, . 

Fotostrecke
Artikel bewerten
3
loading

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.