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Corona-Kritik Rund 100 Teilnehmer bei Lichterspaziergang in Balingen

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Die Polizei beobachtete das Geschehen auf dem Marktplatz. Foto: Engelhardt

Balingen - Rund 100 Menschen haben am Montagabend in der Balinger Innenstadt an der zweiten Auflage des sogenannten Lichterspaziergangs teilgenommen. Dabei lief unter den Augen der Polizei alles in geordneten Bahnen ab.

Zu dem Spaziergang aufgerufen hatte nach Angaben des Ordnungsamts die Ortsgruppe Zollernalb des Vereins "Eltern für Aufklärung und Freiheit"; mitbeteiligt waren auch Gruppen wie "Freiheitsboten", "Querdenken", "ElternStehenAuf" und "Corona Aufklärer", die den Corona-Maßnahmen kritisch gegenüberstehen.

Die "Eltern für Aufklärung und Freiheit" setzen sich nach eigenen Angaben insbesondere für die "freie Entfaltung unserer Kinder" sowie gegen mit der Corona-Situation begründeten "Zwangsmaßnahmen" ein. Vor allem die "übertriebenen Hygienemaßnahmen" und die Maskenpflicht müssten für Kinder zurückgenommen werden; diese bräuchten stattdessen "normalen Schulunterricht" sowie Nähe und Freizeit mit Gleichaltrigen.

Mit Lichtern gegen "C-Wahnsinn"

Unter dem Motto "Lockdown und Dunkelheit? Nicht mit uns!" waren die Teilnehmer des Spaziergangs zudem aufgerufen, "helle Lichter für Demokratie und Freiheit" mit sich zu führen. "Jeder verbindet sein Licht in Gedanken mit denen der Anderen. Solange, bis dieser C-Wahnsinn ein Ende hat", heißt es in einem Aufruf.

Rund 100 Menschen sind der Aufforderung gefolgt und haben sich am Montagabend auf dem Balinger Marktplatz versammelt. Die Begrüßung der Teilnehmer übernahm einer der Organisatoren aus Balingen. Er wies unter anderem auf die derzeit geltenden Hygienevorschriften sowie die Maskenpflicht hin. Über die Vorschriften lachen könne man später zu Hause wieder, während des Lichterspaziergangs müsse man sich aber an sie halten. Etliche Spaziergangsteilnehmer allerdings taten das nicht. Die Polizei beobachtete die Situation, schritt aber nicht ein.

Gemeinsames Lied zum Abschluss

Gemächlich setzten sich die Spaziergänger dann in Bewegung und nutzten dabei die gesamte Fläche des Marktplatzes, umrundeten auch die Kirche. Zum Abschluss sangen sie gemeinsam ein Lied.

Der erste dieser Spaziergänge hatte in der Balinger Fußgängerzone am Montag vor einer Woche stattgefunden. Wegen dieser ersten Versammlung laufen mittlerweile Ermittlungen der Polizei gegen die Veranstalter, weil diese den Lichtspaziergang nicht angemeldet hatten, wie es das Versammlungsgesetz vorschreibt. Beim Polizeipräsidium Reutlingen ist ein entsprechender Vorgang anhängig, bestätigte ein Sprecher am Montag gegenüber unserer Zeitung. Zur Anzeige gebracht hatte den Verstoß die Stadt Balingen. Versammlungen sind grundsätzlich nicht genehmigungspflichtig, man muss sie als Veranstalter aber anmelden.

Mittlerweile haben die Veranstalter nachgebessert: Für die zweite Auflage des Lichtspaziergangs ging beim Ordnungsamt der Stadt Balingen rechtzeitig am Freitag vergangener Woche die Anmeldung ein. Und nicht nur für die: Bis zum Jahresende wolle man immer montags – sowie in dieser Woche auch am Martinstags Mittwoch, 11. November, die Lichter gegen den "C-Wahnsinn" erstrahlen lassen.

Juristische Niederlagen

Derweil mussten die Veranstalter am Montagnachmittag eine juristische Niederlage einstecken: Das Verwaltungsgericht Sigmaringen lehnte einen Eilantrag gegen die Auflage des Ordnungsamts ab, wonach die Teilnehmer des Lichterspaziergangs Mund-Nasen-Bedeckungen tragen müssen. Begründet hatte die Stadtverwaltung dies auf der Grundlage der aktuellen Corona-Verordnung: Von Veranstaltungen wie dem Spaziergang gehe "eine unmittelbare Gefährdung der öffentlichen Sicherheit" aus. Die Corona-Lage in Balingen wie im Zollernalbkreis sei kritisch; im Zollernalb-Klinikum würden langsam die Intensivbetten knapp. Die Masken-Auflage sei verhältnismäßig, da die Veranstaltung an sich unberührt bleibe.

Die Entscheidung der Sigmaringer Verwaltungsrichter dürfte bei der Stadtverwaltung für große Erleichterung gesorgt haben: Hätten die Richter die Maskenpflicht gekippt, dann wäre diese Pflicht wohl auch für den Balinger Wochenmarkt nicht zu halten gewesen. Allerdings ist die Sigmaringer Entscheidung noch nicht rechtskräftig; die Veranstalter können dagegen Beschwerde einlegen.

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