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Corona-Krise Tourismus-Betrieben im Schwarzwald droht der Ruin

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Die Tourismus-Branche leidet besonders unter der Corona-Krise. Der Dachverband fordert deshalb schnelles Handeln. Foto: dpa

Die Folgen der Lockdowns dieses Jahres treffen Gastgeber, Hoteliers und Gastronomen besonders hart. Zwar ist ihnen großzügig Hilfe versprochen worden, doch die lässt auf sich warten. Seitens der Dachorganisation Schwarzwald Tourismus GmbH hagelt es deshalb Kritik.

Schwarzwald-Baar-Kreis - Die Regierungskoalition im Stuttgarter Landtag hat bisher noch keinen formalrechtlichen Beschluss gefasst. Somit liegen Gelder auf Eis, die dringend für das Überleben vieler Betriebe gebraucht würden, so Hansjörg Mair, der Geschäftsführer der Dachorganisation Schwarzwald Tourismus in Freiburg. Er fordert deshalb Landesregierung und die Regierungsfraktionen im Stuttgarter Landtag auf, "endlich durch einen formalen Regierungsbeschluss den Weg für das versprochene Maßnahmenpaket frei zu geben."

Viele stehen mit dem Rücken zur Wand

Das Sommergeschäft konnte die Folgen des Lockdowns vom Frühjahr kaum mindern, und nach dem erneuten Lockdown im November stehen viele Hoteliers und Gastronomen, Vermieter, Wander- und Reiseführer mit dem Rücken zur Wand, erläutert Mair. "Zwar hat man der Branche ein dreifaches Maßnahmenpaket versprochen, aber auf den erforderlichen formalen Regierungsbeschluss warten wir bisher vergebens."

Die Branche brauche, wie auch vom Tourismusminister gefordert, dringend finanzielle Unterstützung, damit sie sich erholen oder zumindest stabilisieren kann. Es gehe bei weitem nicht nur um die Liquiditätssicherung und die Unterstützung des laufenden Betriebes der kommunalen und landeseigenen Thermalbäder und Thermen. "Vielmehr brauchen alle anderen auch gerade in der Krise effiziente und überzeugende Anreize für längerfristige Investitionsmaßnahmen in einer der bedeutendsten Wirtschaftsbranchen des Landes."

Schnell und unbükratisch

Der Tourismuschef weiter: "Eine Destination wie der Schwarzwald, der für rund 40 Prozent der touristischen Wertschöpfung im Land steht, braucht gerade jetzt projektunabhängige Mittel, um schnell und unbürokratisch alle erforderlichen Marketingmaßnahmen für eine Unterstützung von Gastgebern und Gastronomen, lokalen Veranstaltern und Tourguides ergreifen zu können."

Er plädiert an die Regierungsfraktionen im Landtag, die Freigabe der Mittel nicht länger hinauszuzögern, sondern möglichst schon in dieser Sitzungswoche die Hilfsmaßnahmen auch formal auf den Weg zu bringen.

Der Schwarzwald kann zwar für das Corona-Jahr bisher eine günstigere Bilanz als Baden-Württemberg insgesamt vorweisen – aber die Zahlen sind dennoch tiefrot. In den von der Statistik erfassten rund 3000 Gastgebern mit mindestens zehn Betten reisten von Januar bis September 39 Prozent weniger Gäste an als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Zahl der Übernachtungen sank um 32,6 Prozent. Nicht erfasst sind von der Statistik die mehr als 8000 Vermieter mit weniger als zehn Betten. Mair: "Wir müssen davon ausgehen, dass den Übernachtungsbetrieben, Gastronomen und Dienstleistern am Ende des Jahres rund 2,5 Milliarden Euro in der Kasse fehlen. Ohne schnelle Hilfen wird das manchen Betrieb in den Ruin treiben."

Im vergangenen Jahr resultierte aus dem Tourismus in der Region ein Bruttoumsatz von fast 7,6 Milliarden Euro. Nach Abzug von Steuern, Kosten und Vorleistungen blieben davon 2,28 Millionen Euro für Gehälter in der Tourismusbranche und 1,32 Millionen Euro für Gehälter in den Zulieferbetrieben. Das entspricht rund 125 000 Arbeitsplätzen direkt im Tourismus und anteiligen Kosten für rund 375 000 Arbeitsplätze bei Bäckern, Handwerkern, Einzelhandel, Landwirten, Metzgern, Gärtnern und anderen Zulieferbetrieben.

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