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Corona-Krise Freibäder dürfen bald öffnen, aber tun sie es auch?

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Das Stammheimer Freibad ist noch immer geschlossen. Foto: Energie Calw GmbH

Region - Für Schwimmkurse dürften die Freibäder im Land ab 2. Juni wieder öffnen. Und auch für Freizeitbadegäste sollen erste Bäder in Baden-Württemberg vom 6. Juni an wieder öffnen können. Dennoch ist es fraglich, ob Badegäste diesen Sommer noch auf ihre Kosten kommen. Warum es für so manches Freibad schwierig wird, unter starken Einschränkungen zu öffnen, und warum manche Städte trotzdem Hoffnung machen, lesen Sie in unserem (SB+)Artikel.

Während andere Bundesländer ihren Freibädern bereits die Öffnung erlaubt haben, hat Baden-Württemberg entschieden, dass Bäder erst nur für Schwimmkurse und Schwimmunterricht und nur unter Einhaltung gewisser Auflagen öffnen dürfen. Diese bedingte Lockerung gilt ab Dienstag, 2. Juni. Vier Tage später, ab dem 6. Juni, soll dann auch Freizeit-Badespaß unter strengen Hygienevorgaben und auf der Grundlage eines detaillierten Betriebskonzeptes möglich werden. Laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) muss hierfür jedoch noch die entsprechende Verordnung für die Bäder verfasst werden, die die Details regeln soll.

Panoramabad in Freudenstadt bleibt zu

Nur für die Kurse zu öffnen, das ziehen die Freibad-Betreiber der Region nicht in Betracht. "Alleine für die Schwimmkurse aufzumachen, ist natürlich in keiner Weise rentabel", erklärt Tobias Degout, Geschäftsführer des Bäderbetriebs der Stadtwerke Freudenstadt. Das Panoramabad soll deshalb auch erst mal geschlossen bleiben. 

Degout beobachtet die Lage in anderen Bundesländern wie etwa Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Unter den dortigen Auflagen einen Betrieb hinzubekommen sei schwer. Hierfür sei viel mehr Personal notwendig als üblich. Die Zahl der gleichzeitig Badenden müsste kontrolliert werden, die Gäste müssten beim Kommen und Gehen registriert werden, der Umkleidebereich müsste ohne das Öffnen von Türen organisiert werden. Degouts Resümee: "Das ist alles ein großer Aufwand." Hierbei stellten sich nun mehrere Fragen, so der Geschäftsführer. Sei der ganze Aufwand leistbar? Mache den Gästen ein Betrieb unter solchen Auflagen überhaupt Spaß? Und zu guter Letzt: "Machen wir auf oder lassen wir lieber zu?"

Lesen Sie auch: Freibadsaison in Loßburg steht auf der Kippe

Für diese Entscheidung spielen auch die Finanzen eine Rolle. Der Freudenstädter Bäderbetrieb hat derzeit Kurzarbeit angemeldet. Bei einer Öffnung stünden die Personalkosten den Einnahmen durch die Eintrittskarten gegenüber. Nach Degouts Rechnung würde der Betrieb weniger Verlust machen, wenn das Bad zu bleibt. 

Nichtsdestotrotz wird in Freudenstadt an einem Hygiene- und Betriebskonzept für eine mögliche Öffnung gearbeitet. Ob es aber wirklich zum Einsatz kommt? Degout: "Es wird spannend, das hinzubekommen."

Vorerst kein Kursangebot in Rottweil

Ähnlich sieht die Lage in Rottweil aus: "Wir werden erst mal keine Kurse anbieten", berichtet auch Steven Ulrich, Abteilungsleiter Bäder der Energieversorgung Rottweil (ENRW). Die neue Verordnung sehe beispielsweise vor, dass jeweils nur drei Personen in einer Bahn schwimmen dürften. Unter diesen Voraussetzungen würden keine Kurse angeboten, so Ulrich. Er meint: "Da haben sie fast einen Einzelunterricht."

Die ENRW wolle auf eine Verordnung zur generellen Öffnung der Schwimmbäder warten. Grundlegende Vorbereitungen seien zwar bereits getroffen, erst auf Grundlage einer Verordnung werde dann aber ein konkretes Hygiene- und Sicherheitskonzept entwickelt und mit dem Gesundheitsamt abgestimmt. Danach könne dann eine Entscheidung über eine Öffnung erfolgen, so Ulrich.

Sport-Abiturienten dürfen in Villingen schwimmen

In Villingen-Schwenningen will man ebenfalls auf die Verordnung warten. Im Villinger Kneippbad ruht der Betrieb auf jeden Fall noch bis zum 6. Juni. Ab diesem Tag dürfen Freibäder in Baden-Württemberg frühestens wieder für den allgemeinen Publikumsverkehr öffnen. Für die Zeit danach lässt Oliver Bauer, Pressesprecher der Stadtwerke Villingen-Schwenningen, verlauten: "Wir müssen einfach abwarten, was da von der Verordnung kommt." Das Ganze sei ein heikles Thema, da Entscheidungen über "hochsensible Bereiche" getroffen würden, erklärt er. 

Ein Bad in VS öffnet indes aber sicher: Laut Bauer dürfen die Abiturienten im Juli in der Friedensschule das Sportabi ablegen. Dort sei das Bad für die Prüflinge auch zu Trainingszwecken geöffnet.

In Calw wird an einem Konzept gearbeitet

Ein Konzept zur Einhaltung aller gültigen Abstands- und Hygieneregelungen wird derzeit auch in Calw erarbeitet. "Wie lange dies dauert, ist nicht abschätzbar", heißt es von Seiten der Energie Calw GmbH. Sobald sich die Situation entspanne und es erlaubt sei, das Freibad zu öffnen, freuen man sich jedoch auf die Besucher und werde darüber informieren.

In Balingen ist man zuversichtlich

Am zuversichtlichsten äußert sich der Pressesprecher der Balinger Stadtverwaltung, Jürgen Luppold. Auch er betont, dass man derzeit noch in der Luft hänge und auf Vorgaben warte. Aber er sagt auch: "Wir können uns eine Öffnung schon vorstellen."

Die Freibäder in Balingen seien gefüllt, die Anlagen vorbereitet. "Wenn wir Vorgaben haben, an die wir uns halten müssen, werden wir unsere Freibäder sicher aufmachen", meint er.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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