Start des Corona-Korsos am Montagabend: "Nie mehr" sollen die Gegner der Corona-Maßnahmen am Balinger Krankenhaus vorbeifahren, hieß es im Gemeinderat. Foto: Maier

"Menschenverachtender" Corona-Korso erneut Thema im Gemeinderat. Routenführung an Krankenhaus vorbei kritisiert.

Heftige Kritik am Autokorso der sogenannten Freiheitsfahrer in Balingen hat es am Dienstagabend im Gemeinderat gegeben. Und auch die Stadtverwaltung erhielt einen Tadel.

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Balingen - Der Korso, mit dem die Teilnehmer gegen die ihrer Meinung nach überzogenen Corona-Maßnahmen demonstrieren, sei nach Meinung vieler Balinger – ihn eingeschlossen – "menschenverachtend" und "zynisch", sagte CDU-Stadtrat Günther Meinhold. Dies gelte vor allem für die vergangene Woche, als die "Freiheitsfahrer" am Balinger Krankenhaus vorbeigefahren seien, in dem Ärzte und Pfleger um das Leben von Corona-Patienten kämpften. "Warum", fragte Meinhold kritisch, "hat das Ordnungsamt diese Route erlaubt?"

Nie mehr am Klinikum vorbei

Auch Stadtrat Werner Jessen (Freie Wähler) bezeichnete die frühere Route am Krankenhaus vorbei als "unsäglich". Das Ordnungsamt müsse sicherstellen, dass der Korso "nie mehr" am Zollernalb-Klinikum vorbeifahre.

Oberbürgermeister Helmut Reitemann sagte dazu, man habe eine Fahrt über oder die Sperrung einer Bundesstraße verhindern wollen. Für die zweite Auflage des Korsos am Montag dieser Woche habe man den Abfahrtsort geändert – die Autos fuhren, wie berichtet, vom Parkplatz der Sparkassen-Arena aus los. Sperrung der Bundesstraße 27-Ab- und Zufahrt inklusive. Das habe "gut funktioniert", so Reitemann. Dieser Startpunkt soll nach Angaben des Ordnungsamts und nach Meinung der Polizei für die nächsten Fahrten der Corona-Fahrer beibehalten werden.

Jessen regte indes das Ordnungsamt an zu prüfen, ob der Korso künftig vom Messegelände aus losfahren könnte. Dann müsste man die Ab- und die Zufahrt zur Bundesstraße 27 sowie die Querspange hinüber zur B 463 nicht mehr sperren.

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