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Corona-Infektion AfD-Abgeordneter rang mit dem Tod

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Ist nach mehrwöchiger, lebensbedrohlicher Corona-Erkrankung wieder auf dem Weg der Genesung: AfD-Bundestagsabgeordneter Thomas Seitz, hier im Herbst. (Archivfoto) Foto: Braun

Der an Corona erkrankteAfD-Bundestagsabgeordnete Thomas Seitz rang im Lahrer Klinikum tagelang mit dem Tod. Jetzt ist er übern Berg und seit Donnerstag wieder auf der Normalstation, bestätigte sein Büro unserer Zeitung.

Lahr/Berlin - Wochenlang war es um den an Corona erkrankten Lahrer Bundestagsabgeordneten Thomas Seitz öffentlich komplett still gewesen. Nichts verlautete über seinen Gesundheitszustand. Nur Eingeweihte wussten, dass der 53-Jährige auf der Intensivstation beatmet werden musste und mehrere Tage lang mit dem Tod rang. Dann, am Freitag, ging plötzlich alles ganz schnell. Nachdem unsere Zeitung eine Anfrage an Seitz’ Berliner Abgeordnetenbüro gestellt und dieses um Bestätigung ihr vorliegender Informationen gebeten hatte, folgte die Erklärung: Der Parlamentarier sei auf dem Wege der Genesung, habe die Behandlung überstanden und sei jetzt wieder auf der Normalstation des Lahrer Krankenhauses. Das teilte das Seitz-Büro am frühen Nachmittag mit.

Wie lange wurde Seitz wegen Corona behandelt?

Knapp vier Wochen. Am 12. Dezember war er mit dem Rettungswagen ins Klinikum eingeliefert worden. Da stand es schon spitz auf Knopf, berichteten mehrere Quellen gegenüber unserer Zeitung. Über den genauen Gesundheitszustand des Abgeordneten wollte dessen Berliner Büro jedoch nichts vermelden. Es habe eine "Prognose für eine zügige Genesung" gegeben, hieß es damals, als unsere Redaktion die Covid-Erkrankung des Abgeordneten publik gemacht hatte. Ganz so zügig ging es dann aber nicht.

Wie stand es um ihn?

Seitz wurde längere Zeit künstlich beatmet, was auf eine schwere Erkrankung an diesem Virus hinweist. In seiner offiziellen Erklärung vom Freitag heißt es dann auch, dass seine Frau "lange Zeit mit meinem Ableben rechnen musste." Den Medizinern des Klinikums gelang es jedoch, das Leben von Seitz zu retten. Ihnen dankt der Abgeordnete jetzt: "Ich danke von Herzen allen Ärzten und Klinikmitarbeitern, die mit ihrer hoch qualifizierten Arbeit mein Überleben trotz schlechter Prognose ermöglicht haben." Ein erster Dank, der per Pressemitteilung kurz nach Bekanntwerden der Erkrankung dem Klinikum übermittelt wurde, kam offenbar nicht aus seiner Feder, da war Seitz noch an Beatmungsgeräten angeschlossen.

Wie geht es weiter?

Der Patient konnte am Donnerstag dieser Woche, 7. Januar, aus der intensivmedizinischen Behandlung entlassen und auf eine Normalstation verlegt werden, sagt das Seitz-Büro. Die stationäre Heilbehandlung werde voraussichtlich bis Mitte des Monats abgeschlossen sein. Danach ist eine Anschlussheilbehandlung, eine Reha-Maßnahme, geplant. Diese soll in einer Einrichtung in der Ortenau erfolgen.

Was sagt Seitz jetzt?

"In Sachen Covid-19 bin ich innerlich zerrissen." Einerseits sei er "dankbar für eine zweite Lebenschance und froh, in einem der Länder mit dem besten Gesundheitssystem auf der Welt zu leben". Doch schon im zweiten Satz seiner offiziellen Erklärung kommt wieder Kritik durch: Er sehe es "andererseits realistisch so, dass im vergangenen Jahr durch die Politik der Bundesregierung rund 90 Prozent der Ressourcen für die Zukunft unserer Kinder durchgebracht wurden. War es das wert?", fragt der AfD-Mann. "Auch jetzt noch ist das Gesundheitssystem mit einer Auslastung der Intensivbetten in Baden-Württemberg von etwa 85 Prozent gut aufgestellt."

Und die Pandemie, die Seitz vor seiner Erkrankung öffentlich noch im Herbst in Frage gestellt hatte?

"Dies ist für mich unverändert keine Pandemie." Zur Wahrheit gehöre nach seinem Dafürhalten, dass nur rund jeder vierte Intensivpatient an Covid-19 leide, während Dreiviertel der Intensivpatienten aus anderen Gründen in Behandlung seien.

Sein Leugnen der Krankheit, etwa noch im September, bei einem AfD-Abend in Ringsheim?

Seitz erklärt heute: "Ich habe nie die Existenz des Sars-Cov-2-Virus noch die Gefährlichkeit der Covid-19-Erkrankung in Abrede gestellt. Ich bin jedoch unverändert der Auffassung, dass bislang keine pandemische Lage vorliegt. Die freiheitsbeschränkenden Maßnahmen der Exekutive halte ich für unangemessen, kontraproduktiv, plan- und ziellos. Die rechtlichen Grundlagen halte ich zudem für verfassungswidrig, da ein derart umfassendes Notstandsregime meines Erachtens einer Verankerung im Grundgesetz bedarf."

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