Für den Ansturm bei der jüngsten Impf-Aktion war der ehemalige Gummibärenladen zu klein. Deshalb kommt er laut Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr nur als reaktiviertes Testzentrum infrage. Foto: Fritsche

Die Infektionszahlen schießen in die Luft, die Bestimmungen der Corona-Verordnung werden immer strikter. Vielerorts gilt bereits 2G-Plus. Doch kann die Nachfrage an Test- und Impfterminen überhaupt gestillt werden?

Schramberg - "Nein." So die schlichte, aber deutliche Antwort von Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr, ob sie der Meinung sei, dass es in Schramberg genügend Test- oder Impfangebote gebe. Im Gespräch mit unserer Redaktion erklärt sie, was die Verwaltung derzeit für Pläne hat, daran etwas zu ändern.

 

Eine wichtige Rolle hierbei wird definitiv wieder der ehemalige Gummibärenladen spielen, der bereits Testzentrum und Ort einer Impf-Aktion des mobilen Teams aus dem Schwarzwald-Baar-Klinikum war. Für letzteres ist die Immobilie definitiv zu klein. Das hätte das mobile Impfteam (MIT) bei aller Freude über die knapp 350 Impfwilligen kommuniziert, sei aber im Gegensatz etwa zum City-Center auch anhand der vielen Wartenden draußen in der Kälte offensichtlich gewesen, wie Eisenlohr rückblickend betont. Dennoch: Eine Reaktivierung als Testzentrum, bestätigt sie auf Nachfrage, sei definitiv geplant.

Testen: Zurück in den Gummibärenladen

"Wir haben schon vor einiger Zeit verschiedene Möglichkeiten, wieder mehr Tests anzubieten, geprüft. Leider fand sich diesmal kein Privater, der die Sache in die Hand nehmen wollte; auch Unternehmen, die anderswo schon testen, ließen sich für eine weitere Teststation im Gummibärenladen nicht gewinnen", so die Oberbürgermeisterin. Das Modell einer Kooperation mit "Blaulichtorganisationen", die in ihrer Freizeit ehrenamtlich testen, komme an Grenzen. "Deshalb sind wir derzeit im Gespräch mit einem Dienstleister, den wir als Stadt anstellen würden, um für uns wieder ein Testzentrum in der Berneckstraße 19 zu betreiben." Sie gehe davon aus, dass die Kosten dafür innerhalb des Budgets der laufenden Verwaltung liegen, zumal sich die Testzentren mit einem gewissen Betrag pro Schnelltest auch refinanziert hätten. "Ich habe mir vor der Weiterverfolgung dieses Plans auch bereits nichtöffentlich ein Stimmungsbild in einem der Ausschüsse eingeholt", so die Oberbürgermeisterin.

Impfen: Stützpunkt aufbauen

Und das Impfen? "Grundsätzlich versuchen wir, weitere Impfangebote, neben denen in den Hausarztpraxen, ins Leben zu rufen. Der Landkreis Rottweil erwägt, in Kooperation mit den Kommunen dezentrale Impfstützpunkte einzurichten; als Stadt Schramberg haben wir hier starkes Interesse bekundet und stehen ›Gewehr bei Fuß‹, um dem Landkreis Räumlichkeiten anzubieten." Auf jeden Fall brauche man dafür ein Team von Menschen, die impfen, und natürlich genügend Impfstoff. "Impfen könnten theoretisch auch Hausärzte, die sich, wie in Aichhalden geplant, zusammenschließen. Allerdings hören wir, dass die Hausarztpraxen derzeit nach über 20 Monaten Pandemie an der Belastungsgrenze sind und ihrem Personal nicht am Wochenende noch weitere Impfverpflichtungen zumuten können", betont Eisenlohr.

Standortsuche läuft

Wenn Schramberg Impfstützpunkt werde, "stellen wir uns eher eine stationäre Lösung vor". Das habe damit zu tun, dass die Stadt dann nur einmal die benötigte Infrastruktur schaffen und diese aufrecht erhalten müsse. Was dazu genau nötig ist, würde vom Landratsamt dann kommuniziert, wenn es losgehen könne. Klar sei natürlich, dass die meisten Immobilien, die für einen Einsatz als Impfstützpunkt infrage kämen, bereits eine Nutzung haben. "Impfen hat im Moment oberste Priorität!", stellt Eisenlohr jedoch klar, dass "sobald wir ein positives Signal für einen Impfstützpunkt bekommen, wir Raum für dieses Angebot schaffen". Das könne beispielsweise in einer Sporthalle natürlich mit den Trainingszeiten von Vereinen kollidieren. "Aber die Vereine, die unter 2G-Voraussetzungen trainieren müssen, hätten ja auch ein Interesse, dass ihre Mitglieder dann 2G sind", führt Eisenlohr aus.

Zusätzlich zu einer eigenen Lösung vor Ort "freuen wir uns über jeden Tag, den das MIT des Schwarzwald-Baar-Klinikums bei uns impft; bis zum Jahresende wurden uns allerdings bisher keine Termine mehr in Aussicht gestellt."