Bewohner und Mitarbeiter des Stephanus-Hauses sind am Wochenende geimpft worden. Foto: Schellinger-Pusler

Es ist ein großer Schritt in Richtung Normalität: Am Sonntag sind Bewohner und Mitarbeiter des Stephanus-Hauses in Hornberg gegen Covid-19 geimpft worden. Unterstützt wurde das mobile Impfteam aus Offenburg von der Ärztin Carmen Ramm.

Gutach - Die Impfung ist ohne Komplikationen erfolgt. Das mobile Impfteam lobte die guten Vorbereitungen und Abläufe, die federführend von der Pflegedienstleitung Jacqueline Giessmann geleitet und umgesetzt wurden. Impfstraßen waren vorbereitet. Die Impfung durch acht Einsatzkräfte des Impfteams und zwei Ärzte dauerte von 8.30 bis circa 14 Uhr.

Wichtiger Baustein zur Bewältigung der Krise

"Die Teams kommen gerne wieder zur zweiten Impfung im Haus, was für uns ein wichtiger Baustein in der Bewältigung dieser Krise ist – und Anlass zur Hoffnung gibt" so der Bereichsleiter des Evangelischen Stifts, Thomas Schellinger-Pusler.

Geimpft wurden alle Bewohner für die eine Einverständniserklärung vorlag und die sich bisher nicht mit dem Covid-19-Virus infiziert hatten sowie Mitarbeitende des Stephanus-Hauses, die bisher nicht erkrankt waren. Bewohner und Mitarbeitende, die mit dem Virus infiziert waren, werden zu einem späteren Zeitpunkt geimpft.

Laut Schellinger-Pusler wurde das Vakzin von Biontech geimpft. Die Impfstoffe sind nach seinen Erkenntnisse aus anderen Einrichtungen sehr gut verträglich. Eine Immunität besteht frühestens zehn Tage nach der zweiten Impfung.

Die Erleichterung im Stephanus-Haus über den Impftermin war sehr groß, waren doch 18 Bewohner und zehn Mitarbeiter des Hauses mit Corona infiziert. Fünf Bewohner starben innerhalb kürzester Zeit (wir berichteten). "Ein weiterer Bewohner ist in der vergangenen Woche mit Covid-19 verstorben. Er wurde palliativ begleitet und die Angehörigen hatten Zugang und konnten ihn verabschieden", teilte Schellinger-Pusler mit.

Nur noch drei Bewohner betroffen

Aktuell seien noch drei Bewohner von Covid-19 betroffen. Inwieweit bei ihnen der Infekt nachlässt, wird sich in der kommenden Woche durch entsprechende Testung zeigen. Von den Pflegenden sind bis auf zwei Mitarbeiter alle wieder genesen, so dass die Abläufe wieder in Richtung Normalität in der Krise gestaltet werden können. Die Bewohner, die mit dem Virus infiziert waren, werden zu einem späteren Zeitpunkt geimpft.

Schellinger-Pusler sieht die Impfung als einen Baustein zur Bekämpfung des Virus und für die Sicherheit der Bewohner und Mitarbeiter und hofft somit "die Krise zum Wohle aller im Stephanus Haus lebenden und arbeitenden Menschen gestärkt zu überwinden".

Die Impfquote lag bei 89 Prozent. "Natürlich sind immer Mitarbeiter im Urlaub oder krank, für uns im Stephanus Haus selbst ist das aber ein voller Erfolg", so der Bereichsleiter. Die Mitarbeitenden seien sich ihrer Verantwortung als systemrelevante Beschäftigte sehr bewusst, gleichzeitig bestehe ein großes Vertrauen zu den Kooperationsärzten in Hornberg, mit denen die Mitarbeitenden täglich vertrauensvoll zusammenarbeiten. "Auch in unseren anderen Einrichtungen des Evangelischen Stifts haben wir bei den Mitarbeitenden eine hohe Impfquote, in Gundelfingen 94 Prozent", so Schellinger-Pusler.

Die Angehörigen der Bewohner sollen über die Öffnung des Hauses zeitnah informiert werden. Sie können nach der Öffnung ihre Angehörigen nur mit einem Schnelltest, der nicht älter als 48 Stunden ist, besuchen. Der Test wird im Haus für die angehörigen auch kostenlos durchgeführt. Es gelten nach wie vor alle Hygienemaßnahmen, wie das Aufsetzen einer FFP2-Maske während des Besuchs und Händedesinfektion.

Die Hornberger Tagespflege hat wieder geöffnet. Darüber informierte Thomas Schellinger-Pusler im Gespräch mit dem Schwabo.

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