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Corona-Impfung Michel: Direkte Terminvergabe nicht möglich

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Wohl dem, der einen Impftermin ergattert. Viel Eigeninitiative ist gefragt. Foto: studio v-zwoelf – stock.adobe.com

Viele fordern, die älteren Menschen nicht mit dem komplizierten Impftermin-Prozedere allein zu lassen und sie direkt zu Impfterminen einzuladen. Wie unsere Nachfrage bei Landrat Wolf-Rüdiger Michel ergibt, sieht er dazu keine Möglichkeit. Mehr lesen Sie in unserem (SB+)Artikel.

Kreis Rottweil - Nicht nur der Kreisseniorenrat hat sich in dieser Sache an den Landrat gewandt, auch auf kommunaler Ebene werden Forderungen laut, lokal vom Landesprozedere abzuweichen und den älteren Menschen den Zugang zu den Impfungen zu vereinfachen. Denn: Nur in Pflegeheimen kommen Mobile Impfteams (MITs) zu den betagten Menschen. Wer zur ersten Gruppe der über 80-Jährigen gehört, sich aber noch zuhause selbst versorgen kann, der braucht Unterstützung von Angehörigen oder ist im schlimmsten Fall ganz schön aufgeschmissen. Bei der überlasteten Hotline durchkommen oder online einen Termin vereinbaren, und dann zum vorgegebenen Zeitpunkt in die Stadthalle Rottweil kommen und sich dort zurechtfinden – auch für Jüngere kann das eine Herausforderung sein.

In Schramberg hat die Fraktion der Aktiven Bürger jetzt per Antrag an Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr gefordert, dass alle Einwohner Schrambergs ab Jahrgang 1941 aktiv von der Stadt unterstützt werden: Sie sollen angeschrieben werden, um die Impfbereitschaft abzufragen und zu klären, wie man sie unterstützen kann. Die Kommune soll den Kontakt mit dem Kreisimpfzentrum herstellen und gegebenenfalls mobile Impftermine abstimmen. Ehrenamtliche Organisationen oder Verbände könnten hier Unterstützung leisten, so der Vorschlag. Ein Modell womöglich für alle Kommunen im Kreis?

Der Kreisseniorenrat ist für den direkten Weg und dringt in einem Schreiben an den Landrat darauf, dass die "über 70- und 80-Jährigen vom Gesundheitsamt beziehungsweise vom Landratsamt schriftlich zu einem Impftermin eingeladen werden sollten. In anderen Bundesländern wird dies praktiziert.

Auf Nachfrage des Schwarzwälder Boten macht Landrat Wolf-Rüdiger Michel allerdings wenig Hoffnung, dass das Landratsamt hier ausscheren wird: Zwar habe er für das Anliegen des Kreisseniorenrates Verständnis, so Michel. Das Terminmanagement der Kreisimpfzentren erfolge jedoch landesweit einheitlich über die zentralen Plattformen entsprechend den Vorgaben des Sozialministeriums – eben telefonisch über die 116.17 oder online über www.116117.de oder www.impfterminservice.de.

Einladung nicht vorgesehen

"Die Landkreise als Betreiber der Kreisimpfzentren haben nicht die Möglichkeit, Termine selbst zu reservieren oder gar zu buchen", erklärt Michel. Die Bürger würden über die Priorisierung, die Möglichkeit und die Terminierung der Impfung durch Öffentlichkeitsarbeit, beispielsweise über das Landesportal Baden-Württemberg.de informiert. "Personalisierte Einladungen sind seitens des Landes dabei nicht vorgesehen", heißt es.

Inwieweit Unterstützungsangebote für Senioren über die Gemeinden zum Tragen kommen könnten – beispielsweise Hilfe bei der Anmeldung, Organisation von Fahrtmöglichkeiten – werde beim nächsten Gespräch mit dem Kreisverband des Gemeindetags, in dem die Bürgermeister des Kreises vertreten sind, diskutiert, kündigt der Landrat an.

Fazit: Älteren Menschen kann wohl nur durch zusätzliches ehrenamtliches Engagement auf dem Weg zur Corona-Impfung geholfen werden. Engagement, das nicht zum ersten Mal im Zuge dieser Pandemie greifen muss.

Dass der Schutz der Risikogruppen weiter dringend nötig ist, zeigt die Entwicklung der Corona-Pandemie im Kreis. Nach einer kurzen Abschwächung stieg der Inzidenzwert am Sonntag wieder auf über 180 an. Am Montag meldet das Landratsamt 55 weitere Corona-Fälle. 280 Fälle gelten jetzt noch als aktiv, nachdem die Behörde gestern die Genesenen herausgerechnet hat. Im Zusammenhang mit einer Corona-Erkrankung gibt es einen weiteren Todesfall. Es handelt sich um einen Mann im Alter von Mitte 80.

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