Horst Richter beklagt, dass die Impfdosen für Hausärzte wieder reduziert wurden. Foto: Wagner

Seit dem 7. April können die Hausärzte in der Gemeinde Waldachtal ihren Patienten den Corona-Impfstoff von "Biontech" injizieren.

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Waldachtal - Der Arzt Horst Richter (Lützenhardt) erhielt in der ersten Woche 36 Impfdosen und hoffte darauf, dass dieses Kontingent auch in den folgenden Wochen zur Verfügung stehen würde. Innerhalb von zwei Wochen konnte Richter 80 Impfdosen verabreichen. Mittlerweile seien seine Impfdosen jedoch auf zwölf pro Woche runtergeschraubt worden.

Im Impfzentrum Dornstetten hingegen wurden in den vergangenen drei Monaten lediglich 34 Einwohner von Waldachtal geimpft. Pro Impfung werden dem Impfzentrum 200 Euro vergütet, während die Arztpraxen nur 20 Euro erhalten. "Ich bin enttäuscht darüber, dass die Impfzentren gefördert werden, statt die Ärzte, welche gerade einen sehr guten Job machen", beklagte Richter im Rahmen der jüngsten Gemeinderatssitzung. Des Weiteren stieß es dem 74-jährigen Hausarzt bitter auf, dass er in Dornstetten keinen Impftermin erhielt.

Lediglich 34 Rückmeldungen

Auf mehrmalige Anfragen erhielt Richter lediglich Standardantworten und wurde vertröstet. "Ich konnte also den Impfstoff vorher noch nicht einmal selbst testen", verdeutlichte Richter.

Bürgermeisterin Annick Grassi erklärte, dass Bund und Land die Kommunen dazu aufgerufen haben, eine Impfaktion für über 70-jährigen Personen voranzutreiben. Dies sei mit dem mittlerweile vorhandenen Vorrat des Astrazeneca-Impfstoffs begründet worden. Die Gemeinde Waldachtal habe daraufhin 723 Einwohner angeschrieben, erhielt jedoch lediglich 34 Rückmeldungen, darunter auch von unter 70-jährigen Menschen.

Grassi pflichtete Richter bei, dass die Hausärzte mehr Impfstoff erhalten sollten. "Ich bin da ganz ihrer Meinung", verdeutlichte Grassi und stellte ferner fest: "Jeder weitere Geimpfte ist ein weiterer Schritt zur Immunisierung und ein Ausweg aus dem Schlamassel."

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