Der Landkreis schneidet bei der Impfquote schlecht ab. (Symbolfoto) Foto: Gentsch

Mit nur 6,1 Prozent vollständig Geimpften sieht die Bilanz der Region um Villingen-Schwenningen miserabel aus.

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Schwarzwald-Baar-Kreis - Wumms, das saß: Das Sozialministerium im Land veröffentlichte am Dienstag die Impfquoten auf Stadt- und Landkreisebene für den Zeitraum vom 27. Dezember 2020 bis 2. Mai 2021, und siehe da: Der Schwarzwald-Baar-Kreis hat mit 17,7 Prozent Erstimpfungen bezogen auf die Bevölkerung im Landkreis und 6,1 Prozent vollständig Geimpften einen unterdurchschnittlichen Wert.

Große Regionen haben Nachteil

Dass die Region in Sachen Impfquote schlecht abschneidet, muss sie zwar selbst ausbaden, hausgemacht ist die Misere aber nicht: Bei der Impfstoffverteilung waren die Kreise gleichberechtigt mit Impfdosen bestückt worden, ungeachtet ihrer Größe. Für eine große Region ein Unding.

Fast gebetsmühlenartig wiederholte Landrat Sven Hinterseh seinen Vorwurf an das Land bezüglich einer ungerechten Impfstoffverteilung. Nun sieht er seine Sorge bestätigt, wie er in einer Pressemitteilung am Dienstag betonte. "Der Veröffentlichung des Sozialministeriums ist zu entnehmen, dass im Land – insbesondere in Südbaden – die Stadt- und Landkreise in unmittelbarer Nähe zu den Zentralen Impfzentren (ZIZ), die in Freiburg und Offenburg vom Land direkt betrieben werden, mit den Impfungen besser vorangekommen sind, als diejenigen, die lediglich über ein Kreisimpfzentrum (KIZ) verfügen und mit einer pauschalen, nicht auf den jeweiligen Bevölkerungsanteil abstellenden Impfstoffmenge, versorgt werden", stellt das Amt nüchtern fest.

Landrat mahnt

"Diese Ungerechtigkeit" wurde in den vergangenen Monaten durch Hinterseh oft beklagt und Änderungen bei der Landesregierung angemahnt. Nun endlich wolle das Land nachsteuern. "Spätestens jetzt müsste allen Verantwortlichen klar sein, dass der Impfstoff passgenauer verteilt werden muss, um einen einigermaßen Gleichklang an der Durchimpfung der Bevölkerung zu erreichen. Unser Kreisimpfzentrum in VS-Schwenningen und unsere niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte haben in den vergangenen Wochen bewiesen, dass sie sehr leistungsfähig sind und die Kapazitätsgrenze bei Weitem noch nicht erreicht haben, sodass wir mit ausreichend Impfstoff sehr schnell in der Lage wären, die Quote rasch zu verbessern. Das Land muss (...) uns jetzt genügend Impfstoff zur Verfügung stellen", so der Landrat.

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