Für die gesamte Gesellschaft war die Corona-Pandemie eine Umstellung. Von Maskenpflicht bis zur Ausgangssperre – diese Regelungen bestimmten diese Zeit. Foto: © blvdone - stock.adobe.com

Drei Volontäre des Schwarzwälder Boten berichten, wie Corona Alltag, Schule, Freizeit und das öffentliche Leben prägte – von Homeschooling bis zu Kliniken und Pflegeheimen.

Die Corona-Pandemie stellte den Alltag im Schwarzwald-Baar-Kreis von März 2020 an auf den Kopf. Schulen, Vereine, Geschäfte und Kliniken mussten sich auf ständig neue Regeln und Einschränkungen einstellen.

 

Freitag, 13. März 2020, vier Tage nach dem ersten offiziellen Corona-Fall im Schwarzwald-Baar-Kreis war es soweit: Am Gymnasium am Romäusring findet ab Montag, 16. März kein Unterricht mehr statt.

Vorerst galt die Schließung nur bis zum Ende der Osterferien. Es folgte eine lange Zeit des Online-Unterrichts, Maskenpflicht und Corona-Tests bei wenigen Präsenzeinheiten und der großen Frage: Wie lange geht das hier noch so weiter?

Lukas Podolski

Ich war damals 15 Jahre alt und besuchte die neunte Klasse. Wie viele meiner Klassenkameraden, war ich zunächst voller Vorfreude über die verlängerten Osterferien.

Anfangs stellten die Lehrkräfte Aufgabenblätter zur Verfügung, die wir bearbeiten und zurückschicken mussten. Später nutzten einige Lehrer Videokonferenzen, in denen sie versuchten, den Unterricht so normal wie möglich zu gestalten.

Lukas Podolski Foto: Marc Eich

Mit der Zeit wurde mir jedoch bewusst, wie wertvoll der Präsenzunterricht war. Nach knappen zwei Jahren mit unter anderem Schulschließungen und strengen Hygienemaßnahmen kehrte der Unterricht wieder in den regulären Präsenzbetrieb zurück – zu Beginn noch mit Masken und Testpflicht.

Auch meine Freizeit wurde durch das Virus beeinflusst, besonders im Fußballverein. Die Saison 2019/2020 fand Mitte März frühzeitig ihr Ende. Die folgende Spielzeit startete unter strengen Hygienemaßnahmen, war jedoch am 25.Oktober 2020 für mich und die B-Jugend des FC 08 Villingen schon wieder beendet. Ich verletzte mich an diesem Nachmittag, verpasste jedoch kein Training oder Spiel, da die Saison erneut aufgrund des Virus abgebrochen wurde.

Concetto Longo

Anfang März 2020 war mein Auslandssemester in Pisa nach nur einem Monat vorbei. Das Coronavirus hatte nicht nur den Schwarzwald-Baar-Kreis erreicht, sondern die gesamte Welt. Was als ein weit entferntes Problem galt, wurde im Laufe des Frühlings für alle spürbar. Im April desselben Jahres startete das Sommersemester an der Universität Tübingen – die Hörsäle blieben jedoch erstmal leer. Denn alle meine Romanistik-Kurse und Gespräche mit den Dozenten fanden online statt. Eine neue und ungewohnte Situation für mich, an die man sich schnell gewöhnen musste.

Concetto Longo Foto: Concetto Longo

Fitnessstudios waren geschlossen und Friseurtermine waren nicht mehr möglich. Meine Abläufe wurden immer weiter aufgrund des Virus beeinträchtigt.

Das öffentliche Leben kam beinahe zu einem Stillstand. Die Straßen waren leer, und die meisten Geschäfte blieben zu. Niemand wusste, wie lange dieser Ausnahmezustand noch andauern würde.

Vor allem mein soziales Leben litt in dieser Zeit. Durch die vorgeschriebenen Regeln wurde es immer schwieriger, viele Menschen an einem Ort zu treffen. Nur vereinzelt sah ich meine Freunde, Spaziergänge wurden zu meinem neuen Hobby.

Im September 2021 kam schließlich der erste wirkliche Lichtblick für mich. Ich durfte mein Auslandssemester im italienischen Pisa nachholen. Zu diesem Zeitpunkt fing ich wieder an etwas Normalität im Alltag zu erleben.

Raphael Sickinger

Als vor sechs Jahren der erste Corona-Fall in China bekannt wurde, konnte man sich noch nicht vorstellen, welche Ausmaße dieser nehmen würde. Es hat sich in kurzer Zeit einiges verändert. Mein Alltag war wie auf den Kopf gestellt – normale Dinge wie zur Schule gehen oder sich mit Freunden treffen waren nicht mehr selbstverständlich.

Besonders in Erinnerung geblieben ist mir das Homeschooling zwischen der siebten und achten Klasse. Der Unterricht fand nur noch über Videokonferenzen statt. Um mit meinen Freunden in Kontakt zu bleiben, gehörten unzählige WhatsApp-Videoanrufe zum Alltag. Eine Zeit, in der aber auch viele witzige Erinnerungen entstanden sind.

Raphael Sickinger Foto: Raphael Sickinger

Jedoch litten meine Hobbys unter der Pandemie. Ich spielte damals in der C-Jugend Fußball, doch mitten in der Saison wurde alles gestoppt. Treffen mit Freunden waren nur eingeschränkt möglich, da es strikte Regeln gab, die das nicht erlaubten. Auch der Saxophonunterricht fand online statt. Statt Konzerten gab es einen digitalen Adventskalender, bei dem alle Schüler einen Beitrag spielten.

Selbst meine Firmung fand unter besonderen Bedingungen statt – zudem war ein gemeinsames Essen mit der Familie nicht möglich. Rückblickend wurden uns durch Corona viele Erlebnisse genommen. Gleichzeitig habe ich gelernt, wie wichtig Freundschaften, gemeinsame Zeit und normale Begegnungen eigentlich sind.

Ein unbekannter Virus bricht aus

So war das im Schwarzwald-Baar-Kreis
Als im Frühjahr 2020 die ersten Meldungen über ein neuartiges Virus aus China bekannt wurden, habe sich das Schwarzwald-Baar-Klinikum bereits auf mögliche Fälle vorbereitet, erklärt Sandra Adams, Pressesprecherin des Schwarzwald-Baar-Klinikums in Villingen-Schwenningen. Dabei habe sich das Klinikum an den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts orientiert.

Risikogruppen und Betroffene
Schwer betroffen von der Corona-Pandemie waren vor allem Pflegebedürftige Menschen. Corona stellte für Senioren nicht nur für die Gesundheit ein wachsendes Risiko dar, sondern hinterließ auch viele Menschen in Einsamkeit. Die Isolation, fehlende soziale Kontakte, Besuchsverbote und strenge Schutzmaßnahmen führten vielerorts zu einsamen Zeiten. „Unsere Betreuten haben sich gefreut, dass wir auch in dieser schwierigen Zeit für sie da waren“, berichtet die Sozialstation Triberg.

Viele neue Regeln
Das Coronavirus hat nicht nur den Schwarzwald-Baar-Kreis lahmgelegt, sondern die gesamte Welt. Ab März 2020 wurde die Bevölkerung mit Regeln und Maßnahmen konfrontiert. Die ersten Einschränkungen traten am 21. März 2020 in Kraft: Restaurants und Cafés mussten schließen, Bestellungen konnten nur noch abgeholt werden. Auch die Gruppenbildungen wurden stark eingegrenzt – alles ab drei Personen war untersagt. In der anschließenden Zeit änderten sich die Regelungen im Wochentakt.