Die Inzidenzen sind zu hoch, viele Schulen öffnen am Montag nich wie vorgesehen. Foto: Thaut Images - stock.adobe.com

Am Montag sollten die Schulen und Kindertagesstätten wieder weitestgehend öffnen. Doch mit dem Präsenzunterricht kann schon bald wieder Schluss sein. Etliche Schulen bleiben am Montag zu. Die Infektionsrate ist zu hoch. In Schramberg wurde zudem erstmals die südafrikanische Mutante nachgewiesen.

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Kreis Rottweil - Die Sieben-Tage-Inzidenz des Landkreises Rottweil hat am Samstag zum zweiten Mal hintereinander den Wert von 200 überschritten. Nach der neuen Coronaverordnung des Landes, die am Wochenende beschlossen wurde, hat der 200er-Grenzwert zur Folge, die Schulen wieder zu schließen – bis auf die Abschlussklassen und die Notbetreuung.

Wenn am Sonntag die Inzidenz weiterhin über 200 liegt, was durchaus zu erwarten ist, wäre behördlicherseits die Feststellung, dass die Inzidenz eben über 200 liegt, zu treffen, mit der Folge, dass der am Montag, 19. April, in den Schulen aufgenommene Präsenzbetrieb ab Dienstag, 20. April, nicht mehr möglich wäre. Auf dieses Dilemma – Schulschließungen nach nur ein, zwei Tagen – weist die Landkreisverwaltung hin.

Vor diesem Hintergrund und auch davor, dass das Kultusministerium den Verantwortlichen vor Ort (Schulleitungen) einen Spielraum ermöglicht, werden in vielen Orten im Kreis Schulen und Kindertagesstätten am Montag gleich gar nicht wieder geöffnet. Eine einheitliche Linie gibt es indes nicht, wie ein Gespräch mit dem Vorsitzenden des Bürgermeistersprengels im Kreis, Markus Huber aus Dornhan, ergab. Die Bürgermeister stimmen sich seit Samstag ab, Die Schulleitungen werden die Eltern direkt informieren.

Erstmals Südafrika-Variante im Landkreis nachgewiesen

In Schramberg etwa bleiben die Schulen demnach geschlossen. Auch, da in der Stadt die afrikanische Virusmutante erstmals für den Kreis nachgewiesen wurde. Rottweil verfährt ebenso (Schulen bleiben bis auf Notbetreuung und Abschlussklassen zu), wird jedoch zumindest am Montag die Kindergärten offen halten, um die Eltern nicht in die Bredouille zu bringen. Auch Dornhan kehrt nicht zum Regelbetrieb zurück, Dunningen wiederum will es zumindest so lange versuchen, bis das Landratsamt offiziell die Feststellung trifft, dass die 200er-Grenze überschritten ist.

Der Landkreis wiederum hat entschieden und legt den Schulleitungen der kreiseigenen Schulen nahe, die Kreisschulen am Montag nicht in Präsenzbetrieb zu nehmen. Das gelte für alle Beruflichen Schulen sowie für die Erich-Kästner-Schule in Oberndorf mit Schulkindergarten. Ausgenommen hiervon seien Abschlussklassen und Notbetreuung.

Die Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) mit Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung wie die Gustav-Werner Schule in Rottweil und Wittumschule in Schramberg blieben laut Kultusministeriumsschreiben vom 14. April bei einer Inzidenz von über 200 ebenfalls im Präsenzunterricht.

Infektionslage spitzt sich immer mehr zu

Landrat Wolf-Rüdiger Michel äußert sich wie folgt zur aktuellen Lage: "Die Infektionslage spitzt sich immer mehr zu und jetzt ist auch noch die sogenannte südafrikanische Mutation bei uns im Kreis angekommen. Das Gesundheitsamt und der Coronakrisenstab des Landratsamtes bewerten laufend die Lage, das ganze Wochenende über." Die große Anzahl der Neuinfektionen bringe die Kontaktnachverfolgung an Grenzen. Deshalb werde das Gesundheitsamt umgehend nochmals personell verstärkt.

Nur ein Minimum an Kontakten könne das Anwachsen der Neuinfektionen verlangsamen und hoffentlich bald stoppen, so Michel. Aus diesem Grund werde der Landkreis als Schulträger, wo es möglich ist, ab Montag Schulen in Kreisträgerschaft schließen. "In dieser ernsten Situation appelliere ich eindringlich an alle Bürger im Landkreis: Vermeiden Sie wenn irgend möglich Kontakte, halten Sie sich an die Abstands- und Hygieneregeln und tragen Sie – auch da, wo es rechtlich nicht verpflichtend ist – mindestens eine medizinische Gesichtsmaske. Wir müssen dringlich die Zeit gewinnen, die wir brauchen, bis genügend Menschen gegen das Virus geimpft sind."

Die Landkreisverwaltung hat die Städte und Gemeinden über ihr Vorgehen entsprechend in Kenntnis gesetzt und gebeten, freie sowie kirchliche Schulträger in ihrer Kommune ebenfalls zu informieren und in eigener Zuständigkeit zu entscheiden, ob sie bei ihren Schulen entsprechend verfahren wollen.

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