Viele Fragen gibt es zum Impfen. Ein bundesweites Thema sind Impfdrängler. (Symbolfoto) Foto: Nietfeld/dpa

Es ist ein Aufreger in diesen Tagen. Immer wieder gibt es Nachrichten aus Teilen des Landes, dass sich Leute beim Impfen vordrängeln. Im Kreis Rottweil läuft alles ordnungsgemäß, versichert Landrat Wolf-Rüdiger Michel. Die Bundesregierung erwägt, Drängler zu bestrafen.

Kreis Rottweil - Immer wieder gibt es Nachrichten darüber, dass Personen, die nicht zur gerade berechtigten Impfgruppe der über 80-Jährigen gehören, schon eine Spritze gegen das Coronavirus bekommen hätten. Unter den so genannten Impfdränglern sollen Kommunalpolitiker, Bürgermeister, Verwaltungsmitarbeiter beim DRK oder bei der AWO, Würdenträger bei der Kirche und Polizeibeamte sein.

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Jetzt erwägen Bundesregierung und Ethikrat, ein solches Vorgehen zu sanktionieren. Auch bei Landrat Wolf-Rüdiger Michel ist das Thema aufgeschlagen. Er betont, dass im Kreis Rottweil das Impfen in einem transparenten Verfahren ablaufe. Sollte es übrige Dosen an Impfstoffen geben, dann würden diese an Mitarbeiter des Kreisimpfzentrums (KIZ) verimpft. Auch diese zählten zum berechtigten Personenkreis. Das komme indes selten vor, da die Menschen, die im KIZ Impftermine hätten, diese auch in einem sehr hohen Maße wahrnähmen, so der Landrat. "Unsere Bürger sind extrem termintreu", äußert sich Michel lobend. Er selbst sei in der Gruppe der über 60-Jährigen, also in der Gruppe 3. "Ich kann warten", meint Michel gegenüber Medienvertretern.

Der Impfschutz

Bei einer virtuellen Konferenz mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden von Biontech, Helmut Jeggle, die auf den Landtagsabgeordneten Stefan Teufel (CDU) zurückging, kam die Frage auf, wie lange der Impfstoff schützt (laut Studien neun Monate) und ob die zweite Impfung zwingend vonnöten sei.

Jeggles Ausführungen war zu entnehmen, dass zwölf Tage nach der Erstimpfung ein Schutzmechanismus gegen das Virus im Körper im Vergleich zu einem Nichtgeimpften bereits deutlich nachweisbar sei. Die 95-prozentige Wirksamkeit entwickele der Körper indes erst ab Tag sieben nach der Zweitimpfung.

Bedeutet: Ein gewisser Schutz ist nach der ersten Spritze vorhanden, vor dem Virus am besten geschützt ist man indes erst nach der zweiten Spritze. Diese müsse indes nicht exakt nach drei Wochen gesetzt werden. Der Zweittermin kann später erfolgen, innerhalb eines Zeitraums von 21 bis 42 Tagen, so Jeggle.

Der Biontechaufsichtsratsvorsitzende plädiert zudem indirekt dafür, keine Impfstoffe für einen Zweittermin zurückzuhalten, sondern die gesamten zur Verfügung stehenden Dosen zu verimpfen und bei den Zweitterminen die dann wieder gelieferten Vakzine zu verwenden.

Testungen

Stefan Teufel, der für die CDU-Fraktion im Sozialausschuss des Landtags sitzt, sagt, dass schnelle und leicht zugängliche Tests ein großes Thema innerhalb der Fraktion seien. Ebenso die Ausweitung der Laborkapazitäten. Vorbild sei Österreich. Dort soll nun von März an das Testen vorangetrieben werden.

Für die rund neun Millionen Einwohner soll es dann Selbsttests in der Apotheke geben – kostenfrei und bis zu fünf Stück im Monat. Nach fünf Minuten stehe das Ergebnis bereits fest, so Teufel. Die Trefferquote liege bei mehr als 90 Prozent. Mit intensiven Testungen könne das Infektionsgeschehen am besten beobachtet und dadurch kontrolliert werden.

Aktueller Stand

18 Neuinfizierte meldet die Kreisbehörde am Montag. Insgesamt wurden im Kreis seit Ausbruch der Pandemie 4826 Bewohner positiv auf das Virus getestet. 160 Fälle sind aktiv. Bislang sind 132 Todesfälle in Verbindung mit Covid-19 zu verzeichnen.

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