Die Inzidenz im Kreis Rottweil ist inzwischen auf 138 gestiegen. Tendenz steigend. Foto: Thaut Images - stock.adobe.com

Inzwischen sind 80 Prozent aller Neuinfektionen im Kreis auf die britische Virusvariante zurückzuführen. Verstärkt jüngere Menschen sind betroffen. Im Zusammenhang mit dem Coronavirus gibt es einen weiteren Todesfall. Es handelt sich um eine Frau, die kaum älter als 20 Jahre ist. Die Inzidenz schnellt auf 163 hoch.

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Kreis Rottweil - Es gibt einen weiteren Todesfall, den 147. im Kreis, und dieser zeigt auf, wie sich die Pandemielage in den vergangenen Monaten verändert hat. Zunehmend trifft es in dieser dritten Welle auch junge Menschen. Sie stecken sich mit dem Virus nicht nur verstärkt an, sondern erkranken zum Teil schwer.

Im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung ist nun eine junge Frau gestorben. Ihr Alter wird mit Anfang 20 angegeben. Sie stammt aus der Schreinerei in Tennenbronn, die vor Kurzem von einem Corona-Ausbruch stark betroffen war. Es ist ein harter Schicksalsschlag für den Familienbetrieb. Der Vater und Chef war erst vor wenigen Tagen seiner Corona-Erkrankung erlegen.

Diffuse Lage – Das Infektionsgeschehen ist diffus, informiert die Kreisbehörde in einem Mediengespräch am Dienstag. Das heißt, mal da, mal dort treten immer wieder neue Fälle auf, einen einzelnen, einen größeren Infektionsherd gibt es nicht. Erhöhte Zahlen gebe es hingegen in Dunningen und Schramberg.

Keine Gemeinde mehr virusfrei

Anders als noch vor Ostern gibt es keine Gemeinde mehr, die aktuell virusfrei ist. Sulz, Schramberg, Rottweil, Oberndorf und Dunningen weisen Fallzahlen im zweistelligen Bereich auf, so die Statistik des Landratsamts. Die Lage in Schramberg und Tennenbronn habe man im Griff. Erfreulich sei, dass relativ wenig ältere Menschen infiziert seien, berichtet Landrat Wolf-Rüdiger Michel.

Die Inzidenz an Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen, auf 100 000 Bewohner berechnet, liegt am Dienstagnachmittag bei 163, am Montag lag sie noch bei 138. Das Landesgesundheitsamt weist 60 neue Fälle auf. Diese wurden bis Dienstag, 16 Uhr, gemeldet.

Die Zahlen des Landratsamt hingegen geben den Stand von Montag, 23.59 Uhr, wieder. Am Montag wurden nur drei neue Fälle gezählt.

Landrat begrüßt Bundes-Notbremse

Die Altersstruktur der Infizierten – Bei den ab 70-Jährigen gibt es zurzeit 19 aktive Fälle. Anders sieht es bei Kindern und Jugendlichen aus, informiert das Gesundheitsamt. Von den insgesamt 188 Infizierten (Stand Dienstagmorgen) gehören 28 der Altersgruppe der bis Zehnjährigen an, zwölf der Gruppe der Elf- bis 20-Jährigen, 30 der 20- bis 29-Jährigen, 27 der 30- bis 39-Jährigen, 22 der 40- bis 49-Jährigen, 36 der 50- bis 59- Jährigen und 14 der 60- bis 69-Jährigen.

Das Amt registriert mit dem verstärkten Aufkommen der britischen Variante, dass auch Kinder und Jugendliche stärker erkranken und Symptome wie Husten, Halsschmerzen und Fieber zeigten. Auch habe es Fälle gegeben, in denen die jüngeren Patienten bis zu drei Tage im Krankenhaus verbringen mussten. Und nun gibt es in einer jüngeren Altersgruppe auch den bereits erwähnten einen Todesfall.Bund zieht die Notbremse – Dass der Bund einheitliche und strengere Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung plane (Bundesnotbremse), begrüßt Landrat Michel. Die Inzidenzen müssten nach unten gedrückt werden. Michel fordert indes, die regionale Flexibilität zu wahren. Es dürfe "keine Zwangsjacke über die Bundesrepublik gestülpt" werden.

Impfen geht voran

Das Impfen – Es geht weiter voran. Schritt für Schritt kommt Tempo hinein. Bis zum Ende der Woche werden 14 100 Impfdosen des Herstellers Biontech verabreicht worden sein. Hinzu kommen 9400 Spritzen mit dem Wirkstoff von Astrazeneca. In dieser Woche, so der Landrat, soll es zudem doppelt so viel Biontech-Wirkstoff geben als in den bisherigen Wochen. 5200 Menschen im Kreis hätten bereits die zweite Dosis erhalten. Unklar sei noch, wie mit jenen umgegangen werde, die zunächst mit Astrazeneca geimpft wurden.  Dazu habe sich das Gesundheitsministerium noch nicht geäußert, so der Landrat.

Die Heime – Dort ist das Infektionsgeschehen im Griff. Lediglich vier Bewohner und drei Mitarbeiter seien akut infiziert. Inzwischen würden bereits Nachimpfungen für neue Heimbewohner stattfinden. Von sieben Behinderten-Einrichtungen im Kreis habe in sechs Häusern die Erstimpfungen stattgefunden, das größte Haus, im Raum Schramberg, komme demnächst dran.

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