Corona-Impfung. In Dornstetten gibt es nun auch das Vakzin von Johnsen & Johnsen. Foto: Kneschke

Im Kreisimpfzentrum (KIZ) Freudenstadt sind bislang mehr als 38.000 Corona-Impfungen verabreicht worden. Noch immer hemmt der Nachschubmangel den Zweischicht-Betrieb in Dornstetten.

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Nach 14 Wochen Betrieb im Kreisimpfzentrum Freudenstadt wurden "Stand heute Abend in Dornstetten 38.391 Menschen geimpft, 7397 davon zum zweiten Mal", teilte das Landratsamt am Dienstagabend mit. Eine aktuelle Mitteilung des Landes gebe Auskunft darüber, wie groß der Anteil der im Landkreis Freudenstadt wohnhaften, bereits geimpften Personen sei. Demnach wurden bis zum 2. Mai 17.796 Einwohner zum ersten Mal geimpft (15 Prozent) und 5987 (5,1 Prozent) zum zweiten Mal – die Impfungen in Arztpraxen seien hierbei nicht enthalten.

Impfquote weiter niedrig

Eine interne Auswertung des KIZ zeichne ein ähnliches Bild – knapp 50 Prozent der in Dornstetten verabreichten Impfungen gingen an Einwohner aus anderen Landkreisen. Das Land Baden-Württemberg hatte sich ausdrücklich dazu entschieden, Terminbuchungen nicht nur auf den einzelnen Landkreis zu begrenzen, sondern für ganz Baden-Württemberg zu ermöglichen, und dafür allen Impfzentren die gleiche Menge an Impfstoff zur Verfügung gestellt, heißt es in der Mitteilung weiter.

"Die Sorge einiger großer Landkreise, dass sie dadurch benachteiligt seien, dürfte hiermit aus der Welt sein", so das Landratsamt .

Aufgrund der angekündigten Impfstoffmengen für Mai stellte das KIZ zum 1. Mai auf den Zweischicht-Betrieb um. Durch fehlenden Impfstoff seien nun aber vorübergehend weniger Impfungen möglich als in den vorangegangenen Wochen. "Wir hatten uns sehr darauf gefreut, endlich im Zweischicht-Betrieb die Bevölkerung mit Impfungen zu versorgen und sind nun natürlich entsprechend enttäuscht", so die ärztliche Leiterin Katrin Schmidt. "Selbstverständlich hoffen wir aber, dass in den nächsten Wochen wahr wird, was uns angekündigt wurde – Mengen an Impfstoff", ergänzt die organisatorische Leiterin Katharina Stenzel.

Zusätzlich zu den bisherigen Impfstoffen Biontech und Astrazeneca hate das KIZ in dieser Woche 500 Dosen des Vakzins von Johnson & Johnson erhalten und auch dafür gleich Termine eingestellt.

Um parallel zu den regulären Buchungsmöglichkeiten weiteren älteren Menschen eine Impfung zu ermöglichen, erweitere das KIZ seine abendliche Liste für Spontan-Impflinge für nicht verimpfte Dosen und öffne sie nun auch für Menschen ab 65 Jahren. Bislang war dies für Frauen und Männer ab 75 Jahren möglich.

Abends Spontan-Termine

Für den reibungslosen Ablauf gelten allerdings hierfür nun engere Voraussetzungen, denn die Personen müssen zwischen 16 und 20 Uhr kurzfristig bereit sein, innerhalb von 20 bis 30 Minuten am Impfzentrum in Dornstetten zu sein. Sollte dies zutreffen, werden sie gebeten, sich unter Angabe von Namen, Geburtsdatum, Adresse und Telefonnummer per E-Mail an impfen@kreis-fds.de zu wenden, um auf der Warteliste aufgenommen zu werden.

Indessen ist die Zahl der Patienten mit Corona-Infektion im Kreiskrankenhaus Freudenstadt zuletzt gestiegen. In der Klinik des Kreises wurden am Dienstag insgesamt 16 Covid-19-Patienten behandelt, davon vier auf der Intensivstation und zwölf auf der eigens eingerichteten Isolierstation. Auf Nachfrage unserer Zeitung begründet die Geschäftsführung und die ärztliche Leitung der Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt (KLF) das generelle Besuchsverbot für Patienten, das zum 1. Mai erlassen worden war. Wie berichtet, gibt es Ausnahmen, etwa für Schwerkranke, Palliativpatienten oder werdende Mütter, die eine Begleitperson mit zur Geburt bringen dürfen.

KLF: Schwere Entscheidung

"Sie dürfen versichert sein, dass der Schritt, ein generelles Besuchsverbot zu verhängen, ein schwerer Schritt ist und eine solche Maßnahme nie leichtfertig getroffen wird. Auch ist dies keine Entscheidung einzelner Personen, sondern eine Abstimmung der Intensivmediziner, der ärztlichen Leitung und der Geschäftsführung", so die Klinikleitung.

Hoffnung auf Entspannung

Für die Entscheidung einer solchen Maßnahme spielten sowohl die Inzidenzwerte im Landkreis, die Personalsituation sowie die Patientenzahlen auf der Isolier- und Intensivstation "eine erhebliche Rolle". Da die Situation "sehr dynamisch" sei, könnten sich manche Entscheidungen sehr kurzfristig ändern, positiv wie negativ. "Alle Verantwortlichen hoffen, dass das generelle Besuchsverbot bald wieder aufgehoben werden kann und sich die Situation in allen Bereichen entspannt."

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