Der Nachweis eines aktuellen Coronatests vor dem Friseurtermin wird erleichtert. (Symbolfoto) Foto: Bernd Weißbrod

Ein "überwachter Selbsttest" reicht jetzt als für einen Termin beim Friseur aus. Handwerkskammer und Landratsamt Freudenstadt reagieren mit Erleichterung.

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Kreis Freudenstadt - Das teilte das Landratsamt am Montag mit. Landrat Michael Rückert freue sich, dass die von ihm zunächst getroffene Regelung nun vom Land bestätigt werde und Erleichterungen für die Wirtschaft ermögliche.

Mit der am Wochenende notverkündeten Änderung der Coronaverordnung wurden die Möglichkeiten, Testbescheinigungen zu erstellen, erheblich erleichtert. Neben den bisherigen Teststellen oder Testzentren nach der Coronavirus-Testverordnung könnten nun auch Arbeitgeber für die betrieblichen Testungen ihrer Beschäftigten, Dienstleistungsanbieter für ihre Kunden oder Patienten sowie Schulen und Kindertageseinrichtungen für die Schülerinnen und Schüler und ihr Personal Bescheinigungen über ein negatives Testergebnis ausstellen. Voraussetzung hierfür sei, dass der Test durch fachkundige oder in der Anwendung der jeweiligen eingesetzten Tests geschulte Personen vorgenommen werde.

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Über das negative Ergebnis von Selbsttests könne auch ein Nachweis ausgestellt werden, sofern ein geeigneter Beschäftigter oder ein geeigneter Dritter die Probeentnahme überwache und das Ergebnis bescheinige. Diese Nachweise ermöglichen dann den Zutritt zu Einrichtungen, für die nach der Corona-Verordnung ein negativer Test vorgelegt werden muss, wie beispielsweise Friseure oder Fußpflegeeinrichtungen, so das Landratsamt weiter.

Modell für Gastronomie?

Rückert begrüße außerordentlich die von ihm in der vorvergangenen Woche getroffene, vom Land zwischenzeitlich wieder aufgehobene, nunmehr aber offiziell bestätigte Vorgehensweise. "Dies ist ein mittelstands- und handwerksfreundlicher Schritt hin zu mehr Sicherheit, aber auch eine sehr gute Vorlage für die lange fällige Öffnung von Hotellerie und Gastronomie und für Kulturveranstaltungen", so der Landrat. "Es wird höchste Zeit für Lockerungen. Die gesundheitlichen Belastungen des Lockdowns für Kinder und Jugendliche, für Schüler und Studierende, für psychisch und chronisch kranke Menschen führen zu Schäden, die inzwischen die Vorteile bei der Covid-Bekämpfung bei weitem überwiegen", so der Landrat weiter. Leider werde dies von Land und Bund nach wie vor nicht ausreichend gewichtet.

Aufatmen auch bei der Handwerkskammer: Die bisherige Regelung in der Corona-Verordnung vom 24. April hatte einen tagesaktuellen Schnelltest von einer offiziellen Teststelle mit einer maximalen Gültigkeit von 24 Stunden gefordert, um Zugang zu einem Friseursalon zu erhalten. "Wir wurden in der Kammer regelrecht von Fragen von Friseurinnen und Friseuren überschwemmt. Denn der Besuch beim Friseur wurde dadurch erschwert und verkompliziert", so Harald Herrmann, Präsident der Handwerkskammer Reutlingen. Oft hatten Kunden keine Möglichkeit, wohnortnah zur passenden Zeit einen offiziellen Schnelltest zu bekommen (wir berichteten). "Viele Friseurtermine wurden wieder abgesagt", so Herrmann.

Handwerk atmet auf

Um Planungssicherheit für Betriebe zu schaffen, habe die Handwerkskammer Reutlingen gemeinsam mit drei weiteren Kammern und dem Baden-Württembergischen Handwerkstag beim Sozialministerium auf Nachbesserungen und Klarstellungen der Corona-Verordnung gedrungen. Die Landesregierung habe sich "offen für die Hinweise aus der betrieblichen Praxis" gezeigt und die Änderung schnell umgesetzt. Die Ausweitung der Teststellen auch auf Friseurbetriebe sei "eine große Erleichterung für Kunden und Betriebe", so die Handwerkskammer abschließend.

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